Noch nicht ganz schneeblind


Während Chloe sich trotz strahlendem Sonnenschein auf ihrer Insel hauptsächlich in der virtuellen Welt aufzuhalten scheint und all den Facebook-Jüngern immer neue Tipps zum Fraß vorwirft, habe ich mich hier mal wieder auf die Straße gewagt.

Kalt ist es – empfindlich kalt! Minusgrade im zweistelligen Bereich und das bereits seit Tagen. Da maynt selbst Maya, die überzeugte Mitteleuropäerin ist und den Wechsel der Jahreszeiten eigentlich liebt, jetzt reichts aber langsam. Urban rief neulich beim nächtlichen Warten auf die Tram die Treibhausgase herbei:

Wo ist der Klimawandel, wenn man ihn mal braucht?

Grundsätzlich sehe ich das natürlich anders – eigentlich erfasst mich jedesmal wenn die dicken Flocken vom Himmel rieseln eine kindliche Freude und ich finde die ganze Welt sieht einfach zauberhaft aus, wenn es frisch geschneit hat. Außerdem wirkt der Schnee für mich als passionierte Nachteule wie eine Extra-Straßenlampe, die alles ein wenig heller und schöner macht, sogar eine zugeparkte Straße:

Dennoch treten nach 3 Wochen tiefstem Winter längst schon Ermüdungserscheinungen auf. Die hässlichen Seiten fallen mehr und mehr ins Auge.

Direkt vor meiner Türe und überall sonst pinkeln Hunde ihre Initialen in den Schnee:

Außerdem scheint die BSR absolut nicht multitaskingfähig, entweder Müll abholen oder zumindest die wichtigsten Straßen räumen, auf den Gehwegen ist man ohnehin sich selbst überlassen und das ganz ohne Kehrwoche, die mein schwäbischer Besuch nach einem heftigen Sturz empört herbeisehnte. So weit würde ich nicht gehen wollen, diesen Terror herzuwünschen, aber wenn folgende Missstände bald behoben sind, werde auch ich mich wieder wohler fühlen…

Der brave Bürger hat keine Chance, seinen Müll ordungsgemäß loszuwerden, schön bunt ist er aber - der Müllraum und sieht nun wie eine Installation aus.

Knochenbrecher-Eisplatten, gut gehärtet und leidlich durchzogen mit schuhschädlichem Rollsplitt

Das alles führt zu einem Laissez-Faire in Sachen Style: nur noch warme Füße zählen und der Schutz der Sohlen aller anderen Bewohner meines Schuhregals.

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13 Antworten

  1. Liebe Maya,

    keine Angst, den strahlenden Sonnenschein weiß ich zu genießen und zu schätzen. Mein Abstieg in die virtuellen Welten erfolgt in nocturnen Schaffensphasen.

    Wenn ich jedoch so Deine Berliner Bildergeschichte sehe, wird mir ganz schlecht! Willst Du mich doch von der Heimkehr abhalten??? Ich laufe hier die ganze Zeit Barfuß herum und Du drohst mir mit Moon Boots.

    Boah, ich glaube, ich muss da mehr als zwei Flaschen Hendrick’s Gin nach Deutschland schmuggeln, um dieses Winterelend zu ertragen…

    Ade von Übersee

    Chloe

  2. Lalalaaaa, diese Vorhersage schockiert mich überhaupt nicht, nein nein nein…
    Je länger wir mit dem Eis leben, desto besser kommen wir damit zurecht und die Anschaffung der Boots hat sich ja sowas von gelohnt. Ich bleibe ganz fröhlich, fröhlich, fröhlich. Gibt es irgendwelche Bauernregeln, die mich dafür mit einer Aussicht auf einen hervorragenden Frühling und Sommer entschädigen?

  3. Mit diesen Schuhen waerst Du hier auch gut aufgehoben … meine sind schwarz, aber rot foerdert die Laune.

  4. Ich trage Wanderstiefel, modisch auch nicht grade auf der allersichersten Seite, aber dafür eben wettertechnisch schon.

    Denn: Hier im Süden sieht die Vorhersage ja fast gleich aus, nur noch etwas kälter.

