Prominent ignoriert: 23.4.09 ein doppelter Motto-Tag!


Bereits im Februar habe ich mich über die Flut an Motto-Tagen beschwert. „Alles Quatsch“, war und ist meine Maynung dazu. Der heutige Tag ist sogar doppelt belegt, und lustiger Weise mit zwei Themen, die wenig miteinander gemein, aber beide viel mit SpreeSee zu tun haben.

Am frühen Morgen unterrichteten mich die (zu so nachtschlafender Zeit stets unnatürlich gut gelaunten) Morgenmagazin-Moderatoren bereits davon, dass heute der Tag des Bieres sei. „IIIIhhgitt – na toll“, dachte ich mir, „wieder so ein Motto-Tag, der nur den Umsatz einer bestimmten Branche ankurbeln soll und zu diesem Zweck frei erfunden wurde.“  Stimmt aber nicht ganz, tatsächlich ist der 23.4.1516 nämlich der Tag, an dem das deutsche Reinheitsgebot proklamiert wurde. Es gibt also immerhin ein historisches Datum und das ist ja durchaus ein kulturelles Großereignis. Und deshalb gibt es heute landauf landab noch einen Grund mehr, ein Bierchen zu zischen. Ein wenig enttäuscht war ich dann doch, Chloes Wohnort nicht in der Liste der entsprechenden Veranstaltungen auf der Bierbrauer-Seite zu finden, schließlich wohnt sie in einem Hopfenanbaugebiet erster Güte. Diese räumliche Nähe hat sie sogar inzwischen zur Teilzeit-Biertrinkerin gemacht, während ich nichts als Verachtung für das Hopfengesöff übrig habe. Anlässlich des Jubeltages – gerade fällt mir auf dass das 500. Jubiläum gar nicht mehr weit entfernt liegt, was da wohl auf uns zukommt? – erinnere ich an unsere Lieblingseinträge rund um Hopfen und Malz:

Die Dialektik des Bieres auf SpreeSee

Alles begann mit Chloes Bekenntnis zum Bier –  Auf dem Hopfenpfad

Es folgte Mayas konträre Maynung – Gründe die gegen Bier sprechen

Die schöne Synthese ergab sich in der gemeinsamen Leidenschaft für ein weiteres Hopfenprodukt und den Produzenten – Seppi goes Webbschopp

Ganz Volksgetränk teilt sich das Bier seinen Ehrentag aber noch mit der Hälfte der heranwachsenden Bevölkerung. Heute ist nämlich auch noch Girls‘ Day. Und Girls waren wir ja auch mal. Außerdem durfte ich zur Berichterstattung über diese Sache heute ein paar Mädels aus einer achten Hauptschulklasse bei ihrem Besuch in einer Werkstatt begleiten. Die „Girls“ sollen an ihrem Tag nämlich ermutigt werden auch über Berufe in so genannten Männerdomänen nachzudenken. Bei mir hat das ja nur bedingt geklappt und auch heute überkam mich nicht das Verlangen, die Tastatur gegen den Blaumann zu tauschen. Ganz allgemein war ich mir nicht sicher ob es richtig sei, Mädchen zu signalisieren, sie bräuchten eine Extra-Einladung für die Technik-orientierte Berufswelt, ist doch eine überholte Denkweise, dachte ich. Da habe ich mich aber geirrt, als Mädchen eine Ausbildungsplatz zur Elektronikerin zu bekommen, sei gar nicht so einfach gewesen, erzählte nämlich dann eine S-Bahn-„Azubine“.

Scheint also, als hätten nicht nur die Schülerinnen, sondern auch die Arbeitgeber einen Girls‘ Day wirklich nötig, sonst bleiben die Girls noch ihr Leben lang auf „those helpless little eyes“ angewiesen und den Firmen entgeht unter Umständen einiges, das mit dem Augenaufschlag ist schließlich nur eine Technik aus dem Portfolio der weiblichen Fähigkeiten…

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