Music Diary 2013

Ups – unter „Das Neueste“ steht tatsächlich noch der Link zum Jahresrückblick 2012.
Zugegeben – im letzten Jahr hat sich SpreeSee rar gemacht. Aber nur weil hier fast nichts zu hören/lesen war, heißt das nicht, dass es in der WG still war. Aus Chloes Zimmer dringt üblicherweise melancholisches Tango-Gesäusel – Insider behaupten gar, sie wolle demnächst selbst am Bandoneon herumquetschen. Ein Best of mayner Ohrwürmer 2013 habe ich im traditionellen musikalischen Jahresrückblick zusammengestellt:

Musikalischer Jahresrückblick 2013 by Popkonsulin on Mixcloud

Advertisements

Bye bye 2012 – musikalischer Jahresrückblick

Früher war mehr Lametta! dachte ich Ende November.

Um mich herum und auf allen Medien begannen die Leute, auf 2012 zurückzublicken und ich überlegte, wie das Jahr so geklungen hatte. Spontanes Schulterzucken im Dialog mit mir selbst.

Die Zeit schritt voran, es wurde enger, der Druck stieg, eine Buchpräsentation riss mich aus der Lethargie: „Keine Sorge Mutti am Steuer“ Heiko Sakurai – Cartoons des Jahres 2012.

[Ein  Buch, das wir jedem wärmstens empfehlen. Chloe und ich sind sehr glücklich, dass wir zu Weihnachten mit Geschenken aus den Federn unsere Freunde punkten konnten. Uns von der Sprees brachte der Anblick der großartigen Polit-Muppet-Show zudem eine gelungene Ablenkung von der nervenaufreibenden Trotzphase des jüngsten Sprösslings. Lachen hilft ja immer, sogar bei mittelschwerem Familienwahnsinn!]

Unser werter Zeichner legte also seinen Jahresrückblick an feinsten Karikaturen chronologisch geordnet vor –  und ich war immer noch nicht weiter.

 

Also diesmal kein Jahresend-Mixtape??? Doch natürlich!

Zur Not hätte ich auch einfach diverse Sommer und Reise-Playlists, die ich Chloe zusammengestellt hatte, aneinander kleben können, aber an einem trüben Samstagnachmittag kam schließlich die Inspiration – oder vielmehr der Mut zur Entscheidung – und aus einer konfusen Liste wurde doch noch ein veritables Mix-Tape.

Was ich aus den Sound-Trauben des durchwachsenen Jahrgangs zusammengebraut habe, fand dann sogar ein mildes Urteil vor Charlys kritischem Gehör:

Ich bin überrascht Maya, das ist ein schmissiger Mix ganz ohne den Quatsch, den du sonst so gerne einbaust.

In diesem Sinn – einfach mal klicken und reinhören – viel Spaß und ein frohes Neues!

Music Diary 2012 by Popkonsulin on Mixcloud

Mick und Keith feiern Goldene Hochzeit

SpreeSee gratuliert den großen alten Herren des Rock zum halben Jahrhundert!

50 Jahre Rolling Stones – ist denn das zu fassen? In einer Zeit in der nur wenige Musiker mit mehr als ein paar Alben erfolgreich sind – beziehungsweise überhaupt nicht mehr über Alben, sondern nur noch über einzelne Download-Tracks wahrgenommen werden – erscheint ein 50-jähriges Bühnenjubiläum völlig anachronistisch.

Mayne Nostalgie, die schon neulich mit dem Radio Eins Radio Day zum Stones-Jahrestag (Es ist nur Rock’n’Roll – doch ich mag es) einsetzte, ist heute vermutlich auf dem Höhepunkt.

Einerseits geht es mir dabei wie beim Betrachten der anderen großen Popkultur-Phänomene, die dieses gigantische welt-und dekaden-umspannende Ausmaß haben, das es wohl in Zukunft nicht mehr geben wird, weil man sich auf solche Ikonen nicht mehr einigt. Ich frage mich, ob wir wohl die letzte Generation sind, die noch erlebt hat, dass eine Band schon stilbildend Musik gemacht hat, bevor wir selbst auf die Welt kamen, und uns bis ins Erwachsenenalter begleitet.  So ähnlich ging es mir ja schon anlässlich des Tods von Michael Jackson.

Andererseits hängt die große Faszination für die Stones natürlich mit ihrem Geburtsjahrzehnt zusammen. Die Zeit der 60er Jahre ist ja nicht umsonst eine bis ins unendliche zitierte und in Retrobewegungen vielfach gespiegelte immer wieder aufgerufene Ära. Protest, Bürgerrechts- und Studentenbewegung, Beat, LSD und Sexuelle Revolution. Wer wäre nicht gerne an diesem Kulminationspunkt dabeigewesen? Was wir heute in popkulturellen Retrophasen nur noch nachspielen können, war das Leben im absoluten Hier und Jetzt. Der Versuch, sich von diesem Lebensgefühl als spätgeborener Konsument ein Stückchen abzuschneiden, kann immer nur ein bisschen abgestanden schmecken. Wie Rosinen, süß und eigen aber eben auch kein Vergleich zur knackigen frischen Traube. Ein Bild, dass mich zu den  Stones von heute zurückbringt. Die sind ja inzwischen auch eher im Rosinenstatus angelangt. Allerdings hat das eben auch etwas Reizvolles, als wären ein paar entfernte schrullige Onkel, beobachtet man, wie sie sich so durchs Leben bewegen.

