Wir sind Domain!

Der geneigte SpreeSee-Leser weiß: viele Wege führen zu uns.

Zusätzlich zu RSS-Feeds, Links auf befreundeten  Tatort-Blogs und den verschiedenen Sozialen Netzwerken von Myspace über Facebook bis Twitter, ist Google unser treuester Wegweiser.

Wer keine Lust hat, sich die absurdesten Suchanfragen auszudenken (mayne aktuellen Lieblinge: „Stefanie Hertel Brust OP“ und „Männer f***en am See“), mit denen man unseren hübschen Blog in den Weiten des Internets angezeigt bekommt, hat jetzt eine ganz neue Möglichkeit:

www.spreesee.com

Cool – oder? Big Spenderin Chloe chlaubte uns als verspätetes Geburtstagsgeschenk ein festes Plätzchen in der virtuellen Heimat anzuschaffen sei standesgemäß und Maya maynt: gefällt mir!

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Die iranische Twitter-Facebook-Revolution

Heute ist der 17. Juni, ein Tag an dem vor langer langer Zeit einmal ein Aufstand gegen ein Unrechtsregime in Deutschland aufgeflammt und kurz danach niedergeschlagen wurde und ein Tag an dem heute im Iran die Demonstrationen gegen eine unverschämte Wahlfälschung andauern.

Dass sie andauert und dass wir davon Bildmaterial haben, verdanken wir mutigen Menschen und dem Web 2.0, vielleicht erhalten wir mit dem Geschehnissen sogar die erste richtige POLITISCHE digitale Revolution. Wow. Zugegebenermaßen hätte ich das nicht gedacht.

Der Kommunikationsjunky Chloe  stand schon immer allen Neuerungen affirmativ gegenüber, sie war es, die mir vor gefühlten tausend Jahren meinen erstem E-Mail-Account einrichtete und sie ist es, die mir heute in den Ohren liegt, noch ein Profil in einem vierten Sozialen Netzwerk einzurichten. Während sie begeistert die virtuellen Welten umarmt und bei IPhone-Entzug kaum schlafen kann, murre ich dann und wann über die Nutzlosigkeit all dieser neuen Portale und Kommunikationsdienste. Ich hadere, ob uns das alles wirklich so viel bringt, wie die Dame vom See behauptet, ist es nicht viel mehr eine riesige Zeitvernichtungsmaschine? Schließlich ist beinahe der halbe Tag rum, bis alle Accounts abgefragt, jeder Status aktualisiert, jedes Foto der virtuellen Freunde kommentiert ist. Online-Staking, Cyper-Mobbing und digital verursachte Realitätsverluste gab es früher nicht.

Mal ganz ehrlich, überhaupt nichts Gutes ist uns doch aus der Mitgliedschaft in all diesen Foren und Netzwerken entstanden!

stellte ich neulich noch das ganze Web 2.0 in Frage. Chloe argumentierte zwar dagegen, konnte mich jedoch nicht wirklich überzeugen.

Aber das Geschehen im Iran, die Möglichkeit bei Zensur der offiziellen und herkömmlichen Medien über Facebook, Youtube, twitter dennoch eine Öffentlichkeit zu schaffen, die auch von autoritären Regimen schwer bis unmöglich zu kontrollieren und zu bändigen ist, das überzeugt mich nicht nur, es begeistert mich. Die Iraner sollen gefälligst twittern und Videos hochladen dass es kracht!

Hey – hätten sich die aufständischen Arbeiter von 1953 online organisieren können, hätten sie dadurch besser voneinander gewusst und anderen Signale geben können, vielleicht hätte auch ihr Aufbegehren angedauert, vielleicht wäre alles anders gekommen…vielleicht kann twitter die Geschichte und die Welt ja doch in ganz ungeahnter Form verändern!

Chloe ist gerade Schwarzschreiberin und mischt sich in Mayas Blogeintrag ein. Sie wollte nur für all diejenigen, die nicht einmal wissen wie das aussieht einen aktuellen Screenshot aus Twitter einfügen. Ist es zu fassen wie innerhalb von Minuten die Meldungen förmlich sprudeln?? TOLL !

tehran

Google ist der neue Gott

Früher engagierte man Heiratsagenturen, um die weiße Weste des Zukünftigen zu überprüfen. Aber da auch diese vom Mitgiftjäger (siehe aktuelle Buddenbrook-Verfilmung – arme, arme Toni!) gekauft werden können, sollte man derartige Detektivarbeit selbst in die Hand nehmen.

Wieso also nicht die Verbindungen nach ganz oben anzapfen? Google ist der neue Gott! Er sieht alles und er erhört täglich unsere Suchbitten. Im Gegensatz zum Voodoo-Zauber benötigt man nicht einmal ein paar Haare oder sonstige menschliche Überreste des Opfers. Vor- und Nachname reichen, um in die psychologischen Tiefen des Anschauungsobjektes zu gelangen.

