Die Rückkehr des Suizid-Nebels


Wie unsere treuen Leser bereits am Wetter-Pixie erkennen können, schwimme ich heute zum ersten Mal im dichtesten Nebel. Der See wie er leibt und lebt! Die Saison der Depressionen hat somit offiziell begonnen… Wird also Zeit, dass Chloe sich gen Berlin bewegt. Maya, nur noch dreimal schlafen und ich kehre bei Dir ein! Inklusive Hopfenkügele natürlich. Melde Dich einfach, falls ich Dir noch makellose Früchte mitbringen soll. Die Äpfel leuchten reif. Geerntet werden die Erdbeeren schon zum zweiten Mal.

Wie gesagt, in meiner Erinnerung war der Film „Die Fischerin vom Bodensee“ auch immer farbig. Zum Glück hattest Du gestern wieder die Muse, Dich beim Zappen ob dieser Tatsache bestätigen zu lassen. Auf die männlichen Gehirnressourcen scheint keinerlei Verlass zu sein! Oder mein lokaler Herr antizipierte bereits den Nebel und dichtete sich den Film in schwarz-weiß.

Jetzt, da der Nebel uns kurzsichtig macht, wohne ich nämlich keinesfalls dort, wo alle Urlaub machen. Die fröhlichen Blaskapellen im Biergarten haben uns inklusive Touristen verlassen. An den Molen werden die ersten Boote herausgefischt. Der Hopfen ist schon längst geerntet. Die größten Feschtle vorbei.

Eigentlich die perfekte Grundstimmung zum Morden. Jedoch missfiel mir gestern, eingekuschelt auf meiner grünen Liegewiese, der Münchner Tatort sehr! Wird wohl Zeit, dass ich mein DVD-Abo wieder voll in Anspruch nehme.

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10 Antworten

  1. Wie – der Tatort gefiel dir nicht? War doch sehr passend. Verfall allenthalben. Die CSU büßt ihre Alleinherrschaft ein, gleichzeitig geht in Bayern der Sittenverfall los, die g’standnen Mannsbilder wenden sich einander zu, statt noch mehr christlich-soziale Kinder zu zeugen, die Frauen verschließen die Augen davor und der eingewanderte Jugoslaw‘ schwächelt „am Schießstand“. (Intertextueller Hinweis für Literaten: auch Hugo von Hofmannstahl bediente sich dieser offensichtlichen Metapher – Rohrkrepierer/mangelnde Potenz einmal sehr schön in der „Reitergeschichte“)
    Die Generation der Söhne versucht das Ganze zu retten, die Familie beisammen zu halten, scheitert aber kläglich – genau wie die Generation der Erben des seligen F. J. Strauß es für die CSU versemmelt haben.
    Am Ende kommt dabei mehr Offenheit für alle raus, im Tatort öffnet die Familie ihre Augen vor der Lebenslüge, in Bayern öffnet man sich vielleicht bald mal den Tatsachen einer pluralistischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Wer Ulmens/Knuts Besuch in der bayerischen Provinz gesehen hat, weiß, dass es nötig ist.

    Nachdem ich das jetzt so gedeutet habe, frage ich mich ernsthaft, ob die Tatort-Schreiber Hellseher sind…

  2. Maya, das ist genial! Du solltest jede Woche den Tatort rezensieren.

    Dass die Tatort-Schreiber Hellseher sind, kann mehrfach belegt werden! Wurde nicht einst ein Tatort aus Pietätsgründen verschoben, da nur ein paar Tage zuvor ein ähnlicher Mord passiert war?

    Naja, ich schieb’s mal lieber auf die Macht der Interpreten…

  3. Maya, der alte Strauß ist nicht nur selig, er wurde nach dem „Tatort“, bei „Anne Will“, doch sogar ehrfürchtig von einem seiner ehemaligen Schergen „der Lateiner Strauß“ genannt, der den gestrigen Tag als „dies ater“ bezeichnet hätte. Humanist und Feingeist, der er war. Da haben sich mir die Nackenhaare hochgestellt. Ob das wohl so auch im Bayernkurier steht? Ich lese ihn nicht, obwohl er nur ein paar hundert Meter von mir entfernt produziert wird. Aber ich gehöre ja auch nicht zu den 43 Prozent.

  4. Warum diese Web site haben nicht andere Sprachunterstützung?

  5. […] prüfender Blick gen Übersee war jedoch ob des Nebels betrübt. Die Schweizer Berge sind in letzter Zeit sehr scheu und kleiden sich in einem weibischen […]

  6. Sehr schöne und informative Seite

    Weiter so.. 🙂

    LG

    Campori

  7. Den mit der Sprachunterstützung habt Ihr freigeschaltet? Ich hab das auch bekommen und als Spam markiert… hihi… ach so, ich hab mal wieder nen neuen Usernamen. Ist ja schon fast normal 😉

  8. Hi Amelies Mum!
    Ich fand den Satz so schön dadaistisch. Ich wünsche mir gerne einen Unterstützer für meine Sprache. Vielleicht werde ich dann auch zum Sprachschönling. Ob fehlender Technik bleibt mein Schreibsstil aber weiterhin kryptisch.
    Ade
    Chloe

  9. […] unter drei Decken ihren obligatorischen Tatort. Nun jedoch mit neuer Mission! Bereits Ende September forderte ich Maya zur wöchentlichen Rezension auf. Bei unserem letzten Gipfeltreffen am Freitag in […]

  10. […] – erste Parallelen entdeckten wir zwischen Bayerischer Politik, Bayerischer Kommissaren-Potenz und dem allgemeinen gesellschaftlichen Verfall bereits im September. […]

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