Der dritte  Anknüpfungspunkt für mayne Rolling Stones Nostalgie ist rein persönlicher Natur und reicht zurück ins Jahr 1999. Ich hatte gerade mayn Abi gemacht und verbrachte den Sommer mit jobben, feiern, faulenzen und dem Abschied von der Schulzeit. Wir cruisten in klapprigen ersten eigenen Autos oder den Kombis der Eltern durch die schwäbische Vorstadt, machten Ausflüge aufs Land und mayn damaliger Freund brachte als riesiger Stones-Fan Oldie-Abwechslung in den zeitgenössischen 90er-Soundtrack dieses letzten Kindheits-Sommers zwischen Schule und Uni. Unter Lou Begas Mambo Nr. 5 und Pretty fly for a white guy von The Offspring mischte sich

Weiterlesen

Alles ist besser mit Bluetooth!

„Das ist alles??? In dem Ding soll die ganze Magie drinstecken?“

Der Bluetooth-Stecker, der die kabellose WG-Beschallung ermöglicht

Der Bluetooth-Stecker, der die kabellose WG-Beschallung ermöglicht

Ich stehe im Media Markt, in den mich Charly gegen maynen Protest an einem Samstag geschleppt hat, und betrachte skeptisch ein ca. 1 cm² großes Steckerchen. Die Mission war, unsere WG mittels Bluetooth drahtlos überall zu beschallen. Chloe hatte zu diesem Zweck schon längst eine Drahtlos-Box angeschafft. Leider scheiterte das Unterfangen, weil alle mayne Geräte, vom antiken I-Phone bis zu Laptop und Netbook ohne (funktionierendes) Bluetooth sind, Chloes Musikauswahl begrenzt und der W-Lan Empfang in der Küche für satte Soundcloudstreams zu schlecht ist.

„Kein Problem“, sagten Jos Lars und Charly, „das kann man ganz einfach nachrüsten“. Doch in mayner stereotyp weiblichen Technikangst und mit der Vorstellung im Kopf, etwas, das Daten durch die WG-Wände hin zur Box überträgt, müsse ganz kompliziert und teuer sein, scheute ich die Anschaffung.  Und so blieb die Soundkulisse in der WG ein buntes Sammelsurium aus Radio in der Küche und ordentlichen Playlists aus den PC-Boxen in maynem Zimmer. Filmabende auf der Couch erforderten mittelgroße Umbauten oder erhielten eine romantische Komponente durch geteilte Kopfhörerstöpsel.

Das ist nun alles vorbei, denn eine Investition von 9,90 € in den besagten Stecker, brachten die enttäuschend banale Lösung. Nur die Anwendung musste noch ein wenig geübt werden. Diese permanente Kupplerei und Trennung von Box und Computer je nach Aufenthaltsort verwirrte mich zunächst. Da lag ich gemütlich im Bett und wollte mir noch eine Serie reinziehen und der Ton erschreckte Chloe beim Abspülen in der Küche oder wir wollten gemeinsam in der Küche Musik hören und die Verbindung von PC zu Box war einwandfrei, der Ton kam trotzdem nicht daher, wo er sollte.

Durch blaues Blinklicht in Eintracht verbunden.

Durch blaues Blinklicht in Eintracht verbunden. Inzwischen ist das Tonproblem gelöst und die Anwenderin vertraut mit dem Prozedere.

Nun ist die Gewöhnungsphase überstanden und ich kann mit der Begeisterung eines Sheldon Cooper rufen: „Men love Bluetooth“ und ergänze: Women too! Nur bei der Sache mit den Haarspangen bin ich mir noch nicht so sicher…

Feiste Appetithappen

SpreeSee ist begeistert von Leslie Feist. Neulich diente sie Chloe als Style-Vorbild in Sachen Frisur. Hautptsächlich verehren wir sie aber natürlich wegen ihrer Musik.  Stimme, Songwriting,  Arrangements der beeindruckenden Frau sind einfach rundum gelungen und bewegend. Ihr Konzert, das Chloe und ich im Admiralspalast besucht haben, zählt definitiv zur Top 5 mayner persönlichen Live-Erlebnisse. Allerdings ist das schon ganz schön lange her – wenn ich mich richtig erinnere, war es 2007.

Jetzt gibt es endlich Neuigkeiten. Das neue Album „Metals“ erscheint am 30.9.2011 und damit geht Feist natürlich auch wieder auf Tour. Am 22.10. wird sie das Berliner Publikum im Tempodrom bezaubern. Ich freue mich riesig und begnüge mich bis dahin mit dem Vorgeschmack, den die kleinen Webisoden auf www.listentofeist.com liefern:

Der Sommer war eh nix besonderes, von mir aus kann der Herbst kommen – sofort!