Der gläserne Macho 2.0: Meine gute Seefreundin Muckie hat erst letztes Wochenende einen heißen Latino kennen gelernt. Frau hat ja so ihre Vorurteile… Herr Heißblut betonte gleich mehrmals, dass er nicht einer dieser Draufgänger und Schürzenjäger sei. Muckie, ein Profi im investigativen Singleprofilerismus, investierte nach dem Date nur zehn Minuten in eine gelungene Recherchearbeit und war sofort eines Besseren belehrt! In einem spanischen Zeitungsartikel (Gott spricht alle Sprachen bzw. Google übersetzt sie für seine Jünger…) gab Mr. Right an, dass „Frauen, Alkohol & Fußball“ zu seinen Hobbys zählen. Klingt das nicht vertrauenswürdig?

Gut, man soll nie vorschnell urteilen. Wie bei richtigen Heiratsagenturen müssen im zweiten Schritt Familie und Freunde angezapft werden. Die vom potentiellen Vater Deiner Kinder unter Google recherchierten Netzwerkprofile werden daher als „Freunde geadded“, um an weitere private Informationen zu gelangen. Was Muckie auf Facebook vorfand, entlarvte den Gentleman nun restlos als Gigolo: Kommentare von One-Night-Stands, Zickereien von Exfreundinnen und Reportagen von Kumpels zu Trinkgelagen…

Langsam, man soll nichts glauben, was man nicht mit eigenen Augen gesehen hat! Um so dümmer, wenn Freunde einen auf Partyfotos „taggen“. Klar, in unserem Alter hat jeder eine Geschichte. Aber muss man das so offen im Netz dokumentieren? Bei der Beweislage kann Mr. Latino nun nur noch vor seiner internetabstinenten Mutter den unschuldigen Sohn spielen. Bei der modernen Muckie ist er raus!

Auch Chloe musste schon mehrmals zuschauen, wie ihre aktuellen Dates rumknutschend auf Fotos getagged wurden. Wir sind ja alle kein Kind von Traurigkeit, aber zeig mir Deine Freunde und ich sag Dir, wer Du bist! Meine Freunde würden nicht im Traum daran denken, meine Zukunft im Netz durch denunzierende Fotos zu zerstören. Ferner bin ich zum Glück eine Karikatur und kann höchstens zweidimensional bei Eskapaden ertappt werden. Wer das dokumentieren will, muss erstmal zeichnen lernen. Hoffentlich kommt mein MoMa auf keine dumme Ideen…

Aber auf was Männer sonst kommen ist unmöglich. In letzter Zeit werde ich vermehrt von mir völlig unbekannten Web-Machos angebaggert. Egal ob berufliche Netzwerke wie XING oder private wie Facebook: Das Internet ist zum reinsten Kuhhandel verkommen. Neulich wollte mich so ein Typ als „Freund adden“. Statt den Vorfall zu ignorieren, antwortete ich patzig: „Why should I know you?“ Die Antwort kam prompt:

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In Zukunft ignoriere ich wieder alles. Und das mit dem Googeln hat mir Maya auch verboten. Sonst lande ich wieder beim Über-Ex. Und Ego-Googeln war noch nie mein Ding. Ganz im Sinne: Je mehr Suchergebnisse es im Netz zu meinem Namen gibt, desto wichtiger bin ich. Oder realer? Bin ich erst, wenn ich googelbar bin? Ich muss schon zugeben, dass ich es unheimlich finde, wenn ich ein Date google und kein einziges Suchergebnis zu dem Namen finde. Als würde man eine inexistente Persönlichkeit treffen. Einen Namen, dem Google noch kein Gesicht gegeben hat.

Und wenn schon nicht über Dich geschrieben wird, dann mach selber auf Dich aufmerksam, indem du Artikel auf Wikipedia stellst. In jedem von uns steckt Google! Oder pflege bei Personensuchmaschinen wie yasni.de und 123people.de dein Netzgesicht. Hier erfährst Du auch, wie oft pro Woche nach Dir gesucht wird! Abonniere einfach eine Newsletter. Aber vorher bitte noch ein paar private Daten freigeben.

Nach mir wird gesucht? Aber klar doch! Das Googeln nach Freunden ist ja in diversen Kreisen zum reinsten Gesellschaftsspiel verkommen. Man legt falsche Profile an, added sich, kommentiert mit dem Ergebnis auf dem Bildschirm das fettleibige Profilfoto, den Job, die neue Freundin des Verflossenen, des Erzfeindes, der schlechten Bettgeschichte etc. Besser als jedes Abi-Nachtreffen!

