Die iranische Twitter-Facebook-Revolution


Heute ist der 17. Juni, ein Tag an dem vor langer langer Zeit einmal ein Aufstand gegen ein Unrechtsregime in Deutschland aufgeflammt und kurz danach niedergeschlagen wurde und ein Tag an dem heute im Iran die Demonstrationen gegen eine unverschämte Wahlfälschung andauern.

Dass sie andauert und dass wir davon Bildmaterial haben, verdanken wir mutigen Menschen und dem Web 2.0, vielleicht erhalten wir mit dem Geschehnissen sogar die erste richtige POLITISCHE digitale Revolution. Wow. Zugegebenermaßen hätte ich das nicht gedacht.

Der Kommunikationsjunky Chloe  stand schon immer allen Neuerungen affirmativ gegenüber, sie war es, die mir vor gefühlten tausend Jahren meinen erstem E-Mail-Account einrichtete und sie ist es, die mir heute in den Ohren liegt, noch ein Profil in einem vierten Sozialen Netzwerk einzurichten. Während sie begeistert die virtuellen Welten umarmt und bei IPhone-Entzug kaum schlafen kann, murre ich dann und wann über die Nutzlosigkeit all dieser neuen Portale und Kommunikationsdienste. Ich hadere, ob uns das alles wirklich so viel bringt, wie die Dame vom See behauptet, ist es nicht viel mehr eine riesige Zeitvernichtungsmaschine? Schließlich ist beinahe der halbe Tag rum, bis alle Accounts abgefragt, jeder Status aktualisiert, jedes Foto der virtuellen Freunde kommentiert ist. Online-Staking, Cyper-Mobbing und digital verursachte Realitätsverluste gab es früher nicht.

Mal ganz ehrlich, überhaupt nichts Gutes ist uns doch aus der Mitgliedschaft in all diesen Foren und Netzwerken entstanden!

stellte ich neulich noch das ganze Web 2.0 in Frage. Chloe argumentierte zwar dagegen, konnte mich jedoch nicht wirklich überzeugen.

Aber das Geschehen im Iran, die Möglichkeit bei Zensur der offiziellen und herkömmlichen Medien über Facebook, Youtube, twitter dennoch eine Öffentlichkeit zu schaffen, die auch von autoritären Regimen schwer bis unmöglich zu kontrollieren und zu bändigen ist, das überzeugt mich nicht nur, es begeistert mich. Die Iraner sollen gefälligst twittern und Videos hochladen dass es kracht!

Hey – hätten sich die aufständischen Arbeiter von 1953 online organisieren können, hätten sie dadurch besser voneinander gewusst und anderen Signale geben können, vielleicht hätte auch ihr Aufbegehren angedauert, vielleicht wäre alles anders gekommen…vielleicht kann twitter die Geschichte und die Welt ja doch in ganz ungeahnter Form verändern!

Chloe ist gerade Schwarzschreiberin und mischt sich in Mayas Blogeintrag ein. Sie wollte nur für all diejenigen, die nicht einmal wissen wie das aussieht einen aktuellen Screenshot aus Twitter einfügen. Ist es zu fassen wie innerhalb von Minuten die Meldungen förmlich sprudeln?? TOLL !

tehran

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3 Antworten

  1. Danke für die Ergänzung, liebe Schwarzschreiberin, war mir klar, dass du das genauso siehst!

  2. […] : "http%3A%2F%2Fspreesee.com%2F2009%2F08%2F19%2Fchloes-sendungsbewusstsein%2F" } Maya kennt mein Naturell: Der Kommunikationsjunkie Chloe stand schon immer allen Neuerungen affirmativ gegenüber, sie war […]

  3. […] "permalink" : "http%3A%2F%2Fspreesee.com%2F2010%2F06%2F17%2Faufstand%2F" } Spätestens seit letztem Jahr feiern wir den 17. Juni bei SpreeSee als Tag der Revolution – und zwar […]

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