Retrocool in Mitte und lässig-leger in Moabit


Maya maynt sie wohnt total gerne in Mitte und das seit Jahren.

Ich habe viele bunte Schuhe, eine karierte eckige 80er Sonnenbrille und sogar ne Leggings (aber nicht bunt), ich trinke tatsächlich dauernd irgendwo Kaffee und arbeite nur das Nötigste. Jungs in Röhrenjeans finde ich tendenziell nur gut, wenn sie sehr schwindsüchtige Größen haben – so bis Weite 28 – aber dann doch insgesamt besser als die Bootcut-Jungs mit den karierten Hemden (die gibts übrigens auch hier, aber hier sind sie nicht in der Überzahl), von denen Chloe immer so – äääh- schwärmt.

Und nun muss Maya feststellen: bin ertappt. Autsch! Ich bin retrocool in Mitte. Ich habe einen belächelnswerten Lifestyle. Alles was an Anfechtungen dazu gehört und alle Plätze, die unserayner so abklappert, haben die Herrschaften von The Durags in Yeah Yeah (das ist nicht nur der Refrain, sondern steht übrigens im Picknick riesengroß an der Wand) zusammengefasst:

Bestimmt gehört es zum Dasein als digitale Bohèmienne auch dazu, dass ich natürlich auch das Bashing der eigenen Person ganz selbstironisch toll finde. Hach – was kann ich nur machen – ich sitze in der Falle!

Zum Glück ist Charly gerade zu Besuch und hat mich mit seinem Shoppingwahn wieder mit dem eigenen retrocoolen Dasein versöhnt. Mussten wir doch dem sterbenden Kaufhaus-Hertie bei der Insolvenz helfen. ALLES MUSS RAUS. Schnäppchenjagd lässt grüßen. Natürlich gibts so ein Alte-Tanten-Kaufhaus nicht im retrocoolen Bezirk. Also hieß es auf nach Moabit.

Dort weht ein deutlich anderer Wind, besonders um den von den Durags besungenen Hodensack. Nix mit Röhre, hier schaukelt alles noch in luftiger Freiheit. Nicht dass ich persönlich das bemerkt hätte, weil ich dauernd irgendwelchen Männern in den Schritt gucke, nein nein.  Die Kassiererin fragte das besagte Anschauungsobjekt mit einer beträchtlichen textilen Jagdbeute vor uns in der Schlange:

Passt auch alles? Umtausch ist bei diesen Sachen nämlich ausgeschlossen.

worauf mir Charly zuraunte:

Na – diese Frage erübrigt sich bei DEM ja wohl!

Und dann erst entdeckte ich diesen Anblick:

Lässig legere Hose in Moabit

Lässig legere Hose in Moabit

Tja – diese Hose ist offensichtlich von der Marke „trägt sich niemals noch ein“. Na – nichts für Ungut, lieber Moabiter, aber bei solchen Ansichten, da gehe ich doch lieber wieder heim zu den retrosexuellen Jungs. Natürlich nicht ohne meinen teilzeit-retrocoolen Charly, der beim sterbenden Hertie das retrocoolste aller Accessoires erstanden hat: eine digitale Casio-Uhr. Bisschen retro gibts halt überall, sogar in Moabit.

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3 Antworten

  1. Hm, meine super metrostylische Sarouel-Hose sieht von hinten auch nicht wirklich besser aus… Wo hört super leger aus und wo fängt Trend an?

    The Durags sind zumindest zweifellos ein Knüller. In dem Punkt schlägt Berlin Wien um 1:0 in Selbstironie.

  2. […] hin – Friedrichshain her, WG mit 30 und der SpreeSee Beat, Bass und Stil ist zwar nicht mehr Retrocool in Mitte, aber immer noch Very […]

  3. Lattemacchiatomuttis, Schwäbischschwätzer und Ostköppe aus „Mitte“ bleiben besser weg. Eure bescheuerten Ampelmännchen könnt ihr auch gleich wieder abbauen und mitnehmen. Moabit braucht euch nicht.

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