Hilfe – Berlin führt die Kehrwoche ein!


Sieht so aus, als sei die permanente Berliner Angst vor der Überfremdung durch die Schwaben-Invasion doch berechtigt! Prangt doch auf der Webseite des Tagesspiegels dieses Bild, das eindeutig auf eine vollendete Usurpation der Hauptstadt durch die Sauberles hinweist:

"Saubere Sache": Der Berliner Bär "putzt d' Gass".

„Saubere Sache“: Der Berliner Bär „putzt d‘ Gass“. (Grafik via Tagesspiegel)

Dabei beklagte ich mich noch neulich in größerer Runde über das permanente Schwaben-Bashing in der Hauptstadt.

„Alles übertrieben“, versicherte ich, „wir sind eigentlich ganz harmlos.“

„Sie kommen aus Stuttgart“, fragte ein anwesender Tagesspiegel-Redakteur verwundert, „ja wo haben Sie denn Ihren Slang gelassen?“

Schließlich bin ich hier seit Jahren inkognito unterwegs und gebe mayne Herkunft nur ausnahmsweise preis.

Nun hat gerade sein Blatt mich Lügen gestraft und mit der Aktion „Saubere Sache“ die Kehrwoche eingeführt…allerdings Open Air und nicht wöchentlich, sondern jährlich. Am 15. September soll der erste Aktionstag sein.

Die von mir gefürchteten Schmähungen und Assoziationen mit der schwäbischen Invasion blieben allerdings aus. Wenn man die Kommentare durchliest, findet man durchweg positive Reaktionen. Außerdem dient vielen auch ein ganz anderer Erfahrungshorizont als Herleitung: Während ich Süd-West-Kind an den spießig-schwäbischen Ordnungsterror denke, romantisieren die ehemaligen DDR-Bürger die gemeinschafts-stiftenden „freiwilligen“ Arbeitsdienste  namens Subbotnik. Vermutlich übertreiben wir beide in unserer Sichtweise auf diese Reinlichkeits-Konstrukte.

Schwäbisch oder ostig, eine gewisse Grundordung ist ja doch nicht zu verachten.

In die Klagen der Kommentatoren, vor ihren Türen müssen sie ohnehin ständig selbst sauber machen, da der städtische BSR versage, können wir gar nicht zustimmen. Chloe schwärmt sogar regelmäßig von der Zuverlässigkeit und Schnelligkeit  mit der der „Technostrich“ an dem die SpreeSee-WG liegt von den Spuren der Partynächte befreit wird:

„Unglaublich wie die das machen, Maya! Nachts ist noch alles voller Scherben, Flaschen, Kotzlachen und Alkoholleichen und am nächsten Tag: alles weg!“

Wer Chloe kennt, weiß, dass ihr dieser Zustand ein sehr zufriedenes Seufzen entlockt und so wird sich wahrscheinlich auch der Berliner Bär am Abend des 15.9. fühlen, wenn er den Besen aus der Hand legt und sich freut:

„Schön wenn alles sauber ist.“

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Eine Antwort

  1. […] Box verstaut. Ich bin immer noch gerührt über ihren Ordnungssinn!! Und nicht nur Maya: Ganz Berlin putzt ab […]

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