Ballonköpfe und Rollschuhe…

…ergeben ein fantastisches Video. Klingt seltsam, ich weiß.

Eigentlich hatte ich mir ja fest vorgenommen nichts über das neue Album Music for Men von The Gossip zu posten. Jetzt habe ich es immerhin bis zur zweiten Single ausgehalten.

Zwar hatte ich mich schon wochenlang vorher auf Music for Men gefreut und war auch nicht enttäuscht, dass es diesmal schon sehr elektronisch abgeht und nicht mehr schrammelig-rockig wie vorher – die unglaubliche Stimme von Beth Ditto und die mitreißende Energie der Musik sind ja noch da und Disco ist jetzt auch nicht per se der Teufel. Mir passt es einfach nicht, wie die Band zur Zeit derart schleimtriefend und scheinheilig vom Mainstream, Feuilleton und Boulevard und sowieso jedem, der jetzt auch mal wieder was sagen möchte (Karl Lagerfeld), umarmt wird.

Die Miss Piggy des Post-Punk, Beth Ditto, tanzt als Quotendicke durch die Yellowpress, wo sonst Bohnenstangen, die mal 2 Wochen vernünftigt gegessen haben, als Jojo-Effekt-Opfer gegeißelt werden, sitzt bei Modenschauen in der ersten Reihe und wird von Designern geherzt, aus deren Größentabellen auch  Frauen, die fünf Nummern kleiner tragen als Ditto, verbannt sind. Die bekennende Feministin sieht das sicher selbst als subversiven Akt, vielleicht ist es das auch, aber mir kommt es eher vor wie eine Alibi-Veranstaltung der Gast- und Herausgeber. Schließlich ist sie die berühmte Ausnahme. Dass Ditto Milliarden Mädchen und Frauen auf der Welt wie einst Kate Moss` nacheifern, um statt Size Zero jetzt Supersize zu erreichen, halte ich zumindest für ausgeschlossen…

Egal – zurück zum Video, die Spex findet es zwar scheiße, aber Maya maynt, es ist einfach viel zu schön, als dass man es wegen der Schmollerei über den ganzen Medienzirkus unter den Tisch fallen lassen könnte:

Retrocool in Mitte und lässig-leger in Moabit

Maya maynt sie wohnt total gerne in Mitte und das seit Jahren.

Ich habe viele bunte Schuhe, eine karierte eckige 80er Sonnenbrille und sogar ne Leggings (aber nicht bunt), ich trinke tatsächlich dauernd irgendwo Kaffee und arbeite nur das Nötigste. Jungs in Röhrenjeans finde ich tendenziell nur gut, wenn sie sehr schwindsüchtige Größen haben – so bis Weite 28 – aber dann doch insgesamt besser als die Bootcut-Jungs mit den karierten Hemden (die gibts übrigens auch hier, aber hier sind sie nicht in der Überzahl), von denen Chloe immer so – äääh- schwärmt.

Und nun muss Maya feststellen: bin ertappt. Autsch! Ich bin retrocool in Mitte. Ich habe einen belächelnswerten Lifestyle. Alles was an Anfechtungen dazu gehört und alle Plätze, die unserayner so abklappert, haben die Herrschaften von The Durags in Yeah Yeah (das ist nicht nur der Refrain, sondern steht übrigens im Picknick riesengroß an der Wand) zusammengefasst:

Bestimmt gehört es zum Dasein als digitale Bohèmienne auch dazu, dass ich natürlich auch das Bashing der eigenen Person ganz selbstironisch toll finde. Hach – was kann ich nur machen – ich sitze in der Falle!

Zum Glück ist Charly gerade zu Besuch und hat mich mit seinem Shoppingwahn wieder mit dem eigenen retrocoolen Dasein versöhnt. Mussten wir doch dem sterbenden Kaufhaus-Hertie bei der Insolvenz helfen. ALLES MUSS RAUS. Schnäppchenjagd lässt grüßen. Natürlich gibts so ein Alte-Tanten-Kaufhaus nicht im retrocoolen Bezirk. Also hieß es auf nach Moabit.

