Elftes Gebot: Dein Laptop ist kein Frühstückstisch!

Manchmal muss man auf die heiße Herdplatte fassen, um aus Fehlern zu lernen! Das alleinige Zuschauen hilft wohl nicht. Als einem Kollegen neulich neben mir ein großer Salzbrocken von seiner Seele zwischen die Tasten fiel und er versehentlich auf dem Kollateralschadensbuchstaben weitertippte, löschte er sein gesamtes Konzept mit einem Endlos-JJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJ.

Chloe übertrumpfte diese Peinlichkeit diese Arbeitswoche um das Dreifache! Die urlaubsreife Dame glaubte noch schnell zwischen zwei Meetings ein Aufputschgetränk einnehmen, zeitgleich ihre triefende Nase putzen sowie eine Email beantworten zu müssen. Weibliches Multitasking hin oder her, der Henkel meines Behälters löste sich versehentlich aus meinem Taschentuch-Tassen-Fingersatz und stürzte den gesamten Inhalt auf meine Tastatur. Der Schock saß tief. Dennoch versuchte ich anfangs meinen Fauxpas zu verheimlichen. Ich rannte fix auf Toilette und holte eine Rolle Klopapier (verheimlichen???), kippte den Laptop auf die stabile Seitenlage und wischte schnell die braune Lache wech. Hm, erstmal keine Explosion oder dergleichen. Meine Programme liefen weiter. Also machte ich mich so, als wäre rein gar nichts geschehen, an meine Prozessvisualisierung ran. Ich war schon völlig darüber begeistert, wie robust die Dinger sind, als sich doch noch an meinen Fingern der erste Kurzschluss bemerkbar machte. Die Buchstaben „D“ & „F“ fielen nämlich nacheinander aus… Ich rückte und rückte und es kamen nur „ oo e“ Wörter bei heraus. Zwei Mails scha te ich noch ohne ie Verwen ung er prekären Buchstaben, bevor ich völlig geläutert in die E V-Abteilung lie und mein Missgeschick beichten musste… Ferner hatte ich derweil in meiner Verzweiflung versucht, selbst Hand anzulegen und die „F-Taste“ leicht angehoben. Gut, gut, ich sollte aufhören alles zu beschönigen. Ich gebe ja zu, dass ich die Taste grob herausriss und vor meinem IT-Support mit losen Buchstaben und tropfendem Computer stand.

Erstaunlicherweise nahm der Herr den Computer ohne ein böses Wort entgegen und fing gleich an alles auseinanderzuschrauben. Anscheinend kommt das mindestens einmal pro Woche vor. Völlig routiniert sezierte er mein Arbeitsgerät. Stellte aber fest, dass durch meine vermeintliche Rettungsaktion der Kaffee nur noch schlimmer „ver-laufen“ war. Drei Stunden lang musste ich meinen HP auf der Intensivstation lassen. Als nahe Angehörige durfte ich zumindest ab und zu vorbeischauen und bei der Operation mit einem Meter Abstand zuschauen. Ich glaubte meinen HP bereits im Rechner-Himmel. Gedachte der vielen gemeinsamen Stunden. Wenn z.B. Kollegen Freitag Abends gingen und mich mit den Worten „Hast Du kein Privatleben?“ als letzte im Büro zurückließen, antwortete ich stets verklärt: „Hey, ich habe doch Hans Peter. HP ist mein heißestes Date!“

Letztendlich überlebte mein Laptop dank einer Organspende (ein englischsprachiger Kollege hatte seine deutsche HP-Tastatur ausgebaut). Und mein Computerheld – der Chloes lockere Schrauben trotz Nachfrage nicht festdrehen wollte – hat für seine ganze Zunft einiges an Gunst bei der sonst von den EDVlern Abstand nehmenden Chloe gewonnen. Mit völliger Empathie begrüße ich diese Woche daher einen meiner Lieblingssuchbegriffe (mir ist durchaus bewusst, dass dieser Satz sehr ambivalent gedeutet werden kann):

prog1

 

Und Lebensmittel kommen nie wieder in die Nähe meines Rechners. An HP lasse ich nur noch Atem und Finger ran!

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Vom Profikiller zum Programmierer…

… ist bei SpreeSee alles dabei! Wir wollen Euch nicht vorenthalten, welche Suchbegriffe uns in letzter Zeit zum Lachen brachten:

 

Ist da eine Korrelation vorhanden? Chloe chlaubt sich darin bestätigt, dass ihr Programmierer der am krassesten getarnte Profikiller der Welt ist.

