Teil II: Chloe und Maya auf Verbrecherjagd!


Ich kann es einfach nicht fassen, die Welt ist fies und gemein! Diebstahl ist echt reudig. Vor allem wenn man nicht die Chance bekommt, zurückzustehlen, so wie ich kürzlich. Soll man nun mit Brustbeutel oder Rucksack tanzen gehen oder die Habseligkeiten in Strumpf bzw. wenn möglich Dekolleté vor Langfingern verstecken?

Und dann diese mangelnde Hilfsbereitschaft der Behörden! Ein Skandal.

Aber: selbst ist die Frau! Um nicht untätig herumzusitzen und uns selbst als wehrhafte Bürgerinnen zu fühlen, flyerten wir, wie Chloe angekündigt hatte, also heftig dort, wo das gute Telefon zuletzt ein Lebenszeichen von sich gab. Immer wissend, ein mieser Verbrecher treibt hier ganz in der unmittelbaren Nähe sein Unwesen.

Anschließend fuhr die stark mitgenommene und übernächtigte Chloe nach Hause und kündigte verschiedene Maßnahmen an, sich vor neuen Schicksalschlägen zu schützen. Darunter ein erneuter Umzug, weg aus der bösen großen Stadt, eine alternative Ausgehausrüstung mit billigem Partyhandy, Bargeld und Ausweiskopie, sowie Schlüsseldeponie oder aber die völlige Besitzlosigkeit…ich hoffe sehr, der Schlaf wird eine mildernde Wirkung auf diese Überreaktion haben.

Ich schleppte meinen grippigen Körper zum Tatort – Clärchens Ballhaus – schließlich kehren Übeltäter gerne dorthin zurück. Auf jeden Fall wollte ich noch einmal die öffentlichen Mülleimer in der Umgebung checken und einige der Flyer anbringen, was ich auch tat. Allerdings nicht im Elster-freundlichen Etablissement selbst, die aalglatten livrierten Kellner ließen auch mich eiskalt abblitzen. (Chloe vermutet inzwischen eine Mittäterschaft des Personals, durchaus eine realitätsnahe These, kenne ich zumindest aus ehemaligen Jobs im Einzelhandel, da war das gang und gäbe.

Beim Aufhängen machte ich eine schockierende Entdeckung, offensichtlich scheint die Auguststraße ein beliebter Ort für Beutezüge zu sein, denn auch andere suchten hier mit Flugblättern nach Diebesgut:

Auch andere Opfer von gemeinen Dieben vertrauen nicht auf die Ermittlungen der Polizei!

Kopfschüttelnd trat ich den Heimweg an und wurde jäh durchs Handyklingeln beim Nachsinnen über weitere Schritte gestört: Charly hatte die frohe Nachricht erhalten, dass irgendwer, irgendeinen Teil der vermissten Dinge gefunden hatte. Ja! Charly. In einer fulminanten Telefonkette ging die Botschaft des Fundes durch Deutschland. (Polizist an Chloes Schwester, die uns beim Ausüben der Selbstjustiz nicht erreicht, dann Charly auf diversen Kanälen um Mithilfe bittet über mich zurück zu Chloe, die zum Zeitpunkt maynes Anrufes dann auch schon Bescheid wusste, puh).

Kurzfristig flammte große Hoffnung auf – in Tegel sei am Flughafen ein Beutel mit Inhalt gefunden worden. „Strike!“ dachte ich und überlegte nur: was trieb den Täter denn zum nördlichen Flughafen, nachdem das Handy an einen Friedrichshainer Dealer verkloppt worden war und ist der mit der ganzen Handtasche unterwegs gewesen? Das hatten wir bei unserer Ermittlungsarbeit nicht bedacht, dass das Diebesgut ausgeschlachtet würde wie ein gestohlener Wagen.

Hier in der Gegend treibt sich ein Verbrecher herum...

Da schlugen wir uns am Ortungspunkt durch verwahrloste Hinterhöfe, hüfthohe Brennnesseln, guckten in jede zugängliche Mülltonne und verschufen uns Zugang zu den video-überwachten Treppenhäusern der bereits gentrifizierten Anrainer, immer mit dem ekelhaften Gefühl in der Magengrube, dass das Schwein hier irgendwo stecken musste! Und nun wurde das Diebesgut in Tegel gefunden???

Inzwischen schrumpfte der erfreuliche Fund  leider in einen etwas kleineren Glücksgriff, nicht die Tasche, sondern nur ein Teil des Inhaltes, den Chloe als Geldbeutel verwendet, ist aufgetaucht. Informationen über die Umstände des Fundes sind selbstverständlich wieder spärlich. Was tun die Polizisten eigentlich den ganzen Tag?

Chloe Brockovich schläft nun erst einmal den Schlaf der Beklauten um morgen in bester Kohlhaas-Manier einmal mehr das Heft in die Hand zu nehmen: Sie fordert die Herausgabe der Überwachungsbänder des Flughafens, um den Dieb dingfest zu machen. Auf skeptische Einwürfe maynerseits entgegnet sie resolut:

Ich möchte doch nur ein Verbrechen aufklären!

Ich wünsche ihr dabei natürlich sehr viel Glück, bin gespannt ob und wo weitere Teile  des entwendeten Hab und Guts auftauchen und wäre echt gerne dabei, wenn der Übeltäter von der Erynnie gestellt und gerichtet wird…

Advertisements

3 Antworten

  1. Hach je. Was sagt eigentlich der Tanzpartner, der das Unglück ja so ein bisschen mit heraufbeschworen hat? Aber im Moment ist das wahrscheinlich nicht so wichtig.

  2. […] } Wie im letzten Teil angekündigt, bekam Chloe zumindest Nachricht von der Polizei, dass ihr kleiner Geldbeutel mit […]

  3. […] Neulich schwitzte ich wieder auf einer Milonga. Dabei fällt mir ein, dass ich nie auf die Frage meiner Isar-Piratin geantwortet habe: Hach je. Was sagt eigentlich der Tanzpartner, der das Unglück ja so ein bisschen […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s