Live Blog aus Beverly Hills: Teil I


Chloe nimmt sich ja jedes Mal vor, live zu bloggen. Aber dann ist sie beim Anblick der klebrigen Tastaturen der Internet-Cafés dieser Welt derart angewidert, dass ihre Gedanken für immer im Unterbewusstsein verschlossen bleiben. Nun habe ich jedoch keinerlei Entschuldigung: MacGadgets reisen mit und die Unterkunft ist steril. Maya, anbei die Einblicke in Hooooolllyyywood.

Gestern kamen wir nach 4,5 h Flug eine Stunde früher als geplant in Los Angeles an. Lag wohl am Rückenwind. Neben uns saß ein amerikanischer Alberich, der jede kleine Szene laut kommentieren musste („Oh, this flight is not booked out!“). Als sie über ihren deutschen Großvater zu erzählen ansetzte, signalisierte ich mal wieder „Müdigkeit“. Mein Bruder und ich wunderten uns schon, warum man mit Ende Dreißig alleine nach Maui verreist. Wahrscheinlich, um mit einer Delfin-Therapie die letzte Scheidung zu verarbeiten. Njet! Auf die verbale Entfaltung einer Lebensgeschichte hatte ich echt keinen Bock. Vor allem nicht auf Trennungssinnkrisen. Also verkroch ich mich in meinen Kindle…

Bei Ankunft am Flughafen wurde meine Sitznachbarin persönlich von ihrem riesigen dunkelhäutigen Chauffeur abgeholt. Mist, dachte ich mir, vielleicht wäre eine Konversion doch interessant gewesen. So ein paar Drehbücher hätte ich doch in der Hinterhand gehabt! Das ist Hollywoooooood.

Und wo schläft man in Hollywood? Im Beverly Hilton! Ein schönes Plätzchen, hier könnte man sich ruhig länger einmieten. Beim Öffnen der Balkontür wurde ich mit der folgenden Aussicht überrascht:

Und zu der Videoinstallation über dem Pool lief als Soundtrack „Paper Planes“ von M.I.A. Ach, ein schöner Empfang! Tagsüber sieht das ganze wie folgt aus:

Im Zimmer erschlugen mich zwei Installationen:

Das ist doch keine Minibar! Das ist ein Späti bzw. süddeutsch: Tankstelle!! Im Bad wurde ich vom Fernseher überrascht:

Mein Bruder meinte hierzu nur: „Chloe! Das ist Hollywood. Hier geht es nur um Film und Fernsehen. Übrigens haben wir einen fetten HDTV im Schlafzimmer. Wir können Filme kaufen, die jetzt gerade im Kino laufen…“ Gute Nacht !!

Am nächsten Morgen ging es vor allem darum, die Anlage kennen zu lernen und meine ID-Card zu besorgen. Was für eine chaotische Truppe. Die Jungs, die die Fotos schossen sahen alle wie geschleckt aus und trugen trotz des ein oder anderen Fettpölsterchens ihre Röhrenjeans und Slim-Fit-Karohemden. Ach ja, und alle wieder sooo winzig! Hauptsache die Frisur sitzt. Und der Kopf steht immer auf Poserpose. Man könnte ja entdeckt werden. Hoooollyyywoood!

Später checkten wir die Räumlichkeiten ab für den Job, den wir am Sonntag Abend zu erledigen haben. Als wir durch den Hotelflur sausten, liefen wir an einem ausgeräumten Hotelzimmer nach dem anderen vorbei. Statt Betten und Minibar waren die Zimmer mit nervösen Menschen und leuchtenden Laptops besetzt. Nur in unserem Raum fehlten noch die Tische… der mexikanische Angestellte musste sofort antanzen und diesen Fauxpas beheben.

Die kleinen medialen Terrorzellen im Hotel glichen einem Sondereinsatzkommando. Auf dem Boden saßen bulimische Mädels, die stolz die Moderationskarten mit Text und Fotos zusammenklebten. Generell ist der Altersdurchschnitt der administrativen Crew jedoch extrem hoch. Muss wohl daran liegen, dass es die Veranstaltung schon seit knapp 70 Jahren gibt.

Und der rote Teppich? Der wurde heute angeliefert.

Die Jungs sind noch am Ausrollen.

Musste mich also zum Mittagessen mit rotenm Upper-Ketchup begnügen. Hat man schon mal so ne kleine Ketchupflasche gesehen? Süß.

Zum Abendessen ging es ins SUR. Selbst die Männer hatten wallende Schals um ihre Schlüsselbeine geschwungen. Mit von der Partie an unserem Tisch war Dominika Wolski. Auch diese Person ist sooo Hoooolyywoood. Immer auf der Suche nach der nächsten Rolle. Aber ganz erfrischend und auch ein Schreiberling. Morgen treffen wir uns wahrscheinlich zum Shoppen. Im SUR gab es lustigerweise den Trapiche Malbec. Aus Nostalgie an die Argentinienreise und den Besuch im Trapiche Weingut bei Mendoza orderte ich natürlich ein Gläschen. Dominika überraschte mich mit dem passenden Nachtisch: Eine Crepe mit Dulce de Leche Füllung. Welch Koinzidenz.

So viel vom heutigen Schein. Mehr demnächst. Aaaaah… wir haben gerade (der Film ist zu Ende) unsere Rechnung auf dem Bildschirm eingeblendet bekommen. Die gestrige 0,5 L Flasche Wasser aus der Minibar (trinkt niemals die Marke „Jana“ – schmeckt ekelhaft) kostet 11.52 Dollar! Fuck ! Da trink ich doch lieber aus dem Pool. Auf den Schock ziehen wir uns gleich noch einen Film rein: „The Invention of Lying“.

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