Baguette Bonaparte


Eigentlich verließ ich vor ca. einer Stunde das Haus nur, um mich durch ein unwirtliches Schneetreiben zur Apotheke zu kämpfen, weil mich ein heftiger Kopfschmerz plagte und die lindernden Mittel zur Neige gingen. Ein kurzer Stopp bei meinem liebsten lokalen Backwarendealer ließ den Druck allerdings schneller verschwinden als Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen es jemals könnten. Denn nicht nur das Nussnougat-Croissant war so köstlich wie immer, nein von der Hülle meines Baguettes blickte mir der gute alte Napoleon Bonaparte entgegen:

Zwei Kleine, die in der ganzen Welt groß rausgekommen sind - kongenial vereint!

Verpackungsdesignerin müsste man sein!

Mir schossen sofort verschiedene weitere Bilder durch den Kopf, die die sonst so langweiligen Gebäcktüten verzieren könnten. Ich gehöre zu diesen typischen hoffnungslos deutschen Brotautisten, die die germanische Backkunst für die überlegenste der Welt halten. Nach Reisen lobpreise ich bei der Rückkehr stets mit Tränen in den Augen die erste ordentliche Stulle. Nichts geht über ein Pfister Frankenlaib mit Butter drauf, oder ein genetztes Dinkelbrot! Charly und ich sind durch den erhöhten Verzehr sicher zu 20 Prozent an der Renaissance des fast vergessenen Getreides schuld.

Daher konzentrieren sich meine Vorschläge auch auf deutsche gebackene und menschliche Hegemonialkräfte:

Ich sehe Karl den Großen auf seinem Reiterstandbild mit einem Laib Roggenmischbrot unterm Arm, den er durch ganz Europa trägt.

Ich sehe den Alten Fritz als ersten Diener seines Staates einen Vesperlaib aufschneiden und Scheiben an die Untertanen verteilen.

Ich sehe Papst Benedikt zur heiligen Kommunion statt der weißen Hostien runde Pumpernickelscheiben ausgeben, so schwarz wie die Seele der alten Männer in Rom, die immer noch Homosexualität für unnatürlich und Verhütung für Teufelszeug halten…

Darauf eine Käsestulle!

Advertisements

Eine Antwort

  1. Oh ja! Ich freue mich auch schon wieder auf die deutschen Backwaren. Wobei ich in Berlin natürlich nicht mit der süddeutschen Auswahl rechnen kann… heull! Ich werde mir bei Ankunft in Stuttgart erstmal ne Seele und ne Brezel gönnen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s