Bodensee West-Coast Rockers


Nachtrag zum Konzerterlebnis am 6. März 2009

Konzerte am Bodensee sind in meiner Erinnerung stark von Cover Bands geprägt. Kein Wunder also, dass Friedrichshafen in voller Aufruhr ist, wenn sich ein echter Weltstar wie Pink ans Schwabenmeer begibt. Die musikalische Alternativveranstaltung „Esha Ness“ im Atrium fernab von Security Guards und Schwarzmarktkarten konnte jedoch mit der frechen Sängerin aus Amerika mehr als mithalten.

Esha was? Wer bei Ness an ein schottisches Seeungeheuer denkt, liegt hier nicht ganz falsch. Der Name der 2005 gegründeten Band stammt wie die Vorfahren des sympatischen Sängers Kevin Paterson von der Steilküste auf den Shetland Inseln. Bei den musikalischen Einflüssen bedienen sich die vier Jungs sowie die mit allen Instrumenten gewappnete Janina Walter (Akkordeon, Geige, Trommel, Keyboard etc.) jedoch nicht nur keltischer Einflüsse. Wer Vulkangestein im Blut hat, der rockt und reißt in den buntesten Tönen mit. Die spanischen Stücke und sanften Balladen passen zwar nicht ganz ins Konzept und zu Kevins Stärken, sind aber ob ihrer Authentizität (im Urlaub mit dem Lexikon geschrieben) noch zu verzeihen. Vom Talent der Unbekannten war das gesamte Publikum überzeugt. Janina, die sich hauptberuflich der Musiktherapie widmet, könnte ruhig auch zur Trompete greifen, um die teils skurrilen Tarantino-Elemente zu unterstreichen. Wenn die Band zu einem einheitlichen Stil findet sollte, steht einer großen Karriere sicherlich nichts im Wege. Zeit haben sie ja dafür auf ihrer zweiwöchigen Tour, für die alle fünf Urlaub nehmen mussten. Und obwohl sie am nächsten Tag um 6 Uhr gen Jena fuhren, ging das hautnahe Konzerterlebnis sagenhafte drei Stunden lang und endete mit einer spontanen Jam Session auf dem Boden für das begeisterte Publikum. Beim Gänsehaut-Stück „Neverland“ musste einfach melancholisch mitgesummt werden.

Es bleibt zu hoffen, dass die Band selbst niemals an den Titel ihrer ersten CD, den „Point of no return“, kommt. Denn für uns augehungerte Musikfans darf die umwerfende Mannschaft, deren aller Wurzeln am westlichen Bodensee liegen, ruhig öfters in ihrer Heimat rocken. Wer hätte das gedacht: Das Gute liegt doch so nah!

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2 Antworten

  1. Vielen Dank für die Konzertkritik 🙂

    Wir kommen bestimmt nochmal nach Friedrichshafen.

    Alle Termine gibts wie immer hier:

    http://www.eshaness.org

    Lieben Gruss – Markus

  2. […] Gegenteil, meistens stürze ich mich völlig unvorbereitet in den Abend und lass mich von Bands wie Esha Ness positiv überraschen. Aber oft sind auch Lesungen oder Theaterstücke dabei, bei denen ich selbst […]

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