Gründe, die gegen Bier sprechen!


Neulich, während eines Anrufs von ihrem Besuch auf einem Filmfestival, gab Chloe mir den Auftrag doch einmal zu Papier zu bringen, weshalb ich ihr durch wiederholte Hasstiraden gegen Regisseure, gespeist mit Anekdoten aus meinem Praktikum bei einem Filmfestival, vom näheren Verkehr mit dieser Zunft abrate. Wahrscheinlich waren einige gutaussehende Exemplare vor Ort und sie wunderte sich sehr über meine Abneigung.

Draft-Vorschlag war: 10 Gründe, die gegen Regisseure sprechen!

Nun – eventuell werde ich das irgendwann noch tun, aber eigentlich habe ich gar nichts gegen Regisseure, mit einem Vertreter dieses Berufsstandes bin ich sogar befreundet, ich schimpfe halt nur gern auf exaltierte Künschtler und dachte, nach dem Über-Ex sollte Chloe mal auf ein weniger störrisches Pferdchen setzen…

Andererseits habe ich erst kürzlich gelobt, mich keinesfalls mehr einzumischen (um weiteres Chaos zu vermeiden) und außerdem gibt es aktuell brennendere Themen, gegen die man sein kann…

Gerade hat mir ein – ansonsten sehr netter – Jemand folgendes Video zukommen lassen. Mit dem Betreff

Bier doch reine Männersache?!

und dem Vermerk

Hi,
was nen Glück für Guinness, dass es eh vorzugsweise von Männern
konsumiert worden ist… 😉
Viel Spaß beim Lachen & Fluchen,
Cheers

Wow – mein postfeministischer Stolz ist mehr als nur leicht verletzt. Trotz Vorwarnung durch den Absender- ich habe versucht es vielleicht doch lustig zu finden – NEIN – das hat nicht geklappt. Ich finds dreist und nicht auf eine gute Art!

Dabei bin ich doch sonst so hart gesotten und vergöttere Formate, die andere am liebsten an Amnesty International melden würden (siehe Zerstreuungs-Link-Abteilung). Diese Form von Schenkelklopfer Humor aus der männlichen Chauvi-Ecke erreicht mein Komikzentrum einfach nicht und ich bin froh darüber.

Wie gut, dass ich mir vom „Zauberkraut Hopfen“ niemals die Sinne vernebeln ließ (Hopfen-Kügele und -Brand zählen nicht, offenbar werden bei deren Herstellung die verdummenden Stoffe vorher vernichtet). So werde ich nicht gemein mit Menschen oder ähnlichen Wesen, die durch derlei Werbung angesprochen werden und werden sollen.

Ein bisschen freue ich mich dann aber doch, dass ich damit mal wieder einen Stoff gefunden habe, der perfekt zu all unseren Spreesee-Lieblingsthemen passt:

  • Bier bzw. Hopfen – Chloe, jetzt aber mal im Ernst, man kann DAS nicht trinken: „I would never share one with you“ vorher nicht und nach Kenntnis dieser Werbung noch viel weniger
  • Pornografie – nun gut, Kafka oder jeder andere Biertrinker auf der Welt können sich meinetwegen sowohl die Hopfenbrühe als auch die heißen Filmchen und Bildchen reinziehen, nur ich möchte das nicht sehen müssen!!! Und auf gar keinen Fall möchte ich, dass der Körper einer Geschlechtsgenossin auf den Gehalt, die Funktion und die Verfügbarkeit einer Bierflasche reduziert wird – nicht vor meinen Augen!
  • kleine Größen – bei vorliegenden Material bezieht sich der Größendiskurs allerdings weniger auf Körper (wobei – wer weiß schon, welche physischen Mankos die Werbefilmmacher ausgleichen müssen???) als vielmehr auf Geschmack und Verstand…
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8 Antworten

  1. Wuah, die Frage, wer so einen Spot dreht, überspringe ich gleich mal und frage, wer so einen Link an eine Frau schickt?

