The Handyman can! Ein Mixtape zum Goldenen Handwerk…


Mir geht es ein bisschen wie Jochen Malmsheimer in seinem Gruselschocker vom „Handwerk“ – ich kann nicht mehr schlafen.

Die neulich beschriebenen Verfallserscheinungen der Wohnung konnten wir SpreeSee-Damen nicht hinnehmen und deshalb meldete Chloe der Hausverwaltung unser Bedürfnis nach Reparatur. Eine gute Woche verging, ohne dass sich die angekündigten Fachleute bei uns gemeldet hätten. „Im Osten nichts Neues“, lautete deshalb mayn regelmäßiges Update, wenn Chloe vom Lech nachfragte, wie es um die Wohnung stünde. Wann sollte endlich dem Verfall Einhalt geboten werden? Diese Frage trieb mich auch nachts um.

Als ich dann doch noch mal in den Schlaf gefunden hatte, weckte mich ein Anruf zur frühen Morgenstunde. Plötzlich sollte alles ganz schnell gehen!

Handwerker-Zeit – steh auf, gleich kommt er!

rief mir Chloe aus dem Süden ins Ohr. Schützend hatte sie als telefonische Koordinatorin die Hand über mayn bisschen Schlaf gehalten – durch die Informations-Schleife Berlin-Augsburg-Berlin  hatte sie sogar noch ein paar Minuten für mich rausschlagen können. Was dann folgte, war alles andere als gruselig. Ich kann mich wirklich nicht beschweren, sondern nur ein Loblied anstimmen. Zunächst war der Schreiner dran. Zugegeben konnte er sich in Sachen Charisma nicht mit dem Brandenburgischem Meister Eder messen, der an Chloes Projekt beteiligt war, aber das muss er ja auch nicht, solange er das Fenster ordentlich ausmisst und mit Blick auf den ohnehin ungeliebten Spültisch kopfschüttelnd in typischem Handwerk-Ton diagnostiziert:

Das macht ihnen keiner mehr – das lohnt sich auch nicht mehr, sprechen Sie mit der Hausverwaltung, dass Sie `nen neuen kriegen!

Mayne Frage, ob ich ihn diesbezüglich zitieren dürfe, bejahte er und dokumentierte sogar schriftlich und per Handykamera sein Gutachten, Chloe freut sich schon auf die Neueinrichtung der Küche, jetzt da eine Kostenübernahme winkt.

Neuer Tag, neuer Weckruf, neuer Handwerker. Heute war schließlich der Klempner dran! Oh je, dachte ich mir und zu dem von Malmsheimer gezeichneten Bild des „Satans“ als Akronym für Sanitäranlagenbauer fiel mir noch dieses allseits bekannte Schmählied ein:

Der Mann, der mir nach fröhlichem Sturmklingeln dann schließlich gegenüberstand, hatte weder etwas mit dem Malmsheimer-Zerrbild zu tun, noch mit dem jovial-fiesen Mey-Abzocker, er erinnerte eher an einen Berliner Ned Flanders.

Juhuu – der Klempner ist da!

begrüßte er mich und packte auch gleich übervorsichtig kleine blaue Plastiktüten um seine Schuhe, keinesfalls wolle er mir Schmutz bringen. Ich führte ihn zum Ort des Geschehens und wies auf die aus der Wand gerissene Halterung des Duschkopfes.

Huuuch – hier fehlt aber ein bisschen was!

rief er fröhlich aus. So eine positive Haltung zur Arbeit am frühen Morgen hätte ich auch mal gerne, lernt man das im Handwerker-Motivationsseminar?, dachte ich mir beim Blick in die Kaffeetasse.

Muss ich mal sehen, ob ich sowas überhaupt dabei habe. Was habt ihr noch?

Mit dem Hinweis auf den nicht funktionierenden Heizungskörper im Bad überließ ich den gut gelaunten Latzhosenträger seinem Geschäft. Er werkelte beseelt vor sich hinfrohlockend und kommentierend eine Weile und verschwand dann in seinen Kastenwagen. Schnaufend kam er zurück und berichtete in einem Ton als hätte er eine Schüssel Gold am Ende des Regenbogens gefunden:

Jetzt habe ich den ganzen Wagen auf den Kopf gestellt und alles gefunden, was ich für Sie brauche.

Ich versuchte mich im NLP-mäßigen Spiegeln seiner überbordenden guten Laune und quetschte ein

Supi!

hervor. Nach einer knappen Stunde war der Flanders-Verschnitt fertig und berichtete mir von seiner getanen Arbeit. Außer „kann schon mal passieren“ habe ich zwar nichts verstanden, aber alles funktioniert wieder bestens. Und weil ich nun endlich wieder freihändig duschen kann, widme ich dem freundlichen Mann diese überdramatische Lobhudelei:

Und mir selbst bleibt nur die Bestätitung einer Zeile der heißgeliebten Jungs von Tocotronic:

Was du auch machst, mach es nicht selbst!

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