Und ewig lockt der Sale…


Manchmal sind wir SpreeSee-Mädels auch einfach nur ganz normale Frauen. Nur um der Originalität willen kann man eben nicht auf Teufel komm raus jedes Klischee vermeiden. Und so klingt trotz Schuh-Schrein im Flur und gut gefüllten Kleiderschränken in den WG-Zimmern des Öfteren ein durchaus abgegriffener Seufzer durch Friedrichshain:

Ich hab nichts anzuziehen!

Auch wenn der objektive Wahrheitsgehalt der Klage gegen Null tendiert, fühlen sich entweder Chloe und/oder ich  wie The Smiths‘ Morrissey im Wagen des charming man. We would go out tonight, but we haven’t got a stitch to wear.

Natürlich weist im „oder“-Fall die eine die andere darauf hin, dass das ganze Gejammer jeder Grundlage entbehrt. Im „und“-Fall sowie bei weiteren Indikationen – schlechte Laune, Wetterwechsel, Ausfall/Verlust von Keypieces, Anlässe wie Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und andere Großereignisse – wird es gefährlich. Also immer! Dann ziehen wir je nach Kontostand los und versuchen in der Boutique oder beim schwedischen Discounter unser Glück.

Vom Shoppingtyp her sind wir dabei ganz unterschiedlich.Wie zu erwarten ist Chloe eine echte Power-Shopperin: Eine Stunde, maximal zwei Geschäfte, volle Tüten. Bewundernswert daran ist ihre extrem hohe Trefferquote, fast nie bereut sie einen Kauf oder bringt etwas zurück. Ich hingegen liebe das regelmäßige Schlendern durch die Läden, als Sprössling von zwei Eltern aus dem textilen Einzelhandel, halte ich ein Kaufhaus ohnehin seit der Kindheit für mayne natürliche Umgebung. Also beobachte Kollektionen und  Trends regelmäßig, suche bis ich das Teil finde, das sich nahtlos in die Garderobe einfügt – gelegentliche Impulskäufe sind natürlich nicht ausgeschlossen.

In letzter Zeit haben wir es mal wieder ganz schön ausgereizt. So mussten Chloe und ich kleinlaut gegenseitig zugeben, bei der Umstellung der Garderobe von Winter auf Frühling derart große Bestände gesichtet wurden, dass weitere Shoppingbeutezüge sich einfach verbieten. Ganz konsequent fanden wir uns dann am letzten Samstag auch in einem Geschäft für Küchenutensilien wieder, kauften aber nichts.

Bei einer Einstellung deckt sich unser Einkaufsverhalten nämlich wieder: wir zahlen ungern reguläre Preise, Küchenkram unterliegt aber nicht so sehr den saisonalen Gegebenheiten. Das ist neben der gefühlten Kleiderlosigkeit der zweite Grund für den andauernden Kleider und Accessoires – Kaufrausch. Wir werden einfach zu oft in Versuchung geführt. Nicht genug, dass es Sommer-, Winterschlussverkauf und Mid-Season-Sale gibt, Shopping-Events mit Preisnachlässen und Outlets überall!!!

Einladung zum Designer Sale

Und ewig lockt der Sale...

Als brave Tochter habe ich da kaum eine Chance. Schließlich lautet einer der meistzitierten Sätze maynes passionierten Schnäppchenjäger-Papas:

Wenn jemand ein gutes Angebot macht, dann soll er auch belohnt werden!

Die einzige Chance dem Kaufreflex zu entgehen ist also das strikte Meiden von Läden und Geschäften. So einfach lässt sich der Konsumterror aber in Zeiten von web 2.0 nicht abstellen. Mit einer Webshop-Projekt-Expertin wie Chloe als Mitbewohnerin hat man es da echt nicht leicht. Als „Arbeit“ getarnt schleicht sich da der Shoppingwahn auch am Küchentisch schon wieder durch die Laptop-Hintertür ins SpreeSee-Heim. Schließlich testet und beobachtet man gerne mal verschiedene Konzepte virtueller Kaufhäuser. Und nirgendwo ist der Nachlasshandel so ausgeprägt wie im Netz: Daily Deal,Groupon, brands4friends, Buy VIP, Zalando Lounge – vor Angeboten kann man sich kaum noch retten. Und die schicken dann auch noch TÄGLICH Mails.

Wie soll man dem entkommen? Da hilft nur ein starkes Mantra: Nein Danke – ich brauche keine neue Jeans!


Mal sehen wie lange der Vorsatz hält, der Sale von der Karte oben findet an diesem Wochenende statt…

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3 Antworten

  1. […] zeigen wir uns gegenseitig die neuesten Shoppingtrophäen. Hat eine von uns beiden wieder ein Schnäppchen bei Buy VIP ergattert, stürzen wir uns auf die trashigen Gratis-Beilagen (in der Regel das loweste […]

  2. Ich wurde übrigens letzte Woche in der Puppenkiste gefragt, ob ich meine „interessanten Sachen“ schneidern lasse… Tja, so ausgefallen kann die H&M Trend Kollektion auf die Südstaaten-Bewohner wirken.

  3. Ach geh! H&M Trend gibt es z‘ Minga doch auch…

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