Jedoch bleibt sonst alles beim Alten. Die Menschheit ist weiterhin auf der Suche nach dem Sinn des Nacktscanners. Im Übrigen wird der Arsch-Checker nur in einer Relation von 1:100 zum Nacktscanner gesucht. Maya maynt, dass die meisten Jugendlichen es sich wohl zutrauen, selber noch einen Arsch bewerten zu können. Aber nackt sehen, das ist schon ne feine Sache…

Immerhin schleicht sich unter den Top-Suchbegriffen bei SpreeSee doch noch ein Nicht-Jamba-Thema ein!

Aber Sex sells weiterhin. Ob Gothic Dirndl, Muschi oder kleine Frauen – unser Blog wird mit Vorliebe von skurillen Erotiksuchenden („Erziehung in Lederhosen“ ???) heimgesucht…  Sven Regener, der nun selber Bloggen mag, hat das zumindest früh erkannt (oder dürfen wir ihn bereits zu unseren treuen Lesern zählen, der sich von Maya & Chloe zum eigenen Blog inspirieren ließ? Wäre ja nicht das erste Mal!). Wie kommt er sonst auf folgende Prämisse?

HH: Was willst du da schon groß erleben?

Sven: Keine Ahnung, irgendwas mit Sex sollte man schreiben, das ist gerade bei Blogs wichtig, damit das bei den Suchmaschinen vorne mit reinkommt, wenn die Leute nach Sex fragen.

Erkenntnis

Ja, ich neige gerne dazu, mich über Programmierer zu beschweren. Sie rauben mir aber auch jeglichen Geduldsfaden und machen mich manchmal glauben, dass ich eines Tages ob eines falsch abgesprochenen Sonderzeichens von heute auf morgen ergraue.

Und plötzlich stoße ich auf den Spiegel-Artikel „Erfolgreich mit Autisten„, der es mir wie Schuppen vor den Augen fallen lässt: Ich bzw. die Programmierer leben in einer anderen Welt! Die wollen mich und meine Anforderungen an die IT-Tools nicht verstehen, sie können es einfach nicht:

Schwer hingegen fällt ihnen Teamarbeit. Empathie zählt nicht zu ihren Stärken. In einer Arbeitswelt, die Teamfähigkeit meist ganz oben in jedes Anforderungsprofil schreibt, haben sie kaum eine Chance (…)

Das mit der fehlenden Empathie werfe ich dem männlichen Geschlecht ja generell gerne vor. Und prompt bestätigt mich der weise Spiegel in meiner Annahme:

Jungen sind laut dem Verein „Autismus Deutschland“ viermal häufiger betroffen als Mädchen.

Wenn ich so zurückblicke, habe ich in der Tat auch noch nie mit einer XX-Programmiererin zusammengearbeitet. Ist es dann überhaupt förderlich, als Frau in dieser Branche tätig bin? Der nächste Absatz gibt mir zu denken….

Eine ruhige Umgebung ist wichtig. Autisten können Reize, die auf sie einströmen, nicht ausblenden. Sie nehmen alles auf einmal in der vollen Stärke wahr. Auf Dauer strengt das sehr an. Und so sind Autisten meist schon nach ein paar Stunden Arbeit völlig ausgepowert.

Meine laute grelle Stimme, meine Pfennigabsätze und mein stetes Nachfragen „Was machen Sie da gerade und wie lange dauert das denn noch!“ muss eine völlige Reizüberflutung darstellen.

Immerhin nehme ich es nun nicht mehr persönlich, wenn wie beim letzten Mal mein Programmierer nach drei Stunden mit der Begründung „Ich bin nervlich völlig am Ende“ sich wieder ins Hotelzimmer verkriecht. Das ist genetisch, das ist entschuldigt!

Der Sprecher der Dinge: Ode an den Katalogtexter

Produktinformationsdatenbanken, automatische Generierung von Katalogseiten, standardisierte Templates, XML-Dateien, Bildverknüpfungen und sonstige Heilsversprechungen sollen im aktuellen Projekt zu starken Prozessoptimierungen in der Werbeabteilung führen. Ziel ist es in noch mehr Sprachen, noch schneller und zugleich mit erheblicher Kostenersparnis zu publizieren. Bei der Beraterphrase „auf Knopfdruck“ zucke ich inzwischen aber aus der Erfahrung heraus skeptisch zusammen und blockiere grundsätzlich am besten im Voraus meine überqualifizierten Praktikanten für die Bereinigung der inkorrekten Datensätze mit Migrationshintergrund. Kataloge nehme ich also nur noch mit einem bitteren Beigeschmack in die Hand. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte mal etwas aus einem bestellt habe.Wenn ich Kataloge durchblättere, dann nur noch aus beruflichem Interesse. Bei einem meiner wahllosen Benchmarks schmuggelte sich neulich ein wirklich skurriles Exemplar in meinen Begutachtungsstapel. Weiterlesen

SpreeSee beschenkt sich!

