Teil VI – Chloe und Maya auf Verbrecherjagd


Ich liebe unser Zeitmaschinen-Widget: Man wird immer wieder an die Vorgänge des letzten Jahres erinnert und kann diese nochmals Revue passieren lassen. Auffällig ist etwa wie unterschiedlich sich die sportlichen Großereignisse auf unsere Leben auswirken. Während uns 2010 die Fußballhysterie (hier und hier) ergriff, lässt zumindest mich in diesem Jahr die Fußball WM der Damen kalt. Selbst Chloe, die wochentangs im wichtigen Austragungsort Augsburg residiert, hat mir noch nichts von einer Public Viewing Teilnahme ihrerseits erzählt.

Allerdings bekommt man auch schonungslos die nicht eingehaltenen Vorsätze unter die Nase gerieben. Die so vehement geplante Kir Royal Party haben wir nie gefeiert – müssen wir unbedingt nachholen.

Seit Juni kommt das Sommer-Drama des vergangenen Jahres auch wieder immer stärker auf den Plan: die Beiträge der Kategorie „Chloe und Maya auf Verbrecherjagd“ berichten vom Trauma des Diebstahls, das wir unabhängig voneinander erleiden mussten. Inzwischen ist es wohl ganz gut verarbeitet. Denn als heute Nacht ein bestohlener Passant lang den ganzen Innenhof zusammenschrie –

I’m fucking waiting, come down here, give me my 150 Euro.

– war ich genauso verärgert wie der Rest der Nachbarschaft, dabei sollte ich doch mehr Mitgefühl für diese Situation haben. Alles Einreden auf den Typen half aber nichts, er erklärte jedem, der ihn zur Ruhe mahnte, er sei bestohlen worden, der Räuber sei hier hereingerannt und er wolle sein Geld wieder – erst nach 1,5 Stunden, jeder Menge Schreierei und Drohungen zog er ab. Und ich war nur froh, endlich wieder weiterschlafen zu können, statt die Solidarität der Beklauten zu fühlen.

Obwohl der Schmerz, Opfer geworden zu sein also längst nachgelassen hat und  jede von uns einige Wochen nach der Tat ein Schreiben des Polizeipräsidenten von Berlin erhielt, in dem mitgeteilt wurde, dass die Ermittlungen eingestellt worden seien, bleibt ein kleiner Nachtrag zum Thema zu berichten:

In großer Angst vor horrenden Summen, die mich eine neue Schließanlage für das gesamte Wohnhaus mayner alten Bude in Mitte gekostet hätte, hatte ich den Schlüsselverlust damals mayner Haftpflichtversicherung gemeldet. Diese hatte mich zur Stellungnahme aufgefordert, inwiefern ich fahrlässig gehandelt hatte, sprich den Verlust selbst zu verwantworten hätte, worauf ich ihnen eine sehr schuldbewusste Schilderung der Ereignisse zukommen ließ und … nie wieder von ihnen hörte.

Ich dachte mir beschämt, mayne Ausführungen seien wohl nicht überzeugend genug gewesen und ärgerte mich lediglich ein wenig darüber, dass keinerlei Reaktion mehr kam. Wenigstens das abschlägige Urteil hätte man mir doch mitteilen können! Die  Neuorganisation der Schlösser regelt ich beim Umzug mit einer kleinen Trickserei. Alles halb so wild.

Schließlich erhielt ich im April, also 10 Monate nach dem Delikt, einen Brief mayner Versicherung, der beweist, dass nicht nur Langzeitstudenten begabte Prokastinierer sind, sondern auch Sachbearbeiter:

Nach10 Monaten Büroschlaf...

Nach10 Monaten Büroschlaf...

Nicht etwa mayne schlechte Rechtfertigung – nein das Büroversehen war schuld gewesen! Was für eine Erleichterung. Ich kramte und entdeckte zum Glück noch die Rechnung des Schlüsseldienstes aus der Nacht des Verbrechens und so durfte ich einige Tage später einen Verrechnungsscheck der Versicherung einlösen. Trotz des finanziellen Nullsummenspiels fühlte ich mich irgendwie beschenkt!

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Eine Antwort

  1. […] wollte diese Woche das Kapitel zur Verbrecherjagd beenden. Jedoch muss Chloe auch noch was einwenden. Ironischerweise wurde gerade diese Woche unser […]

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