How to survive the Albanian Alps


Chloe hat sich diese Woche endlich ihren ersten Führer für ihre mehrtägige Wandertour in den Albanischen Alpen gekauft. Der Urlaub mit M ist schon lange geplant. Die Mädels freuen sich auf den Balkantrip. Aber jetzt, da ich mich intensiver mit den Recherchen auseinandersetze, bekomme ich furchtbar kalte Wanderfüße…

Gestern – nach langer Lektüre im Zug – kam ich panisch in der SpreeSee-WG an.

Chloe unsicher: „Maya! Es gibt Giftschlangen, Bären und Wölfe in den Albanischen Bergen! Ich bekomme langsam Angst. Was mache ich, wenn mir ein Bär begegnet?“

Maya easy: „Du machst einfach das, was Du mit den Männern machst. Die rennen ja auch immer davon!“

Maya nimmt meine Urängste einfach nicht ernst!

Daher musste ich heute Mittag erstmal MoMa anrufen.

Chloe ängstlich: „Was mache ich, wenn mich eine Schlange angreift?“

MoMa cool: „Quatsch. Du hast doch dicke Wanderschuhe an. Die werden Dich nicht beißen können. Aber halt… Schlangen fallen doch auch von Ästen!“

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaah. Und in diesem Moment packt Maya plötzlich ein Weihnachtsgeschenk meiner Schwägerin aus der Küchenschublade aus, das ich bisher nicht ein einziges Mal angefasst habe.

Wie man einen Angriff einer Giftschlange überlebt? Abbinden und absaugen! Ich werde also mein First Aid Kit (das jetzt schon mehr Platz in meinem roten Rucksack einnimmt als meine Klamotten) um eine Schlangengiftabsaugpumpe erweitern. Aber hier kam mir M zuvor. Als ich fragte, ob wir uns eins teilen sollten, antwortete sie wie folgt:

I guess, right? Well I suppose it depends, if a snake bites me and we sucessfully extract the poison and survive, then we must clean the pump so that if we need to use again (knowing our luck) then we don’t want the old poison to infect the new wound? I don’t even know what the hell I’m talking about, this is unreal!!!

Nun liest mir Maya den Teil vor wie man sich erfolgreich bei einer Bärenattacke aus dem Staub machen sollte.

Maya ernst: „Regel Nummer 1: Lie still and quiet.“

Stille.

Maya verschmitzt: „Töt. Schon verloren!“

Weil Chloe sich nicht entscheiden kann, ob sie entgültig beleidigt mit mir ist oder sich schon vor Antritt des Urlaubs totlacht – denn es ist nun mal was Wahres dran an maynen Bemerkungen – schreibe ich nun weiter.

Das Buch ist wirklich eine Bereicherung – ich hätte nie gedacht, dass man es ernsthaft brauchen könnte. Welcher Mensch kommt schon in solche Situationen?

Chloe – und zwar freiwillig!

Aber ich mache mir keine allzu großen Sorgen, denn die Liste der Pros und Contras für Chloes Gefärdung durch einen Bären und ihre Abwehrfähigkeit ist zum Glück ausgeglichen:

Einerseits scheint die Möglichkeit, dass sie Regel Nummer 1 befolgen kann gleich null,

andererseits ist ihre Lautstärke eine hervorragende Schutzmaßnahme im Vorfeld: „Make your presence known by talking loudly, clapping, singing or occasionally calling out.“ Manche Leute tragen Glöckchen, um sich bemerkbar zu machen. Ich denke, das wird nicht nötig sein.

Wiederum hat sie es drauf hoch entwickelte Säugetiere in die Flucht zu schlagen, wie bereits oben erwähnt,

ein wenig Angst habe ich jedoch, dass die leidenschaftliche Multiposterin übermütig werden könnte und – getrieben vom Wunsch die daheimgebliebenen Facebook-Freunde über ihre neueste Bekanntschaft mit Meister Petz auf dem Laufenden zu halten – nicht auf diesen wichtigen Rat hören wird: „If you are in a car, remain in your vehicle. Do not get out, even for a quick photo.“  

Sehr rührend ist ebenfalls, wie sie dann doch ermutigt von maynem Vortrag ihre eigenen Selbstverteidigungskräfte einschätzt:

Ich rezitiere Regel 3: „If the bear attacks, strike back with anything you can. Go for the bear’s eyes or its snout“

Chloe (vor lauter Aufregung ein wenig unkonzentriert): Ha – ich bin wieder im Rennen, ich werde überleben! Mit meinen Augen kann ich den Bär niederzwingen.

Ich: Chloe! Falsches Tier. Maynst du etwa, von der Schlange, deren Gift ihr vorher mittels neuer Pumpe erfolgreich aus den Wunden abgesaugt habt, lernt ihr noch die Kunst der Hypnose. Du – die Schlange und der Bär – das Kaninchen, das fixiert von deinem bohrenden Blick erstarrt? Das wird wohl kaum funktionieren. Du brauchst einen Bärentöter oder zumindest ein Messer!

Ohnehin bin ich der Maynung, dass der gefährlichste Bär ein Panda ist, der sich derzeit im arabischen Raum aufhält. Seit der Regisseur mir dieses Video gezeigt hat, bin ich jedenfalls einigermaßen verstört:

Dergleichen wird Chloe in Albanien sicher nicht passieren. Der Käse dort ist lecker und ganz ohne Label, das durfte ich schon nach ihrem letzten Besuch in der Heimat feststellen. Ein Kilo Hüttenkäse, liebevoll von der eigenen Schwester produziert gab es als Mitbringsel. Diesmal erwarte ich die ausgestopften Kadaver der erlegten Wildtiere und eine Menge neue Geschichten à la Chloe Hemingway bezwingt die Wildnis.

Bleibt die Schlangenproblematik, wir lesen jetzt noch mal bei Homo Faber nach, wie man es nicht macht…

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