Oh what a gay night!


Moskau, Moskau – Russland ist ein schönes Land und Wien, Wien lieben Maya und Chloe eh – wegen des Schmähs, der Reparaturseidl und überhaupt!

Warum ich das sage? Weil heute der schwule Mann beziehungsweise die Trash-Queen in mir völlig hin- und hergerissen ist, in welche der beiden Städte er/sie virtuell reisen soll. Schließlich finden die beide Großereignisse der TV-Saison, die diesen Maya-Persönlichkeitsanteil überhaupt entstehen ließen, heute statt:

Wenn es glitzert, glänzt, funkelt und quietscht und vor lauter Windmaschinen, Glitterregen, sülzigen Streichern und eingeölten Tänzern kein Halten mehr gibt – dann ist wieder Grand Prix …äääh Verzeihung: Eurovision Song Contest angesagt.

Für mich der queere TV-Pflichttermin des Jahres, wenn Tatort der Sonntagsbraten ist, ist Eurovision die Weihnachtsgans des Fernsehprogramms, nichts und niemand konnte mich jemals stoppen mir dieses Event reinzuziehen, seit ich denken kann. Es ist einfach zu abgefahren.

Ein Abend voller Trash-Überschuss und Fremdscham, bei dem mir stets ganz aristotelisch zumute wird: hier wird das Höchste erniedrigt und das Niedrigste erhöht, phobos und eleos (Schrecken und Jammer) jagen mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken – nur ob mir und dem größten Teil der Zuschauergemeinde dabei tatsächlich eine Reinigung von den Affekten gelingt, halte ich für fragwürdig. Ich denke es ergibt sich vor allem eine Menge Lästerstoff für die nächsten Wochen.

Keine Frage also, ich freue mich auf diese absurden Lieder und die noch absurderen Sänger, die übertroffen werden von völlig abwegigen kitschigen überladenen Bühnenoutfits und -performances – ein Wahnsinn!

Und nach den Auftritten folgt das allerbeste und unglaublichste – eine langwierige und häufig unfreiwillig komische Punktevergabe aus allen teilnehmenden Ländern, bei denen alle Nationen von ihren Nachbarn Punkte zugeschustert bekommen, nur Deutschland nicht!

Wobei man natürlich gespannt sein darf, was dieses Jahr passiert. Fest steht, dass es nach der „Blamage von Belgrad“  im letzten Jahr nicht tiefer gehen kann. Zur Erinnerung, die No Angels holten den allerletzten Platz:

Musikalisch ist vom deutschen Beitrag auch diesmal nicht viel zu halten.

Ich mayne: Hiheiho? Haben die sie noch alle????

Aber weil das mit der Musik beim Contest schon lange nicht mehr im Vordergrund steht und die Jungs das wohl auch selber wissen, haben sie sich die zauberhafte Dita von Teese ins Champagnerglas geholt – und darauf freue ich mich jetzt schon. Sie wird wahrscheinlich die Eurovisions-Einschaltquoten im Bereich der männlichen heterosexuellen Bevölkerung in bisher ungeahnte Höhen (mindestens Champions-League-Niveau) treiben.

Und was kommt nach der Weihnachtsgans? Die Silvesterparty.

Leider ist diese in diesem Jahr terminlich viel zu nahe an den Grandprix-Schnickschnack gerutscht, wenn ich noch ganz trash-satt und glitzer-trunken auf dem Bett liegen werde um das fette Vieh zu verdauen, kommt schon der Life-Ball mit seinem völlig überladenen Party-Buffet an und überrollt mich. Der findet nämlich ausgerechnet auch heute statt!

Nicht ganz so traditionsreich im Hause von der Spree, doch ebenfalls ein Must-See – nicht nur weil wir ja selber immer wieder feststellen, dass HIV und Aids Themen sind, die ständig den Kampf um vordere Aufmerksamkeitsplätze verlieren, sondern weil diese Feier des Lebens in ihrer ganzen schrill-glamourösen Aufmachung einfach enormen Spaß macht. Modisch und musikalisch gesehen dürfte es ohnehin die vielversprechendere Veranstaltung sein. Auch wenn zu erwarten ist, dass die nach dem Motto „Let Love Flow“ verkleideten Gäste sowie die unvermeidlichen salbungsvoll-betroffenen Reden ähnlich drüber sind wie der Schlager-Wettkampf, werden immerhin Dirk Bach moderieren und Kate Perry auftreten.

Abgesehen davon muss man nach dem Nicht-Boykott der schwulenfeindlichen Russen-Eurovision sowieso einiges fürs Karma tun und da fange ich am besten gleich mit der Unterstützung des weltoffenen und wohltätigen Events an. Ich werde also Partyhopping betreiben.

Oh je Chloe,

drück mir die Daumen,

dass ich die Überdosis durchsteh…


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Eine Antwort

  1. […] Veröffentlicht in 18. Mai 2009 von mayavonderspree UFF – Das wars gewesen, die Glitzer-Überdosis aus Eurovison Song Contest und Life Ball ist absorbiert und durch erhöhten Sprachfluss bei der sonntagmorgendlichen Berichterstattung von […]

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