Zwei Auberginen hatten mein Leben in der Hand!


Manche Sachen muss man erstmal verdauen, bevor man daraus einen Blog-Eintrag macht. Langsam habe ich den Schock überwunden… Heute vor genau einer Woche passierte mir nach der Arbeit etwas unheimliches. Ich kam etwas früher als sonst, so gegen 19 Uhr, zu Hause an und war zwar genervt, aber völlig übermotiviert was meine Nahrungsaufnahme anging. Zwei makellose Auberginen sollten meiner Antipasti-Lust zum Opfer werden. Ich heizte den Ofen auf 200 Grad und schob das Gemüse hinein. Ob der langen Gardauer gewährte ich mir eine kuschelige Leseposition im Bett. Der Tag hatte mich doch ganz schön geschlaucht und die Nacht davor hatte ich zudem höchstens für drei Stunden Schlaf gefunden. Das rächte sich nun perfide. Ich muss nach der ersten Zeile bereits eingeschlafen sein.

Mir träumte plötzlich nach all der langen Trennungszeit vom Über-Ex. Er stand mit einem Ring vor mir und hielt um meine Hand an. Völlig absurd! Dennoch schien die Chloe im Traum höchst erfreut über den Antrag. Endlich war nach all dem Schmerz und den unsäglichen Männergeschichten während ihrer Singlezeit ihr persönliches latent erhofftes Happy End zum Greifen nahe. Der Ring steckte bereits auf meinem Finger, als ich wie von einer Pfanne auf den Kopf geschlagen, patzte: „Nein! Das geht jetzt doch gar nicht mehr!“ In dem Moment erwachte ich auch. Ein kurzer Blick auf die Uhr gegenüber versetzte mir den nächsten Schlag: Es war bereits zwei Uhr nachts!! Ich hatte mehr als sechs Stunden durchgeschlafen.

„Die Auberginen!“ schrie nun mein klarer Verstand am Unbewusstsein vorbei. Vor meinen Augen sah ich schon Stichflammen in der Küche. Zur Sicherheit schlug ich mir noch auf die Wangen, um zu testen, ob ich nicht schon erstickt und taub sei. Ich lebte. Mit erhöhtem Pulsschlag begab ich mich daher rasend in die Küche und öffnete vorsichtig die Ofentür. Vor mir saßen zufrieden zwei pralle Auberginen in der Backform. Erst als ich eine anhob, bemerkte ich, dass sie lediglich nichts mehr wog. In den sechs Stunden muss der komplette Inhalt verdampft sein. Viel heiße Luft um nichts. Nur der Duft begleitete mich noch drei Tage lang in der Wohnung.

Angst macht mir die Tatsache, dass mir so etwas passieren konnte. Wahrscheinlich ist es das Alter. Immerhin sind es nur noch ein paar Wochen bis zu meinem 30. Geburtstag. Oder ist es der Job? Oder die Trennung? Man könnte fast Angst vor sich selber bekommen… uaaah! Ein Graus.

Die gedörrten Auberginen. Eine ist interessehalber von mir seziert worden.

Die gedörrten Auberginen. Eine ist interessehalber von mir seziert worden.

Uncanny eggplant !

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Eine Antwort

  1. Maya maynt:
    Liebe Chloe – wenn du müde bist – gehe ins Bett, begib dich direkt dort hin, gehe nicht über die Küche und schalte nicht den Ofen an!
    Klar?

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