Dort weht ein deutlich anderer Wind, besonders um den von den Durags besungenen Hodensack. Nix mit Röhre, hier schaukelt alles noch in luftiger Freiheit. Nicht dass ich persönlich das bemerkt hätte, weil ich dauernd irgendwelchen Männern in den Schritt gucke, nein nein.  Die Kassiererin fragte das besagte Anschauungsobjekt mit einer beträchtlichen textilen Jagdbeute vor uns in der Schlange:

Passt auch alles? Umtausch ist bei diesen Sachen nämlich ausgeschlossen.

worauf mir Charly zuraunte:

Na – diese Frage erübrigt sich bei DEM ja wohl!

Und dann erst entdeckte ich diesen Anblick:

Lässig legere Hose in Moabit

Lässig legere Hose in Moabit

Tja – diese Hose ist offensichtlich von der Marke „trägt sich niemals noch ein“. Na – nichts für Ungut, lieber Moabiter, aber bei solchen Ansichten, da gehe ich doch lieber wieder heim zu den retrosexuellen Jungs. Natürlich nicht ohne meinen teilzeit-retrocoolen Charly, der beim sterbenden Hertie das retrocoolste aller Accessoires erstanden hat: eine digitale Casio-Uhr. Bisschen retro gibts halt überall, sogar in Moabit.

Neue Götter – alte Blitze – schlimme Tölpel

Wenn man älter wird, sinkt die geistige Flexibilität, Veränderungen verkraftet man nicht mehr so leicht. Meine Oma (fast 90 und immer noch ein Ass im Rommé-Spiel) konnte sich bei meiner kürzlichen Visite im Lebkuchenland überhaupt nicht mit meiner „neuen“ (eigentlich alten, weil natürlichen) Haarfarbe anfreunden und urteilte:

Unser Maya-Kind erkennt man ja kaum wieder, sie sieht jetzt aus wie diese Schwimmerin…! Sagt schon, wie heißt die nochmal?

Betretenes Schweigen am Tisch, keiner der Tanten, Onkel, Cousinen und Co. konnte eine Ähnlichkeit zwischen mir und irgendeiner Sportlerin erahnen, aber Oma blieb hart, sie holte ihre Bibel – die Bunte – hervor und blätterte einen Bericht über Franziska van Almsick auf.

Schnell wendeten sich alle wieder dem Spiel zu und versuchten die Sache zu ignorieren, denn ich habe mit van Almsick ungefähr soviel gemeinsam wie mit ihrem Ex-Freund Kretsche – aber Widerspruch gegen die rechthaberische Matriarchin führt unweigerlich zu abendfüllenden Diskussionen. Und das lohnte sich in diesem Fall nun wirklich nicht, bin ja selber schuld, wenn ich die Oma so selten besuche, dass ihr die Gesichter aus der Yellowpress bekannter erscheinen als meines.

Zurück im Kessel musste ich zudem feststellen: auch ich werde älter, auch meine Fähigkeit mich auf neue Gegebenheiten einzustellen nimmt ab.

Mit dem neuen Sänger der „Gods of Blitz“, die zur Motor-Party im Schocken aufspielten, konnte ich mich nur schwer anfreunden. Viel zu glatt, viel zu wenig Reibeisen in der Stimme. Maya maynt bei „The riiiiising – the riising suuun…“ muss es schon ordentlich knarzen.

Der ist doch nur hier, weil er entfernt aussieht wie Alex Kapranos

schimpfte ich gleich drauflos (gibt es ein Gen fürs Vergleiche ziehen und die Rechthaberei? Das wäre gut, dann ist nämlich die Oma an meinen Tiraden schuld).

Komm schon – ok, er ist nicht der Knaller, aber singen kann er

versuchten die Freunde mich zu beruhigen, doch schon entdeckte ich den nächsten Aufreger: Weiterlesen

Medienkritiker-Kommune wird 50

Sie sind klein, blau und leben in Pilzhäusern, sie singen den ganzen Tag und es herrscht ein enormer Männerüberschuss unter ihnen. Sie kämpfen tapfer gegen das Böse und gehen liebevoll mit den ausgeprägten Charaktereigenschaften der Angehörigen um. Kein Wunder, dass Maya ein Fan ist von dieser Gruppe unabhängig lebender kleiner Wesen, die heute ihren 50. Geburtstag feiern.

