Was machen wir bloß den ganzen Tag?


Die digitale Boheme telefoniert gen Südwesten und wird täglich gefragt:

Aber was macht Ihr den ganzen Tag in Berlin?

Maya maynt: Was für eine unglaublich unsinnige Frage, die nur geistlose Individuen stellen können! Wissen all die Fragenden außerhalb ihres schnöden Tagewerks nichts mit sich anzufangen? Es gibt schließlich soviele Medien zu konsumieren, soviel Wichtiges, Spannendes, Unterhaltsames oder Aufregendes zu lesen, hören und zu sehen, dass viele Stunden einfach so vorbeiziehen. Die Muße und Langeweile schätzen Chloe und Maya ohnehin seit ihren Studien des dekadenten Spleen als Inspiration Nr. 1. Neben profaner Wertschöpfung durch Heimarbeit in der studentischen Texterschmiede werden immer wieder neue Leistungseinheiten in den üblichen Gemeinschaftsbüros mit Theke eingelegt.

Heute z.B. feiern wir mit viel Prosecco unseren 50.000 SpreeSee-Besucher.

Und wo feiert man so als Blogger? Natürlich stilecht in der Zentrale der Digitalen Boheme: Das St. Oberholz am Rosenkrieger Platz.

St. Oberholz am Rosenthaler Platz

Ein Ausschnitt aus einem klassischen Maya-Chloe-Dialog.

Szenerie: Ein Vertreter der Digitalen Intelligenz Gilde übt sich in der neuen Disziplin des WLAN-Wünschelrutenganges und fragt die beiden Mädels verzweifelt: „Wie seid Ihr drin?“

Maya: Über St. Oberholz. Manchmal geht’s halt und manchmal nicht.

Der WLAN-Suchende zieht unbefriedigt dahin.

Maya und Chloe besprechen das neueste Textprojekt.

Chloe ganz idealisitsch: Mir geht es gar nicht ums Geld! Obwohl mein Führungskräftecoach mir damals in meiner Persönlichkeitsanalyse den krankhaften Wunsch nach Anhäufung von materiellen Gütern attestierte!

Maya: Ach, was! Du hast eben einen Lebenserhaltungstrieb! Das ist doch was ganz Natürliches!

Chloe nachdenklich: Hm. Nachdem ich der Wirtschaft abtrünnig geworden bin, wollte der mir sogar ein Selbstfindungswochenende für 3.000 Euro andrehen.

Mayas Gesicht wird ernst und sie antwortet trocken: Da hast Du Glück! Bei mir bekommst Du ne ganze Woche für nur 1.500 Euro.

Chloe erblasst und rechnet ihre ALG I-Bezüge nach….

Maya frech: Da bist Du jetzt aber erschrocken ! Quatsch – als Freundschaftsdienst bleibt das kostenlos. Trotzdem krass. 3.000 Euro. Ich denke, ich sollte mein Gewerbe erweitern: Maya von der Spree – Texte, Korrekturen und Lebenshilfe, Beratungen aller Art… Diese Psycho-Heinis – alles Halsabschneider!

Im Hintergrund betätigt sich der WLAN-Wünschelrutengänger weiter intensiv mit dem MAC in der Hand auf der Suche nach einem stabilen Signal. Chloe geht an die Theke und holt die zweite Ladung Prosecco. Vor ihr steht ein Mann, der, um seinen Personalausweis bittet, den er als Pfand für die offene Rechnung hinterlassen hatte. Alle Zahlungen werden geleistet.

Chloe beginnt den Blogeintrag. Maya liest Nachrichten.

Maya entsetzt: Jetzt ist die Käßmann zurückgetreten! Sie habe ihre Authorität eingebüßt.

Chloe großzügig, während sie einen Schluck aus dem Prosecco Glas nimmt: Wegen so m bisschen Alkohol! Völlig übertrieben. Männer würden so etwas nie machen. Also zurücktreten!

Maya Eben – war ja nur ne knappe Flasche Wein – obwohl, der Özdemir ist doch damals auch wegen ein paar läppischen Flugmeilen zurückgetreten. Übrigens: heute wird die Guacamole gemacht, egal wie betrunken ich schon bin.

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Eine Antwort

  1. Ich kann das völlig nachvollziehen! Zumindest im Geiste. Deshalb hab ich erst gar nicht gefragt. Und wünsch Euch wunderbare Zeiten, bis eines Tages wieder die Tagwerke ganze Tage bestimmen!

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