Alkohol ist ein Lösungsmittel !


Manchmal bekommt Chloe ihren Seecholler. Dann jammert sie Maya das Ohr voll. Vor allem, wenn sie gerade mal wieder auf einer „Hausparty“ mit selbsternannten DJs und fehlendem Gästedurchlauferhitzer war. Als Single hat man es am See nun mal nicht leicht… all diese Ingenieure! Maya versteht mich immer nicht. Da sie aber nicht einen einzigen Ingenieur kennt – diese Gattung Mensch breitet sich vornehmlich in Industriestädten und nicht in Berlin aus – ist das auch kein Wunder.

Neulich saß ich mit Finger Food in der Hand auf der Couch eines Geburtstagskindes und beobachte die Hintern der Männer vor mir. Jeder, aber auch wirklich jeder !, hatte eine Levis 501 an. Und von den karierten Hemden brauche ich erst gar nicht anzufangen… diese schreckliche Uniform! Wird man so, weil man dieses Studium hinter sich hat oder ist man so, und studiert dann Maschinenbau etc.?

Aber nicht nur in Einliegerwohnungen und an der Kinotheke werde ich mit dem Ing.-Style konfrontiert. Vor einer Woche wollte ich ganz gemütlich zum ersten Mal im „schicken“ K42 Restaurant  einen Absacker nach einer Vernissage trinken. Ich war die einzige Frau im ganzen Laden! Selbstverständlich hatte ich meine Chloe-Großstadtgewänder an. Nach nur zwanzig Minuten hielt ich es ob der vielen Blicke nicht mehr aus und verließ die Bar. Mir wurde eines klar: die sind nicht anders! ICH bin nicht normal. Aber hier hört nun definitiv mein Assimilationswille auf! Ich kauf mir definitiv keine Hemden mit Diamanten-Muster drauf! Anbei ein visueller Ausschnitt der Kleinkariertenhemden-Kolonie:

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Der Migrationshintergrund ist oft der einzige Trost, der uns hier noch bleibt. Meine Freundin Viola peppt die Partys gerne mit dem selbstgebrannten Kirschschnaps ihrer Oma auf. Aufgrund von Sparmaßnahmen (tja, die Finanzkrise geht an keinem vorbei!) gießt Violas Oma das Hochprozentige in trashigen West-Pfandflaschen ab. Damit sich keiner ausversehen ins Koma säuft, müssen wir daher das Flüssige mit „Nix Cola“ labeln.

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Und das bringt uns alle wieder zum Lachen und macht das Leben schön. Von wegen Alkohol ist keine Lösung! Alkohol ist sehr wohl in vielen Dingen ein „Lösungsmittel“. Sogar in meinem Nagellack.

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3 Antworten

  1. Was soll das denn heißen „Maya versteht mich immer nicht“? So ein Quatsch – ich verstehe dein Entsetzen und ich habe die Auslöser deiner Trunksucht klar vor Augen, nur gebe ich eins zu bedenken:
    dein Ansatzpunkt ist falsch.
    Es liegt nicht an der Kleidung, es liegt an den Männern, die taugen einfach nichts.

    Denn merke:

    1. Einen schönen Mann entstellt kaum etwas

    2. schon gar nicht ein veritabler Klassiker wie die 501, die geht immer, Skinny-Jeans kann nicht jeder tragen, Baggy auch nicht, die 501 hingegen macht aus jedem Mann nen Mann, weißes oder schwarzes T-Shirt dazu, gescheite Schuhe und du kannst ihn überall vorzeigen, wo kein Smoking benötigt wird

    3. Karohemd ist nicht gleich Karohemd, das kann man ja auch mit sehr viel Stil und Finesse tragen, oder aus Überzeugung. Zu Grunge-Zeiten trug man es um die Hüften und auch heute zählt es jawohl zur Grundausstattung eines jeden Indie-Rock-Typen – ob Ingenieur oder nicht – und daran ist überhaupt nichts auszusetzen.
    Ich spare mir jetzt die 100 Links zu Styleclicker, Glamcanyon und Co. um dir haufenweise hübsche Jungs in Karohemden zu zeigen und sage dir nur: gewöhne dich dran, das hört nicht auf!
    Das GQ-Magazin hat das Karohemd auch für diesen Sommer wieder zum Trend ausgerufen und noch dazu eine weitere (m.E. viel fragwürdigere) Herrenoberbekleidung, das Jeanshemd nämlich.

    ABER das ist alles völlig egal, solange der richtige Mann drinsteckt, an dem liegt es nämlich, nicht am Hemd oder an der Hose.
    Und genau das sollte dir beim Lesen deines eigenen Artikels auffallen, denn der Kirschschnaps knallt ja unter Umständen auch, wenn er aus der Cola-Flasche kommt! Zur besseren Beurteilung empfiehlt sich in beiden Fällen (Mann und Schnaps) die Begutachtung ohne Verpackung…

  2. Bezeichnender als die Karohemden finde ich die Handytasche, die ich da an einer Seite erspechte… oder irre ich mich?

  3. […] Ich habe viele bunte Schuhe, eine karierte eckige 80er Sonnenbrille und sogar ne Leggings (aber nicht bunt), ich trinke tatsächlich dauernd irgendwo Kaffee und arbeite nur das Nötigste. Jungs in Röhrenjeans finde ich tendenziell nur gut, wenn sie sehr schwindsüchtige Größen haben – so bis Weite 28 – aber dann doch insgesamt besser als die Bootcut-Jungs mit den karierten Hemden (die gibts übrigens auch hier, aber hier sind sie nicht in der Überzahl), von denen Chloe immer so – äääh- schwärmt. […]

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