Wahlsonntag in der Hauptstadt (Part 1)


Den Tatort werde ich persönlich heute nicht vermissen, schließlich laufen hier in Berlin ganz andere Straßenfeger ab und damit mayne ich noch nicht mal nur den Ausgang der Wahl selbst.

Los ging es bereits am frühen Morgen mit der Meldung, dass in Charlottenburg ein paar falsche Stimmzettel ausgegeben wurden. Was für ein Mist! Ein Glück, dass mir das bei meinem Einsatz für die Europawahl nicht passiert ist, hätte sicher einen mittleren Nervenzusammenbruch herbeigeführt. Schuld sind daran aber natürlich die, die das Zeug zusammenpacken. Nun ja- die Erststimmen der Frühwähler sind jetzt verloren, das ist natürlich ärgerlich, aber viele waren es sicher nicht.

Dann begann jedoch mein persönlicher Sonntags-Krimi mit dem Titel:

„Detektivin Maya auf der Suche nach dem Wahllokal“.

Hier geht er gerade erst los...

Bisher startete ich normalerweise wahlsonntags um 17.30 Uhr in die Wöhlerstraße, wo direkt an einem Straßeneck, deutlich erkennbar mein Wahllokal lag. Der Vorstand dort war äußerst heiter und bei Volksumfragen am frühen Abend auch gerne einmal mit einem Gläschen Rotwein neben dem Wählerverzeichnis ausgestattet. Heute jedoch, das hatte ich der Benachrichtigung entnommen, musste ich woandershin und das Wetter ermunterte mich schon mittags loszugehen.

Gut so, denn der neue Ort des Geschehens – der Mehrzweckraum des Erika-Hess-Eisstadions – war gar nicht so einfach zu finden. Hilfe erhielt der Wählwillige allerdings durch ambitionierte Beschilderung.

...der lange Weg ins Wahllokal.

...der lange Weg ins Wahllokal.

Immerhin waren doch einige weitere Menschen unterwegs und so war ich schon ganz gut gelaunt und voller Hoffnung auf eine gute Wahlbeteiligung.

Allerdings offensichtlich zu früh, denn viele der Menschen auf dem Weg hatten offenbar eine Sportveranstaltung zum Ziel. Auf dem Parkplatz genossen Grüppchen in vollem Fan-Ornat ein Bierchen, während mayne Schnitzeljagd zum Wahllokal weiterging.

Durch ein verwirrendes Gitterlabyrinth, hinter einer bemitleidenswerten alten Dame her, die sich mit großem Einsatz eine steile Treppe herunterkämpfte ging es auf eine öde Betonfläche zu, die spätsommerlich ganz ohne Eis da lag. Auf dem Weg versicherten wir uns gegenseitig: „Hier muss es sein und weit kann es nicht mehr sein!“

Ob hinter dem Labyrinth die Urne liegt?

Ob hinter dem Labyrinth die Urne liegt?

Nein - erst noch ein weiteres Hindernis auf dem Weg zur Stimmabgabe.

Nein - erst noch ein weiteres Hindernis auf dem Weg zur Stimmabgabe.

Tatsächlich erreichten wir schließlich keuchend und schwitzend nach einer Linkskehre unser Ziel. Der Wahlvorstand hatte seinen Tisch im lichtdurchfluteten Raum vor der Theke des Schlittschuhverleihs aufgebaut, beim Kreuzchen Machen konnte ich aber leider keine Schlittschuhe  erstehen, denn der Shop war geschlossen.

Da ist es, das berühmte Wahllokal 100 in Mitte

Ein abschließender Blick auf das berühmte Wahllokal 100 in Mitte

Auch wenn deutlich angegeben war, dass es sich um ein nicht barrierefreies Wahllokal handelt und ich weiß, in anderen Ländern laufen Menschen meilenweit, um ihr Stimmrecht ausüben zu dürfen, ist dieses Wahllokal nun wirklich bescheuert ausgesucht!

Ein bisschen leichter könnte man es den Wählern – ob alt oder jung und zum Beispiel mit Kindern unterwegs – schon machen.

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Eine Antwort

  1. […] dem erfolgreichen Auffinden des Wahllokals und der Stimmabgabe machte ich noch einen kleinen Spaziergang zwischen Kanzleramt und […]

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