Großstadtfieber


Chloe ist chrank. Die Fahrt auf dem Rad durch das letzte Sommergewitter hat sie doch nicht so gut überstanden. Gestern war ihr schon total schlecht. Kurz vor Mitternacht stand sie kurz davor, sich zu übergeben. Nein… Chloe, die ferner Männerfastet, ist nicht schwanger! Das überlässt sie lieber der frisch angetrauten, gebärfreudigen und wortwörtlich Alten vom Über-Ex. Gratulation an die neue Latte-Macchiatto-Mutter, die dem Über-Ex dieses Kind so unverfroren untergeschoben hat. Maya maynte, dass sie es eigentlich nicht für gut befindet, dass sich der Kerl vermehrt. Aber sie gönnt der Familie natürlich das Glück. Auch die Branche freut sich. Hauptsache der Umsatz stimmt…

Die Sommergrippe wartete heute Nacht mit Fieber auf. Mir träumte wirr. Und nun ist mir einfach nur schummrig. Wird schon vorübergehen. Wenn da nicht immer diese Emails wären, die mir zusätzlich zusetzten…

Chloe war letzte Woche bei einem Redakteur zu Hause, der ihr mit ihrem Stoff weiterhilft. Ich radelte natürlich zu – nennen wir ihn – Sven. Als ich ankam, äußerte er als ersten Satz ganz enttäuscht: „Du bist ja heute so sportlich. Und seit wann hast Du eine Brille?“ Was dachte der denn? Dass ich im kleinen Schwarzen und Abend-Make-up zur Korrektur erscheine? Frechheit! Hier ging es um ein rein platonisches Geschäft.

Egal wie. Seit dem Abend werde ich täglich mit Mails, SMS, Skype-Chats, Facebook-Anstupsern und was auch immer erschlagen. MoMa maynte, dass ich mich nicht beschweren soll, wenn die Bombe explodiert, sobald ich die Zündschnur anzünde. Hallo? Ich habe Null Zeichen gesetzt. Und auch wenn der verliebt sein sollte, diese Kommunikationsartillerie ist einfach nicht angemessen. Gestern hat er sich spontan ein Fahrrad gekauft, nur weil ich hier so gerne Fahrrad kaufe. Stellt er sich nun romantische Touren durch Berlin mit mir vor?

Heute schrieb ich auf seine Grüße aus Schöneberg hin einfach nur „Fieber“ zurück. Großer Fehler, Chloe ! Sofort bot Sven mir den „Radkurier“ an. Er würde mir was in die Bude schmeißen. Hallo? Ich will heute in meiner erbärmlich kränkelnden Hülle von niemanden gesehen werden. Ich mute diesen Anblick nicht mal Maya an! Genau, wenn mich jemand vor dem Hungertod in meiner Bazillenhölle bewahren sollte, dann wohl die beste Freundin und nicht ein Radler! Wobei… vor lauter Sorge, Maya anzustecken, würde ich ein Körblein herunterlassen. Dabei natürlich nicht atmen und mich so fern wie möglich vom Fenster weg halten…

Nun rief ich Maya in meiner Verzweiflung an…

Chloe: „Was soll ich mit diesem Sven machen?“

Maya: „Der war mir von Anfang an suspekt!“

Chloe: „Hm… vielleicht sollte ich ihm beiläufig von ‚meinem Freund’ erzählen. Na, zu spät. Er weiß ja, dass ich Single bin. Aber ich könnte ihm zumindest von einem ‚vielversprechenden Date’ vorschwärmen?“

Maya: „Ja, ja, das ist ne Idee! Und dabei rollst Du die Augen. Das kommt immer gut. Und dann sagst Du ihm, dass Dein Date so schöne Haaaaare hat!!!“

Chloe verschluckt sich am Tee: „Du bist so berechnend! Du weißt doch ganz genau, dass Sven ne Glatze hat.“

Maya: „Eben. Das ist eine klasse Strategie! Wirkungsvoller kannst Du einen Mann nicht abschrecken. Du musst ihn an seiner eigenen Eitelkeit packen!“

Chloe: „Du bist manchmal echt krass.“

Maya: „Du willst Dir den doch vom Hals schaffen! Deine selbstauferlegte Männerabstinenz geht jetzt wirklich schon seit Monaten. Meine Halbwertszeit liegt ja bei ca. vier Wochen. Musst Du nicht bald wieder läufig werden? Hahahaha!“

Chloe patzig: „Ich kompensiere mit Sport!“

Maya: „Besorg Dir doch einen Toy Boy?

Chloe: „Einen was? – Ah. Ich habe verstanden. Nee, also mit diesen jungen Burschen komm ich echt nicht klar. Da brauche ich inzwischen schon ein Lexikon für. Nummer 43 schrieb gestern auch wieder komische SMS. Als ich ihn fragte, was er eigentlich von mir wolle, antwortete er mit ‚Flatrate’. Was soll das denn schon wieder für ein Codewort sein? Beziehung? Affäre? Das wird mir doch alles zu blöd. Ich geh jetzt ins Bett! Alleine und mit Fieber.“

Und auf diese Tipps verzichte ich auch gerne…, kam gerade per Mail von Nummer 42:

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Eine Antwort

  1. […] habe ich Chloe gegen ihre Fastenkur kürzlich mal scherzhaft einen Toy Boy verordnet, einen Mann, der sich freiwillig als Zuckerjunge anbietet, würde mich aber wohl eher abtörnen […]

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