Make Up-Figürchen gegen Testosteron-Zwerge

Chloe gibt derzeit am Lech das Schneewittchen. In extrem testosterongeschwängerter Atmosphäre räumt sie als einzige Frau unter lauter IT-Zwergen auf. Da hat man es als Dame nicht so leicht. Weil sich ein direkter Vergleich der Penisgrößen am Besprechungstisch verbietet, geht es verbal in der männlichen Kollegenschaft hoch her. Hierarchiegerangel, Machtfantasien und permanentes Sexgeprotze sind an der Tagesordnung, die Anwesenheit der neuen Kollegin scheint entweder noch nicht durchgedrungen zu sein oder das ganze noch zu befeuern. Was ich mir da dann am Telefon und am Wochenende anhören kann, würde ohne weiteres 2-3 soziologische Fallstudien ausfüllen, Klagen wegen sexueller Belästigung begründen und Gender-Studies-Kurse zum Jaulen bringen.

Zu allem Übel sind die Kolleginnen der anderen Abteilungen noch ein wenig zurückhaltend, der armen Chloe fehlt eine verbündete Geschlechtsgenossin am Arbeitsplatz. Ein Glück nur, dass es die Phalanx der Mitbewohnerinnen in Süd und Nord-Ost gibt, wir peppeln die tapfere erwerbsorientierte Pionierin mit Frauengesprächen auf. Vom Liebesroman bis zum Kochrezept, vom Frauenarzt bis zum Änderungsschneider, von der Quote bis zur Quaste wird dann alles schön rosarot durchdekliniert.

Doch was, wenn Chloe einen kleinen Östrogenkick für zwischendurch braucht?

Zum Glück haben sich die Leute aus dem Haus Chanel eine sehr hübsche Kampagne für ihre dekorative Kosmetik einfallen lassen, dieses Video ist sooooooo süüüüüüüüß, das ist ein ideales Schutzschild für mayne Chloe hinter den Sieben Bücherbergen bei den IT-Zwergen:

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Chloe träumt von RFID tags für Männer

Total Quality Chloe liebt Technologie. RFID ist zum Beispiel eine revolutionäre Kennzeichnung für Waren im Einzelhandel. Ach was, für den ganzen Supply Chain! Und nun für Normalsterbliche: TOTeM (Tales of Things and Electronic Memory) hat mit RememberMe ein interessantes Projekt für Oxfam konzipiert. Den Second Hand Spendern soll die Möglichkeit zur Verfügung stehen, die persönliche Geschichte zu ihren Siebensachen auf einen RFID tag zu besprechen. Über ein Smartphone (ich mache jetzt mal keine Markenwerbung) kann die erzählte Geschichte dann im Laden eingescannt und angehört werden. Hier ein kleines Video:

Was spukt natürlich sofort in Chloes Kopf? Ich will so ein Etikett für meine Dates! Ach wäre das schön, wenn die Ex-Frauen/-Liebhaberinnen/-Dates etc. ihre ganz persönliche Geschichte zum Second Hand Mann auf RFID dokumentieren könnten. Ich hielt einfach mein iPhone hin und lauschte:

Benjamin fand ich letzten Sommer beim Männersamenstau auf einer Ingenieur-Party. Ich konnte ihn noch rechtzeitig aus dem Wühltisch fischen, bevor ihn mir eine Ethnologie-Studentin streitig machte. Nach der ersten Wäsche musste ich jedoch zuhause zu meinem Erschrecken feststellen, dass der Kerl furchtbar fusselt. Kein Wunder bei all dem Rückenhaar! Und als ich ihn darauf ansprach, meinte er nur, dass ich es doch wegmachen solle, wenn es mich so sehr stört. Ich packte ihn daraufhin in einen blauen Sack für die Altmännersammlung.

Markus war ein richtiger Ladenhüter bei Dating Café. Vier Monate lang wurde er mir immer wieder vorgeschlagen, bis ich mich eines Tages dazu erbarmte und ihm ein Date gewährte. Wir trafen uns auf einen Spaziergang. Er meinte, er müsse sich erstmal vorneweg entschuldigen, falls ihm ein Pups herausrutsche. Er habe zu viele Kirschen auf leerem Magen gegessen. Ich konnte mich die ganzen zwei Stunden lang natürlich auf nichts mehr konzentrieren, da ich völlig verstört und beängstigt auf die Gasattacke wartete. Wann kommt es? Wie laut wird es sein? Wie reagiere ich? – Zum Glück rutschte ihm nichts raus. Aber hören Sie mal! Mann ist doch erwachsen. Das kann man sich doch verkneifen. Dann gärt man halt innerlich, aber wie dreist ist es bitteschön, vorab Furze anzukündigen!

Teil V: Chloe auf Parship

Der Mann und das Mutti !

Lange ging gar nichts auf den Datingportalen. Chloe ist ferner im Männer-Fasten-Modus sowie bemüht passiv. Und nun erlebe ich Erstaunliches: Seit Start der WM werde ich mit „Sympathieklicks“ (Dating Café) und „Lächeln“ (Parship) überhäuft. Was hat dieses antizyklische Gebalze auf sich? Ich dachte, dass gerade zur WM die Gattung Mann in der Fußballstarre das Daten sein lässt. Aber so viele Zuschriften wie direkt vor dem ersten Deutschlandspiel (Maya war Zeuge!) habe ich noch nie auf einmal erhalten.