    Aber schon wieder ein Thema, wo ich kleinlaut gestehen muss, denn ich trinke ab und zu Radler… so, wie ich Kaffee nur mit viel Milch und Zucker mag, schmeckt mir Bier nur mit Limonade bzw. süßem Sprudel, wie’s ja richtig heißt. Außer in verrauchten Diskos, denn da ist es eh egal. Aber die gibt’s ja nicht mehr. Letztens kam ich an einem Zeitungsstand vorbei, da stand: „Strafsteuer auf Radlermaß geplant“, und ich dachte zuerst wirklich kurz, das sei, weil echte Bayern so eine Weichmachung ihres Leib- und Magengetränks nicht ertragen können… haha… Ein Radler gilt hier irgendwie als Frauengetränk, Schankwirte haben wirklich immer so einen leicht verächtlichen Blick, wenn ich eins bestelle. Ich stehe aber dazu. Womit wir wieder beim Postfeminismus wären. Als ich nochmal ein paar Schritte zurückging und weiterlas, erfuhr ich aber, dass Radler vielmehr zur Einstiegsdroge für Jugendliche erklärt wurde: http://www.tz-online.de/de/aktuelles/bayern/artikel_46498.html
    Naja. Jugendliche werden ja gerne mit Frauen in einen Topf geworfen (siehe „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“). Gut. Genug geschwafelt, ich gehe jetzt auf „Senden“. 😉

  2. Wie gesagt, ohne die ganze Aktion jetzt verteidigen zu wollen (meine Meinung dazu ist ja klar), der Absender ist ansonsten wirklich nett, intelligent und meistens geradezu übertrieben politisch korrekt, seine Freundin übrigens auch- ein Geschmacksunfall oder eine absichtliche Provokation kommen als Erklärung in Frage.
    Ist das Radler nicht einfach, wie der Name schon sagt, ein Durstlöscher für Radfahrer?
    Und damit gar nichts für Weicheier- denn wenn ich mir nur vorstelle nach einer Radtour, mit der Zunge auf dem Boden, irgendwas mit Alkohol trinken zu müssen, torkle ich schon jetzt! Aber ich bin bei diesem Thema offensichtlich nicht die richtige Expertin. Allerdings wäre es ja echt nicht in Ordnung typische Frauengetränke stärker zu besteuern, da wir doch immer noch schlechter bezahlt werden als die Vollbiertrinker. Jeder und jede sollte doch ab und zu das gleiche Recht auf einen anständigen Rausch haben! Besser noch wären natürlich gerechtere Gehälter, wenn es mal so weit ist, ist mir das mit der Besteuerung auch egal.
    Zur Einstiegsdroge sag ich nur: Champagnertrüffel, Eierlikörkuchen und Schwarzwälderkirschtorte!
    (Da fällt mir gerade auf: diese alkoholischen Leckereien, die mit viel Süße meinen kindlichen Gaumen kitzelten waren allesamt aus weiblicher Produktion…)

  3. Das mit dem Bier scheint bei mir auch eher ein See-Fluch zu sein! In Leipzig rührte ich das Gebräu nicht ein einziges mal an. Wein war mein Bier! Hier greife ich hingegen wahrscheinlich bereits heute Abend wieder zu einem lässigen Seeradler… bevor ich nämlich schlechten Wein trinke, gewöhne ich mich doch lieber an den Biergeschmack. Das Reinheitsgebot hat was für sich… Ade vom See – Chloe !

  4. […] sie froh sein sollten, eine Frau zu sein. Noch krasser, dass sie dann auf uns landen. Muss wohl am Alkohol […]

  5. Nun ja, also ich habe die Werbung gesehen und fand sie keine Sekunde lang witzig. Bis ich eben Mayas Kommentar gelesen habe. Da konnte ich beim wiederholten Zusehen doch wenigstens mal Schmunzeln. Aber vielleicht liegt auch hier nicht nur ein kleiner Unterschied zwischen Männern und „Gedöns“ [Zitat von Gerhard S., unser verehrter ex-Kanzler] vor.
    Ich bin, um hier mal auf die Mixgetränke-Problematik zu kommen gegen alle gepanschten Getränke. Gute Cocktails mal ausgenommen. Aus diesem Grund nur hier noch der Hinweis zu meiner Lieblingsbierwerbung. Endlich mal eine Bierwerbung mit Humor und Geschmack. Leider nur kurz plakatiert.
    No Lemon
    No Cranberry
    No Bullshit
    Pilsner Urquell

    Skol

  6. Dankeschön – endlich mal Beistand von männlicher Seite – gerade bei diesem Thema freut mich das besonders. Die Urquell-Werbung ist wirklich von schlichter Eleganz. Schön und gut. Danach sind sie mit ihrer Kampagne wohl etwas ins Wanken und unter Beschuss geraten, daher wohl auch die kurze Plakatierung.

  7. […] schon fast vollständig in ihrer Hand. Darauf hätte man auch kommen können, wenn man mal an die Werbung zurückdenkt, mit der der Verkauf gefördert werden […]

  8. […] Es folgte Mayas konträre Maynung – Gründe die gegen Bier sprechen […]

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