Happy Birthday Schlümpfe!

Chloe hingegen hat ein etwas anderes Verhältnis zu der kleinen naturverbundenen Männerschar, sie kündigte ihnen einst wegen widerspenstigem Verhalten und Aufdringlichkeit allen auf einmal die Freundschaft und fühlt sich in einer schlumpffreien Umgebung deutlich besser.

Chloe, ich weiß, du glaubst die Schlümpfe seien nicht der richtige Umgang für dich, aber lass mich noch einmal eine Lanze für sie brechen:

waren sie nicht die Erfinder eines universal einsetzbaren Wortes?

schlumpf es dir doch noch einmal, denn ich habe soeben entdeckt, dass sich ihr Anführer, der große Papa Schlumpf, in Höhen der Medienkritik aufschwingt, von denen ein Reich-Ranicki nur träumen kann.

Liebe Schlümpfe – ich trinke heute auf jeden Fall einen Schlumpfsaft auf euch! Prost!

Noch eine kleine Frau und zwar best dressed!

Da wir ja zweifelsohne längst zum Expertenblog für kurz gewachsene Damen avanciert sind, ist ein Beitrag zur Mode für kleine Frauen nur eine Frage der Zeit gewesen – nun ist er da – ach und ehe ichs vergesse:

Happy 2000 Hits, Chloe!

So jetzt zurück zum Wesentlichen:

Domina-Pixie gegen Mode-Mäuschen

Als ich heute Morgen zum ersten Mal mein Weather-Pixie bei 10 Grad gesehen habe, bin ich etwas erschrocken. Meine kleine Repräsentantin trägt doch tatsächlich einen schwarzen Overall mit Netzärmeln, lediglich mit den lila Stiefeln konnte ich mich anfreunden. Huch! Was erwartet uns wohl, wenn es noch kälter wird? Am Ende zieht sich mein kleines Wetter-Elfchen noch so eine Freak-Maske über, wie Chloe sie neulich auf einem ihrer Streifzüge fotografierte.

Da wünschte ich doch mein Pixie würde mal mit Minnie-Mouse telefonieren und sich ein Style-Beispiel an ihr nehmen oder wenigstens ein paar Tipps geben lassen. Das kleinste Fashion-Victim (kann es ein Zufall sein, dass sie klein ist und ihr Name mit M beginnt?) der Welt besitzt schließlich eine ausgewählte Garderobe. Davon konnte ich mich neulich höchstpersönlich in der Galerie Lafayette überzeugen.

Deshalb – liebes Pixie – ja es wird kalt (ich habe mir gerade auf dem Fahrrad fast schon Handschuhe gewünscht) aber ein Overall mit Netzärmeln wird uns nicht wärmen, wollen wir uns nicht lieber dieses mollig warme Outfit von Minnie leihen?

Ok, das ist vielleicht ein bisschen zu ethno für uns, aber dann könnte Minnie uns vielleicht mit diesem fantastischen urbanen Look aushelfen? Schau dir mal diese Accessoires an!!!

Und wenn es schon unbedingt ein Overall sein soll, warum tragen wir dann nicht einen konsequent spacigen, wie dieses Modell?

Also liebes Elfchen, überlege es dir doch nochmal. Minnie beweist es ganz eindeutig: kleine Frauen können alles tragen, aber vieles sieht schöner aus als dein 10 Grad-Style!

Gründe, die gegen Bier sprechen!

Neulich, während eines Anrufs von ihrem Besuch auf einem Filmfestival, gab Chloe mir den Auftrag doch einmal zu Papier zu bringen, weshalb ich ihr durch wiederholte Hasstiraden gegen Regisseure, gespeist mit Anekdoten aus meinem Praktikum bei einem Filmfestival, vom näheren Verkehr mit dieser Zunft abrate. Wahrscheinlich waren einige gutaussehende Exemplare vor Ort und sie wunderte sich sehr über meine Abneigung.

