Power for the Bauer!


Wie Maya bereits richtig erkannt hat, muss ich meine Abendgestaltung

mangels anderer nächtlicher Attraktionen

jedes Wochenende an den hiesigen Feschten ausrichten. So begab es sich, dass ich mich am 9. August gegen das Konschtanzer Seenachtsfest und für das 2. Goscha-Marie Mofa-Cup in Taldorf entschied. Ein Rennen mit Höchstgeschwindigkeiten im zweistelligen Bereich! Zum Glück war ich recht verschnupft und somit den Abgasen nicht all zu sehr ausgesetzt. Meine Ohren waren den Kommentaren des heimischen Moderators jedoch völlig ausgeliefert. So erfuhr ich über Lautsprecher: „Die Boxengasse ist bis 20 Uhr zu begucken!“ Die Kreativität der Kommentare zu dem 1,5 stündigen Rennen (bis 22 Uhr harrte ich auf der Tribüne aus) ließ zwar etwas zu wünschen übrig (die fuhren ja eh nur im Kreis und im Kreis und im Kreis), weghören konnte ich jedoch auch nicht. Jedes Mal, wenn eine der Mannschaften „Fascht Poolposition“ hatte, zuckte ich innerlich zusammen. Das war doch kein Wettschwimmen!

Vor Langeweile fing ich an, sämtliche der, teilweise sehr adipösen, Kinder um mich herum zu beobachten. Ein kleiner Junge vor mir setzte zu einer Solo-Armfurzsession an. Handfläche unter Armhöhle und schon erklangen vom Cover Band Mitglied in spe passende Laute zu der urigen Veranstaltung. Maya hätte bestimmt die Lyrics zu diesem Blues in der Hinterhand gehabt. Schade, dass Du nicht dabei warst! Immerhin reisten zu dem Rennen sogar „Die NATURBURSCHEN“ aus Berlin-Wedding (Fahrgerät Hercules, Typ Quickly) an.  Sie belegten Platz 36 von 41. Dank zweier österreichischer Mannschaften kam in Taldorf gar richtig internationaler Flair auf! Für die erst zweite Veranstaltung dieser Art ist das doch ein legendäre Auftakt.

Mit einem der Kinder kam ich später auch ins Gespräch. Ein graziles 3-jähriges blondes Mädchen schaute so gespannt auf die Rennbahn, dass ich irgendwann fragte, ob ihr Papa denn mitfahre. „MAMA !“ konterte die Kleine entrüstet. So wurde der Ausflug ins Hinterland zu einer Belehrung in puncto Gender Studies. Die Mama der Kleinen hatten zudem mit Abstand das schönste Outfit. Sie fuhr als Jockey ihr Mofa zugrunde.

Mofa-Mama

Der Siegermannschaft „Power for the Bauer“ aus Friedrichshafen (Fahrgerät Zündapp, Typ ZD 20) gönnte ich den ersten Platz von ganzen Herzen. Der Revoluzzer in mir war ob des politischen Teamnamens völlig begeistert. Jede der 90 Laps symbolisierte für mich den unerbitterlichen Kampf gegen die niedrigen Milchpreise. Dass die von den hiesigen Lokalwirtschaftsbossen gesponserten Teams „Mazda Dämpfle“ (86 Laps) sowie „Küchenstudio Hämmerle“ (70 Laps) nicht gegen die geballte Kraft der Landwirte ankamen, erfreute meine sozialistisch geprägte Seele. Trotz zuckenden Tanzbeins zog ich die anschließende Fete im Partyzelt einer ordentlichen Portion Schlaf vor. Mein Wecker sollte mich am nächsten Morgen um 7.30 Uhr aus den süßesten Träumen reißen, um mich wieder in die Berge zu begeben.

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