Was löst der Ball bloß in der Gefühlswelt eines Mannes aus? (Was er in mir auslöst, hat Maya gestern herrlich amüsant dokumentiert). Warum sollte sich jemand gerade zu dieser höchst sensiblen Beziehungskrisen verursachenden Zeit eine unqualifizierte Frau auf die Couch zum dumm Fußballsprüche klopfen setzen wollen? Oder ist es einfach der primitive Wunsch, ein kaltes Bier von seiner Partnerin gereicht zu bekommen? Schatzi, geh Du mal zum Kühlschrank!

Vielleicht ist das aber auch einfach mal wieder ein Berlin spezifisches Phänomen? Die hohe Dichte an Künschtlern, Intellektuellen und sonstigen Freigeistern kann mit dem archaischen Sport wohl nix anfangen und flüchtet sich lieber in die Illusion namens Liebe? Bzw. sind wahrscheinlich alle bodenständigen Freunde der Künschtler nun für einen Monat hinterm Bildschirm versunken und es liegen plötzlich ungenutzte Kommunikations-Ressourcen brach? Frau weiß es nicht.

Aber Frau nutzt jetzt mal die Zeit und reflektiert über ein neues Dating-Thema: Hinter jedem Mann steht eine Mutti!

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No-Gos bei Dates: Finger weg vom Schlund!

Handtaschen gibt es in diversen Größen. Am liebsten sind mir geräumige, die Platz für Zeitung, Notizblock sowie den neuen Kracht lassen. Zu meinen Schuhen passen sie farblich nicht immer, zu den Handschuhen aber sicher. Jedenfalls verbindet Frau viel Geschichte mit den Beuteln aus Leder, Stoff oder sommerleichtem Bast. Während auf Fotos gerne mal unsere Köpfe rollen, tollen unsere edlen Accessoires recht keck um unsere Hüften oder setzen sich unter der Achselhöhle ins rechte Licht der Chronologie unserer Modehysterie. Chloe besitzt lediglich ein paar sehr ausgewählter Stücke. Immer in Maßen. Denn – wie sie gerne zu sagen pflegt –

Das führt ja zu nix!

Wann soll man all die schönen Begleiter tragen? Gleichzeitig geht es ja eh nicht. Für Berliner Frauenverhältnisse scheint Chloe dennoch sehr gut bestückt zu sein. Ihr Date aus dem Club bemerkte nämlich am nächsten Tag im St. Oberholz am Rosenkrieger Platz (Insider!):

Oh, Du hast tatsächlich zwei Handtaschen für Deinen Trip nach Berlin mitgenommen.

Ich patzte weibisch, dass man schlecht seine sackförmige überdimensionierte Tote Bag als Ausgehhandtasche zu einem Tanz mit einem Faun umschlingen kann! Dass mein Faun am nächsten Tag statt eines Flo- einen Reh-Applikationsgürtel trug, ließ ich unkommentiert.

„Bag follows function“ ist eines meiner Leitmotive bei der Auswahl meines Heims am Riemen. In einem Club werde ich sicherlich nicht in die Verlegenheit geraten und ein Buch aus meiner Tasche zum Schmökern rausziehen wollen.

In meine kleine Baguette-Handtasche passt während meiner achtstündigen Zugfahrt gen Norden hingegen nur schlecht eine Wasserflasche oder eine Tüte Gummibärchen rein.

Aber nun zum Wesentlichen. Der absolute No-Go beim ersten Date: Man(n) hat niemals die Berechtigung unaufgefordert seine Zubehörteile in das Fass mit Boden einer Frau zu stecken!

Das ist keine Wickeltasche, in der wir Frauen Eure notwendigen Utensilien zum Leid unseres Rückens gleich mitschleppen. Solch Schmarotzerverstauungsverhalten ist unverfroren! Eine Analogie: Stellt Euch vor, wir würden Euren Sportflitzer gleich beim ersten Date beim Ausparken mit einer Beule kastrieren. Der Vergleich hinkt? Ich hinke auch immer ganz schön, wenn Handy, Geldbeutel und der Schlüsselbund mit dem Umfang eines Reisebügeleisens gegen meine Taille schleifen. Ohne Vertrag – z.B. Ehevertrag – ist ein derartiges Muli-Geschäft nicht zu dulden. Was ich von der Institution Heirat an sich halte, sei vorläufig dahingestellt. Frech ist es allemal, wenn die ganze unwissende Welt da draußen plötzlich davon ausgeht, dass der Nerd neben Dir Dein Handtaschenabschnittsgefährte ist, nur da er seine Kreditkarte bei Dir parkt. Ich hasse den Satz „Kann ich mal meinen Geldbeutel haben?“. Der Zugriff unbefugter Hände in meinen ledernen Schlund ist strengstens untersagt. Mein Interieur ist scheu! So hielt z.B. neulich ein Typ am Nachbartisch im Restaurant neben seinem Sportwagenschlüssel plötzlich ein Tampon in seinen Händen. Wäre er cool gewesen, wäre er zumindest nicht so peinlich rot angelaufen…

Als ich nun gestern neben so nem Date im Theater saß und gerade meine Eintrittskarte in die minimalistische Handtasche ablegen wollte, nutzte der Stauraumwirt die Gelegenheit und schob schäbig seinen fetten Geldbeutel ohne zu fragen hinein. Ich bin immer noch so wütend darüber und beende den Diskurs mit einem Wort: Handguillotine !