Knut beats Kindler!


In welchem Land leben wir? In dem der Tod des knutschen Ziehvaters eine derart überdimensionierte Schlagzeile wert ist, während der Verlust unseres werten dahingeschiedenen Kindlers – der mayachloe’sche Literaturziehvater – klang- und sanglos an dieser Welt vorbeigeht!

Die wollen mir doch einen Bären aufbinden! Welche Kitsch-Epidemie wird wohl auf uns einbrechen, wenn unser Volksbär Knut mal stirbt? Chloe bastelt schon prophylaktisch an einem Chanson (Wink mit dem Zaunpfahl an Elton John!):

Deine Seele so rein
Dein Fell so weiß
Lass uns nicht allein
Auf dem Abstellgleis

Wo schleppen wir nun
unsere Kinder hin
Was sollen wir tun
ohne Dich im Sinn?

Kein Kuscheltier
ersetzt Dein Herz
wir weinen hier –
gekrümmt vor Schmerz!

Knut. Knut. Knut.
So weiß und rein.
Mut. Mut. Mut.
Trauer muss sein.

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10 Antworten

  1. Ich bin ebenfalls schockiert – in vielerlei Hinsicht – besonders wundere ich mich darüber, dass du dich auf Bild.de herumtreibst. Erst macht Alice Schwarzer Werbung dafür und dann bildest du dir deine Meinung auch noch so…wie soll ich denn das finden?
    Ich konnte übrigens heute Nacht gar nicht gut schlafen, denn die traurige Nachricht über den ungeklärten Tod des Tierpflegers hatte sich mir bereits gegen Mitternacht im Berliner Fenster der U-Bahn entgegengeworfen (eine ebenfalls nicht sehr nennenswerte Quelle, zugegeben). Da ich gerade aus dem Kino (Gomorrha) zurückkam, vermutete ich sofort einen mafiösen Anschlag. Hatte Dörflein etwa „zur anderen Seite“ gewechselt und wollte sich von nun an um die Pinguine kümmern?
    Unmöglich – ein so gutes Herz, wie die Bildzeitung es melodramatisch nennt, ist ja gar nicht zu so niederen Dingen wie Verrat fähig!

    Nun also führt Dörfleins Tod zu einem Knut-Revival – nochmal die Bilder des süßen kleinen Bärchens von damals. Knut hatte ja eigentlich seine große Zeit als Medienstar schon längst hinter sich, schließlich ist er nicht mehr klein, süß und kuschlig, sondern groß, bedrohlich und sein einst so weißes Fell erstrahlt in fiesem Gelb.

    Deshalb fürchtete ich zunächst, dass Chloes Auftritt mit dem Trauerchanson nicht ganz so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde – vielleicht liege ich aber auch völlig falsch, denn wenn sich bis zu Knuts Ableben immer wieder Gründe finden seine Baby-Fotos rauszukramen, dann bleibt er im kollektiven Herzen des Volkes natürlich für immer unser Knuddelbaby. Vor dem Tod – beachtet oder nicht – wünschen wir dem Berliner Eisbären aber doch wohl ein langes und erfülltes Leben und hoffen, dass er über den Verlust seines Pflegers hinwegkommt. Gibt es eigentlich Eisbärpsychologen und was ist wohl die angemessene Prozac-Dosis für einen jungen Eisbären? Aber schluss jetzt mit diesen vom Regenwetter beinflussten trüben Gedanken. Knuts Leben muss weitergehen: Schließlich hätte ich da noch die Vision einer Traumhochzeit zwischen Knut und Flocke – dem fränkischen Eisbärmädchen. Vielleicht fällt Chloe ja ein Hochzeitsmarsch ein und die Bilder gibt es dann exklusiv in der Bunten oder Vanity Fair…nur schade, dass der designierte Trauzeuge nun nur noch vom Tierpflegerhimmel aus zuschauen kann.

  2. Maya, Maya!

    Wer ernsthaft alle Harry Potter Bände kennt, sollte lieber in Sachen Bild.de schweigen!
    Jedenfalls war der Bäcker daran Schuld. Dort liegt das Schundblatt immer aus (U-Bahn? Was ist das? Mir wirft auf der Landstraße zumindest kein Mensch eine Zeitung an mein Autofenster.).
    Aber auch wenn ich unseren Blog sehr ins Herz gefasst habe, ich gebe keinen Cent für die Bildzeitung aus (oder beauftrage gar einen Praktikanten mit dem Einscannen eines Artikels! Hm, meinen Azubi könnte ich das aber schon mal machen lassen… haha!).
    Zum Zitieren greife ich daher gerne auf die Online-Ausgabe zurück.

    Danke für Deine Gomorrha inspirierte Pinguine-Theorie. Die versüßte mir gerade enorm die Mittagspause. Wie war denn der Film?

