Pinkelpause


Wie Maya neulich ausplauderte, besitzt Chloe eine SpreeSee-Stoffsammlung. Heute greife ich aus gegebenem Anlass ein Thema von vor einem Jahr aus.

Chloe ist eine leidenschaftliche Telefoniererin. Da das Leben kurz ist und der heiße Draht heutzutage schnurlos, erledigt sie nebenher einiges freihändig. Ob Maniküre, Hefeteig, Bügeln oder Staubwischen – beim Quasseln an der Strippe schafft sie gerne was weg. Ihre liebsten Ohrmuscheln, Maya und MoMa, sind ebenfalls große Anhänger des Multitaskings. Maya schnippelt gerne mal einen Kartoffelsalat nebenbei und MoMa wischt Fenster. Nur wenn MoMa maynt sein Geschirr spülen zu müssen, wird Chloe manchmal patzig ob des Wassers im Ohr.

Vor einem Jahr telefonierte ich etwas länger mit einem anderen männlichen Kumpel. Nach einer Stunde hörte ich plötzlich ein lautes Rauschen in der Leitung. Ich stutzte. Was war das für ein Geräusch… das hörte sich an wie, ja wie? Neeee. Oder doch? Neeee. Das macht man doch nicht? Und plötzlich entschuldigte sich mein Kumpel, dass er mich kurz weglegen müsse, um seine Hände zu waschen. Jaaaa! Das war in der Tat die Toilettenspülung. Geht’s noch?!?

Während meiner Zeit am See telefonierte ich mit Maya an der Spree auch mal fünf Stunden am Stück. Aber Pinkeln beim Telefonieren? Nee. Das ist ein absolutes NO GO! Die entsetzte Chloe wählte sofort die 030.

Chloe: „Maya, Du wirst nicht fassen was mir wieder passiert ist! Da telefoniere ich mit XY und plötzlich drückt der ab. Also die Spülung. Pinkelt der doch einfach, während er mich am Ohr hat!“

Maya: „Ja. Schon dumm. Er hätte ja zumindest so höflich sein können und erst nach dem Gespräch spülen sollen.“

Chloe: „Hallo? Er hätte a) um Rückruf bitten müssen bzw. b) mir das nicht auch noch brühwarm erzählen sollen!!!“

Maya: „Aber Du weißt doch wie das manchmal so ist. Man ist mitten in einer heißen Diskussion und will nicht den Kommunikationsfluss gefährden.“

Chloe: „Klar. Lieber nebenher was in den Abfluss kippen! Nein. Dafür bringe ich Null Verständnis auf. Schließlich pisse ich mir im Café auch nicht einfach in die Hose nur weil die Diskussion gerade so spannend ist! Man muss auch wissen, wann man rechtzeitig abtreten sollte.“

Thema erledigt. Sujet in der Stoffsammlung für „später“ notiert.

Heute rief mich ein Model-Freund gelangweilt während einer Shooting-Pause an. Wir quatschten eine Weile.

Mitten drin kündigte er frank und frei an: „Ich lauf mal kurz in den Wald zum Pinkeln rein.“

Chloe entrüstet: „Wir telefonieren!“

Er: „Komm endlich mal in Berlin an, Mädchen! Hier herrschen rauere Sitten. Ich schüttle jetzt ab und muss nachher ohne die Hände zu waschen dem Fotografen die Hand schütteln.“

Chloe: „Du bist unmöglich!“

Er: „Wach auf! Glaub bloß nicht, dass jede Männerhand, die Du zur Begrüßung schüttelst, vorher ordentlich gewaschen wurde.“

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