Immer die Boys!


Liest man unseren Blog, könnte man meinen, dass bei SpreeSee der Homepagesegen nie schief hängt. Aber mit dem Frühling und seinen Nachwehen platzte auch Maya, Chloe und Jos Lars erst neulich ordentlich der Freundschaftskragen. MoMa beruhigte mich am Telefon, als ich besorgt von einer kleinen Auseinandersetzung berichtete: „Ihr seid mehr als Freunde. Ihr führt quasi eine Beziehung. Da ist es nur normal, wenn es mal kracht! Ihr macht Euch doch Sorgen um den anderen. Das ist doch schön!“

Jedenfalls ist es ironischerweise gerade der eigene Beziehungsstatus, der uns gegenseitig auf die Palme brachte. Chloe wirft Maya vor, dass sie doch keine Ahnung vom Single-Dasein hat. Maya wendet ein, dass einem eine 11-jährige Beziehung auch nicht geschenkt wird. Und Jos leidet unter dem neuen Status der Fernbeziehung. Am Schluss sitzt man zu Dritt auf dem Balkon und gibt zu, dass man sich halt auch oft einsam fühlt. Und während Jos die letzte Flasche vom Candidato öffnet, schläft Chloe auf der grünen Couch ein und Maya streichelt ihren Kopf mit den Worten: „Es tut mir Leid. Ich war zu forsch. Ich hoffe, es ist wieder gut.“

Dabei muss ich mich doch auch einfach nur schrecklich bei Maya entschuldigen. Schließlich bekommt sie die schlechte Single-Laune gerade doppelt und dreifach ab. Der Regisseur hat sie in letzter Zeit auch über Gebühr um Beistand in Sachen Liebesdramen in Anspruch genommen. Wie erträgt Maya nur diese Auf und Abs der Ü30-Singles? Sie sollte einen Ohr-Orden von uns bekommen… bei all den Telefonstunden, die sie unserem Herzleiden opfert. Oder den Pro-/Kontra-Zetteln in der Küche, die sie akribisch für uns aufbewahrt…

Nun habe ich mir selbst Besserung gelobt, um Maya nicht noch mehr vom Arbeiten abzuhalten. Ein Single-Verrückter im Freundeskreis pro Monat für Dr. von der Spree reicht. Also nahm ich mich zurück. Versuchte nix anzustellen.

Aber…

Immer diese Boys! Da war ich ein Wochenende mal nicht an der Spree und stelle gleich Unsinn am See an. Auf einem Regatta-Fest verguckte ich mich in den Live Act! Einen alternden Michael Jackson Imitator aus Wien. Nach dem innigen Abend begannen große Briefschlachten. Drei Tage lang rief ich Maya nicht an. Drei Tage lang hielt ich es nur aus, bis es aus mir rausplatze und ich doch alles beichten musste: „Er ist verheiratet und hat ein Kind.“

Maya sauer: „Das ist gar nicht Deine Art! Hör auf damit. Ich will nicht, dass meine Freundin die Geliebte eines verheirateten Mannes wird. Du hast einen G A N Z E N Mann verdient! Aber mach! Mach ruhig! Ich werde mir das Geheule danach nicht anhören!“

Chloe eingeschüchtert: „Nein. Nein. Ich hör ja auf Dich. Ich habe mir eh vorgenommen, mehr auf Dich zu hören. Du meinst es ja richtiger mit mir, als ich selbst. Du bist die Vernunft der verlorenen Singles“

Maya: „Daran erinnere ich Dich beizeiten! Kaum hört ein Drama auf, steckst Du schon im nächsten!“

Chloe traurig: „Ich weiß auch nicht was da los ist. Im Job klappt es gerade super. Mit Freunden und Familie bin ich total im Einklang…“

Maya im Therapiemodus: „Ja! Es gibt drei Säulen im Leben. Und wenn zwei davon stehen, ist auch mal gut. Nur an der dritten Säule – an der Beziehung – baust Du jetzt schon wieder richtig Scheiße. Schlimmer, Du baust keine Säule, Du buddelst mit der Aktion ein tiefes Loch! Beziehungsweise in dem Loch steckt eine brennende Fackel!“

Chloe: „Genug. Genug! Ich habe verstanden! Ich werde es sofort beenden!“

Chloes Abschieds-E-Mails sind legendär. Aber in letzter Zeit fallen die berühmten letzten Worte am Telefon.

Chloe voller Pathos: „Du, ich kann das nicht. Hiermit übernehme ich die Verantwortung für uns beide und beende es. Das bin ich Deiner Frau schuldig! Schreib mir bitte nicht mehr. Lass mich gehen!“

Er niedergeschlagen: „Ja. Das muss ich dann wohl akzeptieren. Ich wünsche Dir alles Glück auf Erden und vermisse Dich jetzt schon. Lösch bitte nicht meine Nummer aus Deinem Telefon. Falls Du jemals das Gefühl haben solltest, jemanden zu brauchen, dann denk an mich!“

Chloe – die Eigenständigkeit in Person – ratlos: „Wobei?!“

Er: „Falls Du zum Beispiel mal mit dem Auto liegen bleibst.“

Chloe kopfschüttelnd: „Ich habe gar kein Auto!“

Er: „Melde Dich. Ich bin immer für Dich da!“

Und da kam er. Der Satz den ich am meisten hasse!!!!!!!!

I C H B I N I M M E R F Ü R D I C H D A

Ich legte sofort auf, bevor ich noch in den Choleric Chloe Modus geriet. Aber auf dem letzten Marschweg gen Zuhause schäumten meine Gedanken förmlich über! „Melde Dich“? Hallo, melde Du Dich doch, wenn Deine Scheidung durch ist !!!

Was denken sich diese Männer immer? Ich habe diesen Satz schon so oft gehört. Und?

Keiner von denen, die ihn bisher ausgesprochen haben, hat es bisher geschafft sich auch nur bei einer banalen Sache wie meinem Geburtstag einfach per SMS zu melden.

Klaro! Wenn ich aber mit meinem Auto nachts um Zwei auf der B27 bei Schnee und Eis liegen bleibe, dann kommen sie nach Jahren der Kontaktsperre plötzlich angeflogen (geschweige denn, dass sich die chronisch Geldarmen Künschtler die Anreise leisten können oder über das handwerkliche Geschick verfügen).

Ich bin immer für Dich da! Vielleicht bewerbe ich mich mit diesem Format bei RTL als Vorabendprogramm. Jede Woche überlege ich mir eine neue Notsituation und rufe die Jungs an, die damals dieses Versprechen äußerten.

Argh!

Wenn jemand immer für mich da war und da ist: Dann MAYA ! Und obwohl sie Mini ist, bin ich felsenfest davon überzeugt, dass sie mir bei einer Autopanne mit einem pragmatischeren Ansatz als alle metrosexuellen Künschtler der Welt helfen könnte! Und Jos backt uns nebenher ein Brot! Für Verpflegung ist also auch immer gesorgt. Freundschaft geht schließlich durch den Magen. Fahr schon mal den Wagen vor, Charly!

Und während mich trotz Kompensationsblogging der Cold Turkey erwischt und ich im Zug meiner Freundin M im Ausland über WhatsApp schreibe, dass ich drohe schwach zu werden, antwortet sie mit Methadon:

Noooooooo relax. Do some meditation. I will write u a love letter.

Ach… !

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