    Heute Abend könnte ich, wäre ich nicht zum Essen eingeladen, zwei Sachen auf einmal verbinden: Berge UND Film. Auf Arte laufen die Huber-Brüder „Am Limit“. Davor versüßt der „Almsommer“ das Vorabendprogramm. Ganz heiß bin ich schon auf den morgigen Film „Der Bauer und das liebe Vieh“. Aber auch da bin ich ja schon zum Essen eingeladen… Dieses Landleben kann mit seinen sozialen Verpflichtungen wirklich sehr anstrengend sein.
    Die Seekönigin dankt ab – Chloe.

    Flocke und Knut?
    Jetzt ist aber mal gut!
    Auf so einen Pein
    fällt mir kein Reim ein.

  3. Moooment! Harry Potter musste ich kennenlernen, weil man als Literaturwissenschaftlerin nicht am zweitmeistgelesenen Buch der Welt vorbeikommt – das habe ich schon ausführlich mitgeteilt – schließlich ignoriere ich auch die Bibel nicht!

    Der Film war beeindruckend und sehr bedrückend und ich würde ihn dir empfehlen, schon alleine um dich vor der ruralen Überdosis zu beschützen – im Leben und auf dem Schirm – HALLO – Almsommer? Bergsteigerfilme? Bauer und Vieh? Das hast du doch alles um dich herum schon!!!
    Da schau doch lieber mal Don Pasquale beim Nachmachen von Haute-Couture-Mode zu – das war übrigens die beste Episode des Films.

    Und bitte verschone mich mit Pseudo-Beschwerden über Dinnereinladungen – hier werden wir nicht nur bei der U-Bahnfahrt ständig mit Neuigkeiten überschüttet, sondern stehen auch diesem absurden Überangebot unterschiedlicher Restaurants gegenüber und fühlen uns ständig genötigt irgendwelche kulinarischen Neuigkeiten auszuprobieren, anstatt gemütlich am heimischen Tisch das Sauerkraut zu schöpfen.
    Gestern zum Beispiel ergab der Konsens zwischen meiner Vision von einer zünftigen Boulette und dem Wunsch nach Maultaschen bei meiner Begleitung einen Besuch beim Afrikaner – Fufu und Dja Dja und scharfe Soße – es war sehr lecker aber so was richtig schön Hausgemachtes hätte auch mal seinen Reiz und würde die permanente Spannung – „was ist da auf meinem Teller und was macht das wohl mit mir?“ lösen.
    (Noch eine Parallele zum Film – das tapfere Schneiderlein Pasquale ist ganz angetan von den Kochkünsten der chinesischen Textil-Raubkopierer-Konkurrenz und fragt seine Frau: „Wusstest du, dass Chinesen kochen können?“)

    Außerdem halte ich es im Sinne der allgemeinen Sicherheit eh besser, dass du dich zum Essen einladen lässt – denke an das Auberginen-Desaster!

  4. Darf ich Dich noch kurz daran erinnern, dass Du auch Geschichte und Politik studierst? Konsequenterweise dürftest Du als nicht an der meistgelesenen Zeitung Deutschlands vorbeikommen!
    Ob meiner Kinoüberdosis wollte ich zwar auf die Mafia verzichten, bin nun aber doch neugierig geworden. Mal schauen, wann sich ein Zeitfenster für diesen Film findet.

    Sauerkraut? Dass ich nicht lache! Stellst Du Dir meine Dinner hier derart vor? Du weißt doch, dass sich die Arbeiterklasse stets auf der Sinnsuche bzw. Volkshochschulkursen befindet. Morgen wird Indisch serviert. Eine Art Akklimatisierung für meinen Magen… Nun gut, zumindest die Kürbissaison haben wir bereits Ur-Deutsch ansuppen lassen.

    Afrikanisch? Dass ich nicht doppelt lache! Wir hatten sogar neulich einen echten Maximal Pigmentierten hier unten bei uns am See, der vorzüglich die Rezepte seiner Ahnen nachgekocht.

    Rurale Überdosis? Das gibt mir nun zu denken! Wahrscheinlich arbeitet mein Über-Ich an einer Art Immunisierung… Ausflüge zur hiesigen Apfelernte nehme ich schon gar nicht mehr als Erregung meiner Landaversion war. Gut, dass ich nächste Woche bei Dir wieder Großstadtluft schnuppern darf. Ich arbeite nebenher schon am Mixtape.

  5. (kleinlaut:)
    ja ja hast ja recht – BILD gehört auch zum kanon.
    irgendwie war auch klar, dass ihr da unten nicht nur heimisches esst, aber die vorstellung war halt so schön…

    (wieder normal laut:)
    Bevor du dann in Berlin kein Kino mehr sehen kannst, spar dir lieber die Mafia, damit wir uns hier dann das etwas andere organisierte Verbrechen reinziehen können!