Zum besseren Verständnis der Stimmung des anderen, haben wir uns trashige Wheather Pixies angeschafft. Wir danken dem selbstlosen Programmierer für den Einsatz im Sinne der besseren Garderobenplanung. In Zukunft wird Chloe dieser Zunft wieder etwas milder gesinnt sein.

Maya maynt: Man kann sich tatsächlich bedanken – die grandiose Erfinderin der Weather-Pixies hat dies vorgesehen:

Question: I love weatherpixie so much, I want to say thank you in some way?
Answer : Here is Tamsin‘s Amazon.co.uk wish list if you’d like to buy her something nice. She has one at Amazon.com too. If you include your email address you might just get mail saying ‚thank you‘ too.

Spätestens als ich das sah, wusste ich, hiermit ist unser Wetter-Widget gefunden! Schließlich sind wir und besonders Chloe Amazon ja sehr verbunden.

Das Bildnis der Chloe vom See

An dem Tag, an dem ich nach einer ersten Probezeit den unbefristeten Vertrag bei meiner neuen Firma unterschrieb, verließ eine meiner Lieblingskolleginnen dieselbige. Wir beide waren uns von Anfang an sehr sympathisch gewesen. Das liegt wohl vor allem daran, dass wir beide die selben Vokale in unserem Vornamen tragen. Ferner schwätzte meine norddeutsche Seele auch kein Schwäbisch. Im schönsten Plattdeutsch überreichte sie mir also zum besagten Abschied bedeutungsschwanger eine ganz besondere Topfpflanze. Die schon etwas leicht lädierte Orchidee (ob es eine Robinsoniana war, konnte ich bereits nicht mehr ausmachen) hatte sie nämlich selbst von einer ihrer Lieblingskolleginnen weitergereicht bekommen. Ich versprach, tief gerührt ob der schönen Geste, das Pfand mit den treuesten grünen Händen zu pflegen, die der See je gesehen!

In den folgenden Wochen wurde ich von zahlreichen Kollegen mit Pflegetipps überhäuft. Die Blätter seien zu gelb, ich solle weniger gießen. Die abgestorbenen Orchideenstängel sollten bis zum dritten Auge zurückgeschnitten werden. Luftwurzeln hingegen scheuen jegliche Berührung. Manche brachten mir gar Dünger mit und mein Sitznachbar nahm sich der Sache aufgrund des maroden Zustands irgendwann selber an: Er lief zum nah gelegenen Teich und tunkte den Topf hinein, um ihn danach wieder trocken zu schütteln. Nährstoffe!

Aber wie das bei Komapatienten so ist, flachte die Orchideen-Wiederbelebungseuphorie bald ab. Neue Kollegen, denen die Pfandtradition nicht bekannt, fingen an, sich über den Zustand des Gestrüpps zu belustigen. Am schlimmsten traf mich die Bemerkung, ob die Pflanze ein Abbild meiner Seele sei.

Letzten Endes träumte mir neulich so wirr, dass mich ein Gefühl unendlichen Mitleids, nicht mit mir selbst, sondern mit meinem umgetopften Ebenbild, überkam. Die Orchidee hatte sich bereits verändert und würde sich weiter verändern. Ihr Blattgrün war zu Braun verblasst. Ihre roten und weißen Blüten verwelkt. Für jeden Stress, den ich ertrug, befleckte und beeinträchtigte ein Makel ihrer Schönheit. Aber ich werde nicht ausbrennen. Das Bildnis, verändert oder nicht, soll für mich die sichtbare Verkörperung des Work-Life-Balance sein. Ich werde jeder Workaholic-Versuchung widerstehen. Ich werde den Programmierer nicht mehr treffen – werde keinesfalls mehr jenen heimtückischen, Medienbruch beseitigenden Prozessoptimierungen nachrennen, die damals bei den IT-Schnittstellenworkshops zum erstenmal in mir die Leidenschaft für das Unmögliche geweckt hatten.

Fünfzehn Monate lang hat meine Orchidee kein Blüten mehr getragen. Mein Abbild sieht inzwischen so aus:
Orchi-weh

Orchi-weh

Soll ich wagen, sie endgültig wegzuschmeißen? Ich trau mich nicht. Wer erteilt mir die Absolution? Liebe Lieblingskollegin, was soll ich machen?