Vermarktyourself !


Ich hatte Maya versprochen, dass ich unsere SpreeSee-Leser über die aktuellen Übersee-Trends auf dem Laufenden halte. Was geht also an Weihnachten auf der Insel?

Auf dem Weg zur Arbeit fahren wir jeden Tag an einer Kirche mit der riesigen Leuchtreklame „Jesus is the reason for the season“ vorbei. Manchmal packt es uns und wir würden am liebsten für „Jesus“ ein Dollarzeichen einsetzen. Der X-Mas-Kommerz um einen herum ist nämlich – trotz Palmen, Meer & Strand – unerträglich. An der Supermarktkasse werde ich von Frauen im Rentierhaarreif oder Christkugel-Halsketten abgefertigt. Gestern kauften wir das letzte Geschenk in einem Surferladen. Da ich absolut keinen Bock mehr hatte, nochmals zum Geschenkeeinpackservice mit meinem Bruder zu fahren, fragte ich leise nach:

Chloe: „Do you mind wrapping the gift?“

Surfladenbesitzer entsetzt: „Are you insane? This is a surf shop! Imagine us dudes wrapping a gift. It would look like shit!“

Immerhin der einzige Ort, an dem die Menschen noch normal ticken.

Und was tut sich in der virtuellen Welt? Täglich werden wir von den Kindern der Hawaiianischen Verwandt- und Bekanntschaft mit Elfyourself-Animationsvideos bombardiert. Ein geschickter Schachzug von Office Max. Mehr virales Marketing geht nicht! Ist das Video kreiert, kann man es super easy über Twitter, Email, Blog, Facebook an alle Freunde raushauen. Netzwerkprofile können direkt auf der Elfyourself-Seite eingeloggt werden. Wow! Fast publishing, posting, whatever!… Und schauen die Freunde das Video an, werden sie gleich zum Kauf von Weihnachtsgeschenken animiert…

Als Highlight habe ich Maya und Chloe auch das Tanzbein schwingen lassen. Natürlich als Diskoelfen. Einfach auf das Bild klicken, um zum Video zu gelangen:

SpreeSee Elfyourself

SpreeSee Elfyourself

Diese Werbeaktion ist ein Bilderbuchabbild des „Mitmachnetzes“. Der Konsument wird Teil der Werbung. Er kann dank des „großzügigen“ Konzerns – das sein Marketingbudget nicht für Celebrities, sondern Programmierer ausgibt – für sich was schaffen. Im Endeffekt hat sogar die Natur etwas davon…

Ich erinnere mich allzu gut daran, wie heiß wir in den Achtzigern auf „Sticker“ & „Poster“ waren. In jedem Laden fragten wir nach Aufklebern von Firmen, deren Brands wir dann stolz in unseren Kinderzimmern drapierten. Heute laden wir kostenlose Apps auf unsere „Walls“ und iPhones. Und wird eine Marke uncool bzw. deren App zu langweilig, packen wir die Software einfach in unseren virtuellen Mülleimer. Die Halbwertszeit der Marke im Zeitalter der Web2.0-Ära wird immer geringer. Der persönliche Nutzen für den Endverbraucher aber immer größer.

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4 Antworten

  1. Tannenbaum und Weihnachtsgeschenke!?! – Langsame glaube ich, dass du an deinem Migrationshintergrund arbeiten musst, liebe Chloe.
    Ist es übrigens ein Frevel gegen die Dienstleistungsidee, das Geschenk einfach selbst einzupacken, so wie Charly und ich das gestern in einer nächtlichen Gemeinschaftsaktion gemacht haben?
    Unser elfenhafter Tanz ist ein absoluter Knaller, fast so gut wie im echten Leben…
    Und du hast diesen unglaublichen Sirtaki-Move aus Saturday Nightfever drauf – echt großartig!

  2. 1. Glaub mir, meine Liebe, ich würde gerne auf diesen Weihnachtsstress verzichten ! Letztes Jahr flüchtete ich nach Goa. Dieses Jahr zu den Hippies nach Hawaii. Aber die Exilverwandtschaft ist völlig in den amerikanischen Kulturkreis assimiliert. Da ich immateriell (nur meine Nichte bekommt eine Luxusausgabe des „Kleinen Prinzen“) verschenke, eröffnete ich diese Woche die gute alte deutsche Weihnachtsbäckerei.
    Mit Erschrecken musste ich jedoch feststellen, dass mir nicht ein einziges Gutsle gelungen ist! Liegt es an den fehlenden Zutaten (ich musste Vanillezucker mit Vanilleextrakt, Haselnüsse mit Haselnussextrakt ersetzen – man könnte schon meinen ich kredenze Astronautennahrung in Kapselform), dem komischen Backpapier, der undefinierbaren Butter, dem Ofen?? Ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich meine Vanillekipferl nicht mit dem Lineal abgemessen – so fertig war ich ob der misslungenen Teige, dass ich das Desaster einfach nur abarbeiten wollte. Hm, vielleicht lag es auch an der Hitze, dass der Mürbeteig nicht mehr die richtige Konsistenz im Laufe des Herstellungsprozesses bekam… Aaaaah !

    2. Einpacken musste ich dafür trotzdem… mein Bruder hasst das und hat das Prozedere kurzerhand an seine Schwester outgesourct. Ich handelte nachhaltig und recycelte gebrauchtes Geschenkpapier vom letzten Jahr.

    3. Ja, ja, ich sehe schon, Du bist ganz dem Elfentanz verfallen. Ein lustiges Spielzeug, um all seine Freunde ungefragt zum Tanz aufzufordern. Man kann direkt auf die Facebook-Profilfotos zugreifen. Eigentlich ganz schön frech… Aber ein gigantischer Spaß zugleich !

  3. […] überstanden, der Krieg jedoch noch nicht gewonnen. Für die deutsche Weihnachtsbäckerei (siehe Kommentar) mussten noch Keksdosen besorgt werden. Die nicht gerade aufbauenden Worte meines Bruders flößten […]

  4. […] "permalink" : "http%3A%2F%2Fspreesee.com%2F2010%2F01%2F12%2Fschwedische-gez%2F" } Wie bei Elfyourself hat man bei dieser neuen Werbekampagne der Schwedischen „GEZ“ die Möglichkeit, sich […]

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