Feiste Appetithappen

SpreeSee ist begeistert von Leslie Feist. Neulich diente sie Chloe als Style-Vorbild in Sachen Frisur. Hautptsächlich verehren wir sie aber natürlich wegen ihrer Musik.  Stimme, Songwriting,  Arrangements der beeindruckenden Frau sind einfach rundum gelungen und bewegend. Ihr Konzert, das Chloe und ich im Admiralspalast besucht haben, zählt definitiv zur Top 5 mayner persönlichen Live-Erlebnisse. Allerdings ist das schon ganz schön lange her – wenn ich mich richtig erinnere, war es 2007.

Jetzt gibt es endlich Neuigkeiten. Das neue Album „Metals“ erscheint am 30.9.2011 und damit geht Feist natürlich auch wieder auf Tour. Am 22.10. wird sie das Berliner Publikum im Tempodrom bezaubern. Ich freue mich riesig und begnüge mich bis dahin mit dem Vorgeschmack, den die kleinen Webisoden auf www.listentofeist.com liefern:

Der Sommer war eh nix besonderes, von mir aus kann der Herbst kommen – sofort!

Ein Rekorder voller Frühlingsgefühle

Die Zeit online hat eine wunderschöne Serie im Musik-Ressort. Den Rekorder. Hier werden Musiker vor die Kamera gezerrt um in seltsamen Umgebungen einen Song in abgespeckten oder Akustik-Versionen zu spielen – eine Art Mini-MTV unplugged/Straßenkonzert. Das könnte ich mir den ganzen Tag lang anhören und -sehen.

Dabei sind absolute Maya-Lieblinge wie Britpop Mann der ersten Stunde Brett Anderson, Adam Green und Jamie Lidell, der sich auf einer Parkbank die Seele aus dem Leib singt. Bonaparte-Head zeigt, ganz ohne Band aber in stilechter Pferdekoppel-Kulisse, dass es auch ohne Zirkusspektakel geht, das ist natürlich ein größerer Sprung als bei den eher konventionellen Videos von Gisbert zu Knyphausen und Phoenix. Sehr arty hat sich Hans Unstern (Achtung Chloe: Mann mit Bart und Intellekt) in Neukölln in Szene gesetzt. Mayn absolutes Lieblingsstück, weil es derzeit ohnehin ein Ohrwurm ist und so gut zur frühlingshaften Stimmung hier passt, ist ZAZ mit Je veux:

Keine Ahnung, warum manche sie als die französische Lena bezeichnen, schließlich kann diese Frau hier singen (sorry Lena) – und wie. Was für eine Wahnsinns-Stimme! Und der Text ist auch nicht zu verachten. Obwohl, wenn mir einer den Eiffelturm anbieten würde, könnte ich vielleicht schwach werden…

A A A !!!

Gleich gehts los – Vampire Weekend Konzert – haben wir uns verdient, nach all den Wohnungssuche-Desastern.

Neue Götter – alte Blitze – schlimme Tölpel

Wenn man älter wird, sinkt die geistige Flexibilität, Veränderungen verkraftet man nicht mehr so leicht. Meine Oma (fast 90 und immer noch ein Ass im Rommé-Spiel) konnte sich bei meiner kürzlichen Visite im Lebkuchenland überhaupt nicht mit meiner „neuen“ (eigentlich alten, weil natürlichen) Haarfarbe anfreunden und urteilte:

Unser Maya-Kind erkennt man ja kaum wieder, sie sieht jetzt aus wie diese Schwimmerin…! Sagt schon, wie heißt die nochmal?

Betretenes Schweigen am Tisch, keiner der Tanten, Onkel, Cousinen und Co. konnte eine Ähnlichkeit zwischen mir und irgendeiner Sportlerin erahnen, aber Oma blieb hart, sie holte ihre Bibel – die Bunte – hervor und blätterte einen Bericht über Franziska van Almsick auf.

Schnell wendeten sich alle wieder dem Spiel zu und versuchten die Sache zu ignorieren, denn ich habe mit van Almsick ungefähr soviel gemeinsam wie mit ihrem Ex-Freund Kretsche – aber Widerspruch gegen die rechthaberische Matriarchin führt unweigerlich zu abendfüllenden Diskussionen. Und das lohnte sich in diesem Fall nun wirklich nicht, bin ja selber schuld, wenn ich die Oma so selten besuche, dass ihr die Gesichter aus der Yellowpress bekannter erscheinen als meines.

Zurück im Kessel musste ich zudem feststellen: auch ich werde älter, auch meine Fähigkeit mich auf neue Gegebenheiten einzustellen nimmt ab.

Mit dem neuen Sänger der „Gods of Blitz“, die zur Motor-Party im Schocken aufspielten, konnte ich mich nur schwer anfreunden. Viel zu glatt, viel zu wenig Reibeisen in der Stimme. Maya maynt bei „The riiiiising – the riising suuun…“ muss es schon ordentlich knarzen.

Der ist doch nur hier, weil er entfernt aussieht wie Alex Kapranos

schimpfte ich gleich drauflos (gibt es ein Gen fürs Vergleiche ziehen und die Rechthaberei? Das wäre gut, dann ist nämlich die Oma an meinen Tiraden schuld).

Komm schon – ok, er ist nicht der Knaller, aber singen kann er

versuchten die Freunde mich zu beruhigen, doch schon entdeckte ich den nächsten Aufreger: Weiterlesen

Noch ne Sinfonie von einer Maus namens Mickey

Wie praktisch, liebe Chloe, dass du gerade deine musikalischen Erlebnisse am See im Blog verarbeitet hast, da fällt es mir besonders leicht, den weiten Bogen von der klassischen Hoch- zur klassischen Popkultur zu schlagen.

Neulich durften wir bereits die Kommune der Schlümpfe zum runden Geburtstag beglückwünschen und heute gilt es, einer der großen (obwohl sie klein ist) Popikonen schlechthin mit diesem frühen Video zum 80. Geburtstag zu gratulieren.

Ganz offensichtlich hat der weltbekannte Mäuserich nicht nur einen Hund als Haustier und eine Fashionista zur Freundin, sondern hegt wie die liebe Chloe eine Leidenschaft zur klassischen Musik. Er kann sogar den Flügel virtuos und in einer Vorwegnahme Hendrix’scher Manier bearbeiten – oder sagen wir zumindest auf Little Richard-Art, dann passt es auch mit dem Instrument .

Kleine Körpergröße, Liebe zur Musik und gendertrouble (weil man ja weiß, die Mickey Mouse ist ein Mann, über den ständig in der femininen Form gesprochen wird)  – sonnenklar, dass ich Mickey Mouse super finde!

80 Jahre, was für ein Alter, für eine Maus! Ich wünsche ihr/ihm von ganzem Herzen alles Gute und dass sie/er noch auf vielen meiner T-Shirts erscheinen, sowie vielen Patienten im Wartezimmer meines Kinderarztes den Bammel nehmen kann, wie sie/er es bei mir getan hat. Da stand nämlich dieses unglaublich tolle Telefon, das hat mich immer sehr beeindruckt…

Nahm Klein-Maya die Angst vor drohenden Spritzen

Happy Birthday Mickey!