Wahlsonntag in der Hauptstadt (Part 2)


Public Viewing im Regierungsviertel

Public Viewing im Regierungsviertel

Nach dem erfolgreichen Auffinden des Wahllokals und der Stimmabgabe machte ich noch einen kleinen Spaziergang zwischen Kanzleramt und Reichstagsgebäude. Rund ums Zentrum der politischen Macht scharten sich haufenweise Journalisten und mit vielen anderen teilte ich ein bisschen das Gefühl hier vor den Toren der politischen Machtzentrale „näher dran zu sein“ am Geschehen. Statt in der Hand einer Partei oder des Volkes schien allerdings  besonders der Reichstag komplett durch die ARD besetzt zu sein, zumindest die riesigen Traversen und Banner ließen diesen Verdacht zu. Ein Public Viewing gab es sogar auch – allerdings genügte im Gegensatz zu Sportereignissen eine einzige Videoleinwand.

Große Begeisterung löste das Infocenter des ARD-Hauptstadtstudios mit einer Gratis-Kuchen-Aktion aus. Auch ich brachte es natürlich nicht über mein neugieriges Exilschwabenherz, an diesem Schild vorbeizugehen:

Hier gibt's was umsonscht!

Hier gibt's was umsonscht!

Dass gerade in Krisenzeiten jeder ein Stück vom noch übrigen Kuchen ab will, ist ja klar, dass die Parteien am Wahlabend ein möglichst großes Stück vom Kuchendiagramm möchten auch, aber sollte die ARD derart viele Gebührengelder auf der hohen Kante haben, dass sie tatsächlich einfach mal Freikuchen für alle ausruft?

Natürlich nicht! Vor den Kuchen hat das Hauptstadtstudio ein paar Quizfragen gestellt und die beziehen sich natürlich auf das eigene Programm – schön die eigenen Zuschauer belohnen, so ist’s fein.

Eine ganz hübsche Metapher war die Sache mit dem Kuchen natürlich schon. Vor allem weil der Trend der Zerstückelung des Kuchens in viele schmale Scheibchen, der am Abend das Wahlergebnis-Kuchendiagramm prägte, beim echten Schokokuchen hellseherisch vorweggenommen wurde.

Hier meine Koalition aus drei kleinen Kuchenparteien, die für Verhandlungen in meinem Bauch verschwanden:

Schon Marie-Antoinette wusste: Wer kein Brot hat, isst einfach Gratis-Kuchen.

Schon Marie-Antoinette wusste: Wer kein Brot hat, isst einfach Gratis-Kuchen.

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