    Was bin ich gespannt auf dein Mixtape – im Moment halte ich mich mit dem DEMOkratieTAPE über Wasser, das ich vor dem Kino zum Trost hinterhergeworfen bekam, da wir wegen einer Feier des SPD-Parteiorgans „vorwärts“ nicht den gewohnten Weg ins Filmtheater nehmen konnten. Allerdings gehe ich davon aus, dass deine Zusammenstellung weniger vorhersehbar (das ist kein Qualitätsmerkmal – CD ist ganz ok) wird als die der üblichen Verdächtigen auf „Starke Stimmen gegen rechts“. Der Rest der Give-away Tüte war übrigens recht überflüssig, einzig Streichhölzer und ein AWO gebrandetes Kondom haben den Weg zu mir nach Hause gefunden.

    Und da wir bei Musik gegen rechts sind und auf Track 4 Xavier Naidoo gerade in „Traurige Lieder“ was von Nigger, Neger und Bimbo säuselt:

    „Maximal Pigmentiert“
    – was bitte ist das für ein abscheuliches Neusprech?

    Political Correctness muss doch nicht bis zur ästhetischen Sprachvergewaltigung gehen. Ich glaube nicht, dass sich das in irgendeiner Form durchsetzen wird. Wenn ja – dann habe ich einen Plan mich dem zu entziehen.
    Wie du weißt, arbeite ich schon seit längerer Zeit daran mir einen Migrationshintergrund anzutrainieren. Ich werde noch härter trainieren und mir einen afrikanischen anschaffen, dann kann ich selber entscheiden, wie ich genannt werden will!
    Hahaha

  6. Ästhetische Sprachvergewaltigung? Da habe ich neulich fürwahr Maximal Schlimmeres vernommen: Dein AWO gebrandetes Kondom wäre hier als „Lümmeltüte“ untergekommen… uaaah!

    Aber was Du als Ex-Raucherin sowie Charlys Freundin so leichtfertig wegwirfst, sehen andere hier im virtuellen Raum sicherlich nicht als „recht überflüssig“ an. Hauptsache es ist nicht abgelaufen… haha!

    Den braunen Google-Blindgängern, die nun dank Deines Kommentars ausversehen auf unserem Blog-Eintrag landen, biete ich jetzt schon den passenden Spiegel-Artikel an: Links gegen Rechts.

    Ich bin dann mal weg.

    Ade vom See – Chloe.

  7. …das hast du falsch verstanden: Streichhölzer und „Lümmeltüte“ (ich lach mich schlapp – das sagt doch niemand ernsthaft!!! nicht mal echte Lümmel) sind nebst CD in Mayas Besitz übergegangen – man weiß ja nie – der Rest, den ich nicht näher aufzählte, wurde entsorgt. Ich glaube nicht, dass Nazis bei uns landen, glaubst du die Idioten sitzen vorm Computer und googlen „Bimbo“? Dafür landen aber verstärkt Menschen, die eine „Bewertung der Firma Dämpfle“ erwarten bei uns. Das ist natürlich deine Schuld, wie man schon am -le erkennen kann. Was es mit dieser Firma auf sich hat, außer dass sie Moped-Events sponsern kannst du mir ja morgen erklären…
    Guten Appetit!

  8. Du weißt doch, dass ich mich mit der hiesigen Lokalpolitik (ich erinnere bloß an den fast verpassten Bürgerentscheid!) kaum auskenne. Diese Dämpfles (Diminutiv ist Programm!) sind mir aber schon irgendwie mehrmals aufgefallen. Ich glaube, deren kommerzieller Regierungssitz befindet sich in Meckenbeuren, von wo aus sie Autohäuser & Fahrradhäuser verwalten. Neben Moped-Events sehe ich manchmal komische Radfahrer in engen rot-orangenen Vaude-Dämpfle-Mathis-Trikots am See entlang hetzen. Die Dämpfles scheinen also einen sehr großen Einfluss in Oberschwaben zu haben. Mehr weiß ich auch nicht. Reicht diese Erklärung? Ansonsten hoffe ich, dass sich ein Fremdkommentator dieser Sache annimmt. Klappt ja inzwischen ganz gut mit unseren externen Extra-Würschten!

  9. […] Herbst ist da. Kälte, anhaltender Regen und Chloes Erwähnungen von Apfel- und Hopfenernte sowie Kürbis in der letzten Zeit waren überdeutlich. Weil mich der Berliner Himmel heute mit goldenen […]

  10. […] Erinnerung, in der Folge von “Knut beats Kindler” kam es zur folgenden Diskussion : Chloe: Afrikanisch? Dass ich nicht doppelt lache! Wir […]

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