Chloe ist selbst mal so einem googleuellen Kreis auf die Schliche gekommen. Wer mich unter XING direkt unter dem Namen „Chloe vom See“ sucht und auf meiner Seite landet, der wollte nur an meine Daten! Ich konnte mir schon denken, dass das wohl eine aktuelle Flamme meines Über-Ex sein muss, die sich über die Existenz dieser Verrückten, die so lange mit dem Freak zusammen war, versichern musste. Ich machte mir einen Spaß daraus und schrieb der Profiljägerin. Gut, etwas Risiko ist bei so einer virtuellen Attacke immer dabei. Jedoch hatte ich Recht! Und die knudellige Studentin rief noch an dem Tag schockiert bei meinem Über-Ex an und fragte ihn, woher ich wüsste, dass sie auf meiner Seite war.

Mich schockierte indes, dass die meisten Netzanwender immer noch so naiv sind. Glaubt Ihr denn im Ernst, dass Euch Facebook völlig umsonst Massen an Speicher für Eure Urlaubsfotos zur Verfügung stellt? Nichts ist umsonst. Eure virtuellen Spuren sind nachhaltiger als die reellen im Sand. Google macht uns unsterblich!

Apropos, gibt es eigentlich auch einen Friedhof für tote Profile? Verwandte pflegen Deinen virtuellen Onlineauftritt für Dich weiter. Freunde können Dich aus aller Welt am Grabstein besuchen, Kommentare hinterlegen, zu Weihnachten gratulieren. Diese Idee sollte ich mir patentieren lassen… wie wäre es mit dem Namen „Corpsebook“?
Ich backe jetzt auf alle Fälle einen ganz realen Kuchen für die Geburtstagsparty meiner ganz realen Freundin Karin. Auf der Party werden bestimmt wieder Fotos geschossen, damit sie auf Facebook landen. Soll doch Mr. Latino ruhig vor Augen geführt werden, welch klasse Frau er da verpasst hat! Und liebe Muckie, ich pflege stets den Spruch:

Ich suche nicht, ich werde gefunden!

Der Richtige wird eines Tages bestimmt mit einem echten großen Blumenstrauß vor Deiner Tür stehen. Und dann verlässt Du Dich wieder ganz mündig aufs Gefühl und nicht auf Google.

Die Welt ist eine Suchmaschine

Und wir lüften gerne den Vorhang hinter der Blogstatistik. Folgende Begriffe führten Suchende in den letzten Wochen irrtümlicherweise auf SpreeSee.

1. Während sich Manic-Maya noch über den Tokio-Adventskalender aufregt und sich zynisch Parodien erspinnt, scheint sie in der Tat eine Marktlücke entdeckt zu haben. Dieser Kalender wird gesucht:

reggae-adventskalender

2. Auch solche Recherchen führen auf unsere Seite:

friedrichshafen

3. War hier ein Dadaist am Werk?

handy-borno

4. Wie wäre es mit einem Rechtschreibeprogramm zum Download?

handy

5. Geht einfach ne Runde angeln! Dort findet ihr sicherlich die Vereinsvorsitzenden.

bodensee-russlanddeutsche

6. Wir finden es zuckersüß, dass so viele Radiohörer über die Eingabe von „wittgenstein das alte haus“ auf unsere Elefanten stoßen. Aber das ist doch Tierquälerei!

elefanten-porno

7. Das übertrifft alle sexuellen Suchanfragen….

tampon

8. Inzest können wir auch noch drauf packen!

tante

9. Neben Frauen bleibt Alkohol das zweite Lieblingssuchthema.

nachruf-auf-mein-bier

10. Ich liebe Suchende, die W-Fragen stellen! Wer beantwortet das? Google!

wer-isst-tiefkuehlware

Madonna, Mireille & Maya

Was haben diese drei mondänen Frauen gemeinsam? Jedenfalls führten bereits zwei lustige Suchbegriffe bezüglich der Körpereinheiten auf unseren Blog:

Maya maynt: Was haben wir denn geschrieben, dass jetzt alle nach „Körpergröße“ suchen? Ok – ich bin klein – aber sind wir deshalb jetzt der Expertenblock für kleine Frauen? Ich fühle mich reduziert!

Chloe chlaubt, dass sie den Suchschlüssel hierzu im Hopfenpfad versteckt hat….

Wir haben unsere Leserschaft wohl gefunden….

Ein herzliches Willkommen auch dem Menschen, der mit unserer Lieblingssuche für diese Woche zu uns gekommen ist:

Ein Hoch auf die Blogstatistik, der wir dieses Wissen verdanken.

Zu einem weiteren Kommentar über diese Suche konnten wir uns dank anhaltender Lachkrämpfe nicht durchringen!