Sachsen! Setzen! Sechs!


Tatort aus Leipzig: „Mauerblümchen“, 8.3.2009, 20.15 Uhr
Choleric Chloe verteilt zum ersten Mal ne: 6

Sonntag, 14.30 Uhr. Maya fragt leise per SMS nach:

Hey du Auto-Henkerin! Tatort – du oder ich? Grüße Maya.

Erst nachdem Chloe am Telefon zusagt, gibt Maya um ihren Dienst erleichtert zu, dass es sich um einen Tatort aus Leipzig handelt. Gut, Cherry Picking gibt es im Blog nicht! Da muss Chloe nun durch.

Sonntag, 20.57 Uhr. Chloe wird wehleidig:

Schmerzen!!! Sachsen tut weh… Wie soll ich das noch mehr als eine halbe Stunde ertragen?

Sonntag, 21.10 Uhr. Maya trifft den Nagel auf den Kopf:

Sorry- hab nur mit einem Auge hingeguckt. Geht’s jetzt um Prostitution UND Organhandel? Und diese dauerbetroffene Kommissarin… Denk an den Blog!

Chloe flugs:

Und das mit dem Hund ist ne ganz miese Nummer!!!

Um 21.45 Uhr war ich also völlig erleichtert, abschalten zu dürfen. Der Tatort hat mich nicht eine einzige Minute gepackt. Jetzt wüte ich nur noch schnell mit ein paar Sätzen herum. Ich sah die neuen Kommissare zum ersten Mal im Einsatz und war entsetzt! Kommen die aus dem offenen Kanal? Haben die unter Umständen einen echten Job und schauspielern nebenher lediglich für ihr Pin up-Make up- (Eva Saalfeld) sowie Slim-Cut-Hemden-Budget (Andreas Keppler). Saalfeld sah selber aus wie eine Prostituierte. Die Kostümbildnerin hat ferner alles betont, was es nicht zu betonen galt! Saalfeld mutierte zur gepressten Wurst in zu engen Jacken und nicht schmeichelnden Westen (Maya, das waren Oberarme! Da sind Deine Rosenranken dagegen!!!). Zumindest saß Saalfelds Frisur stets fantastisch (auch nach ihrer angestrengten Verfolgungsjagd). Keppler ergänzt mit Schnauzer und Ausstrahlung eines Zuhälters die „Cheapness“ seiner Kollegin. Kein Wunder also, dass er sich bei den Ermittlungen unter all den schönen Table Dancerinnen ganz heimisch fühlt. Der Fall fällt vor lauter Beteiligten völlig verworren aus: eine tote Prostituierte mit fehlender Niere und kleiner Schwester; ein Filmstudiumabbrecher und sein vermeintlicher Saubermannonkel – beide in der Hotelbranche umtriebig; ein toter Politiker mit Frau und Sekretärin; ein Hund in der Mülltonne.

Ach, es lohnt nicht, mehr Worte zu verlieren. Wer gar schlecht spricht, der wird auch schlecht besprochen. Jede Soap-Opera hat gepfefferte Wortwechsel zu bieten als die beiden Sachsen! Saalfeld gräbt aus einem Acker ein Kleid heraus und Keppler antwortet anerkennend: „Adlerauge“! Verkauft mir so nen schlechten Dialog bitte nicht es als Neo-Neue Sachlichkeit. Und wenn nicht geredet wurde, dann störte auch noch die unsägliche Musik im Hintergrund! Bei jedem Treppenaufgang, heimlicher Zimmerinspektion oder dem eben dauerbetroffenen Gesicht der Kommissarin wurde brav und spannend in die Klaviertasten gehauen. Dabei ist nichts und rein gar nichts passiert! Sonst hätte ich mir doch zum Schluss zumindest gemerkt, wer der Mörder war und warum. Ich glaube, es war der Chef von Frau Merkel (ein Schenkelklopfer!), also der Hotelier. Eigentlich habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass der liebende Familienvater sich als homosexuell outet. Das hätte noch gefehlt.

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4 Antworten

  1. Meine Güte – machmal ist es echt kein Spaß den Tatort zu rezensieren. Da ich aber das Sachsen-Duo schon einmal hatte, wollte ich diesen Kelch einfach an mir vorüber ziehen lassen – bei mir war damals immerhin der Fall besser…
    Der einzige Grund, warum ich doch noch ein Auge auf dem Machwerk hatte, war Kai Schumann (der neue Gerichtsmediziner). Der sieht nicht nur fantastisch aus, sondern war in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts mein persönlicher Star am Stuttgarter Schauspiel. Ich habe ihn wahrscheinlich in allem gesehen, was er dort gespielt hat – von den irischen Ein-Mann-Sauf-Stücken im Club Hi bis zum Raskolnikow in Verbrechen und Strafe und war immer begeistert. Chloe – kannst du dich an Smarthouse erinnern?
    Ein Jammer, dass so ein zauberhafter Theaterschauspieler jetzt bei so einem Dreck mitmacht. Ich habe mal kurz recherchiert und festgestellt, dass Schumann ne veritable Karriere als Herzensbrecher im Privatfernsehen hinlegt, als Arzt in Arztserien und Liebhaber in romantischen Komödien. Schade um einen so begabten Schauspieler! Denn natürlich gönne ich allen Frauen diesen Anblick, aber im Theater war Schumann mehr als nur eine hübsche Hülle, hoffentlich brauchte er nur ein bisschen Geld und geht bald verstärkt zurück auf die Bretter.
    Ach – und den Tatort-Leuten rufen wir – ganz in Erinnerung an den guten René Pollesch – unsere liebste Smarthouse-Schmähung zu: (Achtung Chloe 1 – 2 – 3)
    IHR VERDAMMTEN FICKSÄUE!!!!

  2. Hm. Schon wieder Geschmacks-Außenseiterin. Hatte ich irgendwie befürchtet, ich weiß ja schon länger, dass ich die einzige bin auf der ganzen Welt, die mit dem Leipziger Kommissaren-Duo überhaupt etwas anfangen kann. Ich glaube, der wird nur für mich gedreht… dabei schau ich’s ja nicht mal immer 😉 Trau ich mich überhaupt, das zu schreiben? Ich fand den ok…. ich mag die beiden, finde, die würden immer noch wunderbar als Paar zusammenpassen, lediglich die „ihr Männer“/“ihr Frauen“-Dialoge sind platt, ansonsten fand ich’s spannend, atmosphärisch passend, thematisch interessant usw. Aber da höre ich jetzt lieber auf, und bin einfach froh, dass ich diesen Tatort nicht für Euch rezensiert habe… 😉

  3. Kein Problem liebe Single Mom – auf Spreesee gibts Meinungsfreiheit. Sogar für andere und sogar wenn weder See noch Spree zustimmen wollen.

  4. […] im Fundus; Sopranisse, Fielitz, die Spreeseerinnen und der Dünenwanderer waren ebenso wenig begeistert, Stralau sah einige positive […]

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