À rebours


Ja, ja, ich schlage so langsam die Gegenrichtung ein. Z. B. gegen Weihnachten und ab nach Indien.

Gestern Abend ging mir aber noch etwas ganz anderes gegen den Strich! Als ich um kurz vor Acht das Bürogebäude verließ, zwang mich mein Auto es gegen die Norm zu besteigen… Fahrer- sowie Beifahrertür waren derart eingefroren, dass ich in meiner Verzweiflung nur noch einen Lichtblick sah: Den Kofferraum! Mit Rock und Stiefeln zäumte ich den Polo also von hinten auf. Zum Glück war es dunkel und keiner sah mich. Als ich mich endlich bis zum Lenkrad gerobbt hatte, lief es mir wieder eiskalt den Rücken herunter! Die Scheiben waren von innen eingefroren. Ich kratzte also doppelt und kam eine Stunde zu spät zum Treffen mit einem Freund, der mich auf die Indienreise gebracht und mir noch ein paar Tipps geben wollte.

Immerhin konnte ich meine Reiseroute verfeinern. Meine Reiseapotheke sprach ich ebenfalls durch. Ich dachte, an alles gedacht zu haben. Und plötzlich dieser Schock:

a-rebours

Ein Fäkalkollektor ! Das Gerät dockt man von hinten bei Stuhlinkontinenz an den After an. Sollte ich also an Durchfall leiden – was zu 99 % der Fälle ob des ungewohnten indischen Essens zu erwarten ist – und in einer mehrstündigen Busfahrt ohne Toilette an Bord ein dringendes Bedürfnis spüren, tja dann, tja dann, dann läuft es zumindest nicht die Hose, sondern den Schlauch hinab. Irgendwie fand ich das nicht lustig. Den Arsch konnte ich mir trotz der ironischen Sprüche meiner Freunde nicht mehr wirklich angstfrei „ablachen“. Wir sind nun so verblieben, dass ich den Not-Fäkalkollektor meines Beraters mitgenommen habe. Meistens ist es ja so, dass man solche Sachen, wenn man sie zur Sicherheit dabei hat, doch nicht braucht (die Regenjacken-Logik). Aber wenn man in der beschissenen Situation ist und sich dringend den Fäkalkollektor an den After wünscht und ihn dann nicht eingepackt hat… tja dann, dann verflucht man sich selbst.

Und nun die letzten Worte meines Gönners:

Chloe, Du musst mir nach Deiner Reise aber unbedingt berichten, ob Du den Fäkalkollektor einsetzen musstest. Bzw. machen wir das so: Er ist ja nur geliehen. Wenn Du ihn mir nach Deiner Indienreise nicht zurückbringst, dann brauchst Du auch kein Wort darüber zu verlieren. So weiß ich ja, was Du getan hast!

Ich hoffe, dass mir die Leihgabe Glück bringt und ich nie in die Verlegenheit gerate, das Monstrum verwenden zu müssen. Meine Recherchen ergaben, dass es aber auch Alternativen zum Schlauch gibt: Analtampons! Ich schlag jetzt schon mal zur Sicherheit den englischen Begriff nach, falls ich in einer indischen Apotheke derartiges kaufen sollte… uaaah!

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3 Antworten

  1. IIIIIIIIIiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhhhhhhhhhhhhh! Das ist echt widerlich! Wie wäre es, einfach nicht auf Busfahrt zu gehen, wenn die Stuhlinkontinenz droht?
    Und wie ich der allwissenden Wikipedia entnehme ist das ganz nun wirklich nicht für Reisen geeignet, sondern fürs Altersheim und da gehörst du ja noch nicht hin (vielleicht sieht das nach der Reise anders aus).
    Ich frage mich, was wohl die sittlichen Inder sagen, wenn du dir im Bus mal eben den Fäkalkollektor anklebst? Da erfinden die wahrscheinlich schnell noch einen neuen Hindugott, der für die Gedärme der ausländischen Touristen zuständig ist. Buddhisten werden sich wohl in möglichst tiefe Meditation versenken.
    Na ja, allerdings kann man bei der derzeitigen Nachrichtenlage ja nur hoffen, dass Durchfall das schlimmste ist, das dich ereilt.

  2. […] Rucksack ist gepackt, der Fäkalkollektor, die Einwegspritzen und hoffentlich auch das Riechsalz sowie die Digitalkamera sind […]

  3. […] Geschichte um mein Auto findet trotz der Rettungsaktion kein wirkliches Ende. Neben dem Einstieg von Hinten in dieser Woche, bereitete mir letzte Woche die Wettervorhersage ernsthafte Sorgen. In Erwartung an […]

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