Draft-Vorschlag war: 10 Gründe, die gegen Regisseure sprechen!

Nun – eventuell werde ich das irgendwann noch tun, aber eigentlich habe ich gar nichts gegen Regisseure, mit einem Vertreter dieses Berufsstandes bin ich sogar befreundet, ich schimpfe halt nur gern auf exaltierte Künschtler und dachte, nach dem Über-Ex sollte Chloe mal auf ein weniger störrisches Pferdchen setzen…

Andererseits habe ich erst kürzlich gelobt, mich keinesfalls mehr einzumischen (um weiteres Chaos zu vermeiden) und außerdem gibt es aktuell brennendere Themen, gegen die man sein kann…

Gerade hat mir ein – ansonsten sehr netter – Jemand folgendes Video zukommen lassen. Mit dem Betreff

Bier doch reine Männersache?!

und dem Vermerk

Hi,
was nen Glück für Guinness, dass es eh vorzugsweise von Männern
konsumiert worden ist… 😉
Viel Spaß beim Lachen & Fluchen,
Cheers

Wow – mein postfeministischer Stolz ist mehr als nur leicht verletzt. Trotz Vorwarnung durch den Absender- ich habe versucht es vielleicht doch lustig zu finden – NEIN – das hat nicht geklappt. Ich finds dreist und nicht auf eine gute Art!

Dabei bin ich doch sonst so hart gesotten und vergöttere Formate, die andere am liebsten an Amnesty International melden würden (siehe Zerstreuungs-Link-Abteilung). Diese Form von Schenkelklopfer Humor aus der männlichen Chauvi-Ecke erreicht mein Komikzentrum einfach nicht und ich bin froh darüber.

Wie gut, dass ich mir vom „Zauberkraut Hopfen“ niemals die Sinne vernebeln ließ (Hopfen-Kügele und -Brand zählen nicht, offenbar werden bei deren Herstellung die verdummenden Stoffe vorher vernichtet). So werde ich nicht gemein mit Menschen oder ähnlichen Wesen, die durch derlei Werbung angesprochen werden und werden sollen.

Ein bisschen freue ich mich dann aber doch, dass ich damit mal wieder einen Stoff gefunden habe, der perfekt zu all unseren Spreesee-Lieblingsthemen passt:

  • Bier bzw. Hopfen – Chloe, jetzt aber mal im Ernst, man kann DAS nicht trinken: „I would never share one with you“ vorher nicht und nach Kenntnis dieser Werbung noch viel weniger
  • Pornografie – nun gut, Kafka oder jeder andere Biertrinker auf der Welt können sich meinetwegen sowohl die Hopfenbrühe als auch die heißen Filmchen und Bildchen reinziehen, nur ich möchte das nicht sehen müssen!!! Und auf gar keinen Fall möchte ich, dass der Körper einer Geschlechtsgenossin auf den Gehalt, die Funktion und die Verfügbarkeit einer Bierflasche reduziert wird – nicht vor meinen Augen!
  • kleine Größen – bei vorliegenden Material bezieht sich der Größendiskurs allerdings weniger auf Körper (wobei – wer weiß schon, welche physischen Mankos die Werbefilmmacher ausgleichen müssen???) als vielmehr auf Geschmack und Verstand…

Madonna, Mireille & Maya

Was haben diese drei mondänen Frauen gemeinsam? Jedenfalls führten bereits zwei lustige Suchbegriffe bezüglich der Körpereinheiten auf unseren Blog:

Maya maynt: Was haben wir denn geschrieben, dass jetzt alle nach „Körpergröße“ suchen? Ok – ich bin klein – aber sind wir deshalb jetzt der Expertenblock für kleine Frauen? Ich fühle mich reduziert!

Chloe chlaubt, dass sie den Suchschlüssel hierzu im Hopfenpfad versteckt hat….