Aufstehen!

Der Sommer und die offenen Fenster im SpreeSee-Domizil bringen so einiges mit sich. Chloe und ich mussten neulich fast einen Unfall verantworten, als wir vom Balkon aus ein frischverliebtes Pärchen gemeinsam ein Fahrrad nutzen sahen: „Wie süüüüß!“ kreischten wir, woraufhin der Junge jäh aus der Romantik aufwachte, den Lenker herumriss und beinahe samt Herzdame in ein parkendes Auto fiel. Nachts um vier winken wir dem Akkordeon-Spieler zu und Chloe hat sich wohl inzwischen daran gewöhnt von den Bässen der gegenüberliegenden Clubs in den Schlaf gewiegt und von den Trommlern geweckt zu werden. Soweit zu den Wochenenden.

Ich hingegen werde seit das Thermometer auf  „Schlafen mit offenem Fenster“ zeigt von einer Comic-mäßigen wabernden Duftwolke aus dem (Auf)Backofen des Störtebäckers in den Tag gelockt. Das macht einerseits schon früh am Morgen gute Laune und ein extrem heimeliges Gefühl, andererseits aber auch Hunger. Das übliche Maya-Morgenritual Kaffee und Nachrichten funktioniert deshalb nicht mehr ohne Kekse!!!  Da hilft nur eine Extraportion Bewegung. Also hüpfe ich ein wenig zu den Trommeln maynes aktuellen Ohrwurms herum und freue mich, dass ich nicht so albtraumhaft geweckt werde, wie der Nachthemdträger im Video… 

Happy Birthday Bob Dylan

How does it feeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel?

Wie sich das wohl anfühlt, 70 und einer der  einflussreichsten Musiker der Gegenwart zu sein? Auf jeden Fall kann der Jubilar in den nächsten Wochen und Monaten noch einen ganzen Haufen Artikel über sich lesen. Falls er selbst nicht so genau weiß, wie es um ihn steht – Feuilletons und so ziemlich jedes Magazin, das auch nur irgendwas mit Kultur zu tun hat, haben sich zum 70. ausführlich mit dem großen alten Mann des Folk und Rock auseinandergesetzt.

Ich habe mich sogar aus diesem feierlichen Anlass dazu hinreißen lassen, mal wieder die Spex zu kaufen. Nur um

1. festzustellen, dass ich selbst nach 20 Semestern Geisteswissenschaften noch immer ein Fremdwörterbuch brauche, um die intellektuellen Leitwölfe des verfeinerten Musikgeschmacks zu verstehen;

2. nach Konsultation des orangefarbenen Dudens zu bemerken, dass auch der Besitz dessen bei dieser Lektüre gar nichts bringt, da die Spex-Leute sich ihre Fremdwörter einfach selber erfinden (das hat natürlich was und beruhigt mich);

3. letzendlich zu erkennen, dass die Redaktion ganz und gar nicht so originell ist, wie ich es erwartet hätte. Haben sie doch als Dylan-Geburtstags-Gaudi dazu aufgerufen, Protestsongs einzureichen – dies sei schließlich eine aussterbende Kunstform.

<gäääähhhn> Dank Chloes Leidenschaft fürs österreichische Radio, weiß ich zumindest von einem Protestsongcontest, den es es schon längst gibt.

Na ja. Zurück zum Mixtape für den seltsamen Jubilar, der in mayne musikalische Sammlung definitv durch die Hintertür gelangt ist – und damit gehöre ich garantiert zur Mehrzahl. Wer hört sich schon gerne einen Mann an, dessen nuschelige Singstimme wenig attraktiver ist als seine Sprechstimme und die klingt ja bekanntlich so:

Da ist es schon besser, dass andere sich um die Präsentation der schon seit Jahren nobelpreisverdächtigen Dylan’schen Lyrik kümmern, dann bekommt man wenigstens was mit. Bis ich dahinter kommen sollte, dass der damals schon reichlich verwitterte Bob Dylan verantwortlich für unzählige großartige Musikstücke war, musste ich 13 Jahre alt werden.

Once upon a time at teenage parties…

Das war ein Engtanz-Hit. Man musste wegen der Stücklänge nur furchtbar aufpassen nicht an den Falschen zu geraten. 10 Minuten himmlische Verzückung oder höllische Pein – die Pubertät eben! Aber diese Wirkung hatte Dylan vermutlich nicht beabsichtigt, also möchte ich ihn auch nicht für das ein oder andere Desaster verantwortlich machen.

Als dann auch noch Michelle Pfeiffer in Gangstas Paradise mit ihren Schülern Mr. Tambourine Man interpretierte, wurde ich so begierig, das Original besser kennenzulernen, dass ich mir eine Greatest Hits-CD besorgte.

Und dann hatte er mich – trotz Knarzestimme und Folkgitarre! Keine Ahnung, wie er das macht, bei mir funktionierts bis heute…

Mayn absoluter Dylan-Favorit bleibt trotzdem der Herzschmerz-Klassiker „It’s all over now Baby Blue“ und den singt keiner besser als Van Morrison…