  5. Und auf mindestens eine Bauernregel, die sich dafür aber sowas von zu bewahrheiten hat, zähle ich auch!

  6. Tja mit den Schuhen kann man in diesen Tagen nicht allzu wählerisch sein! Rot macht aber in der Tat gute Laune und angeblich wirken Rottöne ja auch wärmend, alleine schon durchs Angucken…
    Liebe Chloe, wie wäre es mit nem 6-Pack Gin? Die Vorhersagen sind nämlich nicht nur in den nächsten 14 Tagen frostig, der Tagesspiegel malt uns jetzt den Eisteufel bis in den Mai an die Wand. Da haben wir dann echt bald kanadische Zustände!!!
    Besonders rührend finde ich die Sorge und Entwarnung der Psychologen und Biopsychologen:

    Sollte der Winter tatsächlich bis Ende Februar dauern und der Himmel grau bleiben, könne es sein, dass sich die Sehnsucht nach sonnigem Frühlingswetter so steigere, dass einige Menschen richtig unleidlich würden. „Die meisten stecken aber auch einen solchen Winter problemlos weg“, sagte Peter Walschburger, Biopsychologe an der Freien Universität Berlin.

    Das sind ja Aussichten!

  7. es taut!!! plus ein°C, der wahnsinn!!! ich finde es jetzt wieder voll ok. bis minus 10 ist ok aber danach gehe ich ko 😀 jetzt wieder schnee dabei und der geburtstag kann kommen.
    außerdem wird bei uns der müll von der bsr abgeholt, nur alba scheint es nicht zu packen. von daher kann es bei uns sein, dass das gelbe im schnee ein sack ist und nicht vom hund 😉
    PS: ach ja, wo bleibt denn die tatort kritik? völlig ohne kraft ihr zwei? die sonne schon das hirn verbruzelt und die kälte es eingefroren?

    @ chloe: gin ist doch super für nen netten winterabend. da erwarte ich mindestens ein six-pack und nicht nur zwei flaschen 😉 außerdem möchte ich endlich mal geschmuggelten alkohol bekommen. der rum aus guatemala wurde beim letzt versuch von den spanischen sicherheitsbehörden in madrid entsorgt. eine 1L flasche besten guatemaltekischen rums 😦

    @ mayas comment: na die fu dozenten sind ja im moment wieder ganz vorne dabei. am samstag ein literaturwissenschaftler im radio gehört. er dozierte über vampire, gar nicht mal schlecht. da ich ihn aber leider kenne wurde mir umgehend schlecht, dabei lag ich noch im bett und hatte gar nix gegessen 😦

  8. Tja Jos – mir geht es genauso, 1 Grad plus fühlt sich für mich fast schon warm an, die Stiefel bleiben dennoch im Einsatz, weil ich ganze Meere an Tauwasser zu überqueren habe…
    Die Tatort-Disziplin hat wirklich erschreckend gelitten, ich werde nun in Kürze den kompletten Januar auf einmal Revue passieren lassen.
    Hihi, an die Rum-Affäre kann ich mich noch gut erinnern, leider hast du ja bei unserer legendären kubanischen Verkostung gefehlt….
    Diesem ganzen Vampir-Hype kann ich übrigens absolut nichts abgewinnen, habe kürzlich versucht mir die Vampire Diaries auf Pro 7 reinzuziehen -was für ein Quatsch! Für diese Teenie-Stories bin ich wohl einfach zu alt, da können auch Eckzähne und Blut nix dran ändern und alle spannenden Aspekte werden ja dank amerikanischer Prüderie nahezu völlig ausgeblendet!

  9. Aaaah… ich sehe nur noch Smilies ! Was ist los, Jos? Mein geschmuggelter Wein aus Argentinien ist schon versoffen. Mit den Amis lege ich mich besser nicht an… Aber so ein Six-Pack Gin hat schon was dekadentes! Auch mit Dreißig sind wir, frei nach dem Motto „Komasaufen“, im Herzen Teenager geblieben. Bei Vampiren hört es aber mal auf!

    Ich habe diesen Monat nur einen Tatort gesehen… ich geb es zu: Ich schlaf sonntags lieber aus. Und ich habe Maya bereits gesagt: Realität geht vor! Also lieber erleben, als kontinuierlich wiedergeben.

  10. Teeny-Sauferei? Ohhh nein, ich bin jung im Herzen aber nicht dumm im Kopf. Neenee, ich stehe meine berühmten epischen Kater immer bei fast vollständigem Bewusstsein durch!

  11. Nja, ich bin diejenige mit den Filmrissen. Dafür aber berühmt für Power-Kater. So kurz, dass ich abends schon wieder ins Theater kann…

  12. […] noch viel mehr als nur ein feines Smalltalk-Thema. Dass Berlin im Schnee und Eis versinkt, habe ich bereits Ende Januar verkündet. Nun ist angesichts der Missstände beim Berliner Winterdienst auch unserem lieben Kultur-Opi Claus […]

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