Revaler Fundstücke – mein luxuriöses Hobby


Dieses selten schöne Exemplar entdeckte ich kürzlich im Hausflur:

Sieht nicht so aus, ist aber ein Luxusmöbel

Sieht nicht so aus, ist aber ein Luxusmöbel

Wie immer zückte ich die Kamera, denn seit unserem Einzug gehe ich mit Begeisterung dem Hobby nach, Fundstücke in unserem Flur und Eingangsbereich zu dokumentieren. Die Zettel im Treppenhaus sind dem geneigten SpreeSee-Leser längst bekannt, doch neben Nachrichten aller Art fällt in unserem Haus eine Menge Warschauer-Strandgut an. Ich finde es faszinierend, was da nicht alles zu den verschiedensten Tageszeiten auftaucht und ganz schnell wieder verschwindet. Die Veröffentlichung war immer mal wieder geplant, es kam jedoch nie dazu. Allenfalls halte ich Freunden ein Bild von ein paar ausgelatschten Schuhen unter die Nase und sage: „Guck mal, was unsere Nachbarn großzügig der Allgemeinheit schenken!“

Ab und an denke ich dann an unseren Hausverwalter, der uns beim Einzug ermahnte, nicht diese üble Sitte anzunehmen, denn er müsse regelmäßig den Sperrmüll rufen. Nichts ahnend zuckten wir damals mit den Schultern, als schwäbisch erzogene brave Bürgerinnen würden wir derlei nie tun. Allerdings schien es auch kein allzu großes Drama, dass der Mann mal zum Telefon greifen muss.

Wie unwissend wir waren! Noch kannten wir nicht die enorme Fluktuation in diesem Haus. Hier zieht eigentlich jeden Monat jemand ein und aus. Und jeden Monat stehen dann die aussortierten Waisen dieser Wohnungswechsel in unserem Hausflur:

Nun bekam ich jedoch die Rechnung für mayn Hobby präsentiert.  Auf der Betriebskostenabrechnung des Hauses für 2011 beträgt der Posten für Sperrmüllentsorgung sage und schreibe

Euro 3606,87  !!!

Ist das zu fassen? Chloes und mayn Anteil daran sind 107,20, für Sperrmüll von anderen- asozialen – Leuten, in einem Jahr. Maynen Spaß, den ganzen Schrott zu knipsen, bezahlen wir also völlig sinnloser Weise. Nur zur Erinnerung: Sperrmüll wird eigentlich von der BSR kostenfrei abgeholt, wenn man ihn als Privathaushalt ruft. Nur weil die verpeilten Nachbarn ihren Mist einfach abstellen – natürlich auch Dachboden und Keller einfach ungeräumt hinterlassen – und den Anruf dem Hausverwalter überlassen, zahlen wir alle einen absurd hohen Preis. Ich bin nicht knauserig, ich möchte nur die 107,20 lieber in der Nachbarschaft für Essen und Trinken auf den Kopf hauen, anstatt  sie für eine Leistung auszugeben, die ich umsonst haben kann.

Was ist also das Ergebnis mayner Empörung: die Bilder der teuren Fundstücke werden endlich nach und nach gepostet und vermutlich werde ich demnächst selbst zur Zettlerin.

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