Space-Mix


Was hat der Kalte Krieg uns nicht alles Tolles gebracht! Wettrüsten bis ins All zum Beispiel. So wissen wir bis heute nicht so richtig, wie wir uns vernünftig mit Energie versorgen, aber wir haben Pfannen, in denen kaum noch was anbrennen kann. Wenn das mal nichts ist. Aber nun ist schluss mit dem Zynismus, wir setzen unser Feiertagsgesicht auf und hören den Klang von Strauss‘ Crescendo –

heute vor 50 Jahren war Juri Gagarin als erster Mensch im Weltraum unterwegs. Einen besseren Anlass für ein  Raumfahrt-Mixtape gibt es nicht.

Zugegeben – nach Zarathustras Ansprache wird es im Bereich der Space-Songs ein bisschen mehr als trashig. Eigentlich sind Science-Fiction-inspirierte Lieder ja so etwas wie die Fortsetzung des Karnevals für das ganze Jahr. Schräge Kostüme, Metallic Make-Up, Raumanzüge, Raketen und der ganze Plunder… Dass ich genau diese Kategorie trotzdem irgendwie mag, hat etwas mit Eitelkeit und pubertärer Prägung zu tun. Der einzige Song, der jemals über mich geschrieben wurde, huldigte nämlich mir als „Space-Girl“. Es war 1996, ich trug eine blitzblaue glänzende Steppjacke und Schuhe mit Metallbeschlägen und meine Mission ließ mich nicht in extra-terrestrische, wohl aber in extra-schwäbische Gefilde vordringen: ich war im Schüleraustausch in Südfrankreich und gewann das Herz eines kleinen provencalischen Dichters. Sein Songtext wurde mir auf dem Schulhof zugespielt. Vermutlich lieferte er mir einen der  ersten empirischen Anhaltspunkte für mayne These „Männer machen Kunst um Frauen rumzukriegen“. Ich war sehr gerührt, allerdings kam es nie zur Veröffentlichung der Ode an Maya from Outer Space. Zwei Wochen waren einfach zu kurz, um neben Knutscherei, Hausaufgaben, Ausflügen mit dem Austauschprogramm den Text auch noch zu vertonen. Männer, die in Bands mit Vertrag spielen, traf man eben damals noch nicht überall. Und für Andreas Doraus Schulprojekt, war mayn Verehrer leider etwas zu spät dran. Sonst hätte es vielleicht nicht Fred vom Jupiter sondern Maya vom Mars geheißen…

Wäre es zur Aufnahme gekommen, hätte der kleine Yann ohnehin Plagiats-Vorwürfe am Hals gehabt. Sein Lied hatte zwar weniger mit den Neue Deutsche Welle – Space-Songs zu tun, es war doch eher von diesem damaligen Hit beeinflusst:

Trotzdem hat Yann bereits damals recht gekonnt für sein junges Alter ein Bild verwendet, das immer wieder herangezogen wird, um die Fremdheit zwischen weiblichen und männlichen Welten darzustellen. (Ich hoffe sehr, dass er kein Xenophob war und mich, die Deutsche, wie ein Wesen von einem anderen Stern betrachtete.) Manchmal wenn Chloe  und ich auf dem Balkon sitzen und darüber nachdenken, was der ein oder andere Mann mit seinen seltsamen Signalen denn nun ausdrücken wollte, finden wir die Kommunikation so gestört, als hätte der „intergalactic operator“ mal wieder die Verbindungen durcheinander gebracht…

Dabei war doch damals in den 70ern ein Marsianer auf der Erde gelandet, der uns befreien wollte von dem ganzen Quatsch: Nur noch Liebe und Friede sollte unter den Menschen sein.

Dummerweise kam der Rock`n Roll-Lifestyle dazwischen und Ziggy Stardusts Mission scheiterte.

Das beste Raumfahrt-Stück aller Zeiten hatte sein Alter Ego aber ohnehin schon ein paar Jahre zuvor in die Welt geworfen  – und es darf als krönender Abschluss des Mixes natürlich nicht fehlen:

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