Sicherheit und Gewissheit…rund um die Uhr.

In den grauen Vorzeiten der Schwabenlehrjahre, als wir noch lauthals in der Cafeteria tratschend den Ruf aufstrebender Kommilitonen und Burschenschaftsanwärter zerstörten, machte Chloe vor dem Süßigkeitenautomaten des Neuphilologischen Instituts der Uni Tübingen wahnsinnig gerne  und wiederholt folgenden Witz:

Was nehm‘ ich nur, um die Vorlesung zu überstehen? AAAAhh ja. Diese Papiertaschentücher machen mich total an, ich glaube die sollen es sein.

Im ordentlichen Schwabenland wollte man keine Rotznasen in Seminarräumen und Hörsälen dulden, deshalb hatte der Automat neben Gummibärchen und Müsliriegeln tatsächlich auch Tempo im Zehner-Pack zu bieten. Heute, nachdem ich verfrüht aus der Texterschmiede in den Feierabend entlassen war, wartete ich nach kurzem Rechercheausflug an der Jannowitzbrücke auf die Bahn nach Hause und war bei dem faszinierend breiten Angebot dieses Automaten doch stark an die alten Zeiten erinnert. Zwischen den Trash-Food-Dauerbrennern BiFi und Caprisonne, die schon zu mayner Schulzeit zu den typischen Bestandteilen einer Pausenmahlzeit gehörten (verrückt, wie sich das hält, bei all dem Bio-Wahn –  an heutigen Schulen gibt es sowas wahrscheinlich nur noch für Kinder, deren Eltern Kunden der Supernanny sind), haben es sich zwei Artikel aus dem Drogeriebereich  bequem gemacht:

Automatenliebe: Billy Boy und Maybe Baby

Automatenliebe: Billy Boy und Maybe Baby

Ob ich einem Ergebnis von „Maybe Baby?“ aus dem Automaten trauen würde? Den braucht man allerdings vielleicht auch nur, wenn man zuvor dem BillyBoy daneben vertraut hat. Ob dahinter eine ganz fiese Verkaufsstrategie steckt?

Fragen über Fragen, die ich nicht mittels Experiment am eigenen Leib beantworten werde.

Wie lange darf man keinen Sex haben?

Seit geraumer Zeit spitzen sich die verrückten Begebenheiten in Chloes Single-Freundinnen-Kreis auf dem Niveau bester amerikanischer Sitcoms zusammen. Maya übernimmt dabei gerne Barneys Rolle in „How I Met Your Mother“ und gibt zu allem ihren ironischen Senf dazu ab.

Unsere Märchen aus wortwörtlich tausend und einer Nacht werden wohlbehütet von einer Frau zur nächsten mündlich überliefert. Aber was geschah da diese Woche? Lücken taten sich auf und Männer gerieten an die wohlbehüteten Wort-Schätze! Auf der einen Seite verstörte meine Freundin Vicky völlig – da man auf dem iPhone bei Massenmails die Empfänger bei „An alle antworten“ nicht auf einen Blick sieht – den kleinen Bruder einer Freundin mit ihrer neuesten Männerstory. Auf der anderen Seite musste ich erfahren, dass Maya gerne die ein oder andere Geschichte meiner bzw. inzwischen unserer gemeinsamen Freundinnen gerne an Charly weitererzählt. Seit Charly mitten beim gemütlichen Kaffee und Kuchen plötzlich das Wort „Olivenargumentation“ ausgerutscht ist, weiß ich ja auch, dass Maya gerne mal meine Geschichten weitererzählt.

Vorgestern Abend trug sich folgendes zu.

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Die milchgläserne Kundin

Ich bin ein Fan von Amazon, nicht so ein Hardcorefan wie Chloe, die den Online-Buchhändler gerne mal besingt, aber doch eine treue Kundin. Meine Wunschliste ist gut gefüllt und so freue ich mich, ab und an über auf Käufen und Wünschen basierende Empfehlungen. Selbst behält man ja kaum den Überblick.

Doch was mussten meine schlaftrunkenen Augen gerade eben sehen, als ich mich mal eben einloggte um ein bisschen digitales Window-Shopping zu betreiben?

Eine aufdringlich große pinkfarbene Schrift auf schwarzem Buchdeckel: SEX.

Was ist denn das? rief ich sofort entrüstet Chloe zur Hilfe und klickte auf die Kurzbeschreibung. Amazon legt mir tatsächlich einen Taschenbuch-Ratgeber für die weibliche Sexualität ans Herz:

Some like it hot!

Keine Lust mehr auf Sex ohne Orgasmus? Endlich mal die geheimsten Fantasien ausleben? Oder auf der Suche nach dem perfekten Vibrator?Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt es in diesem exklusiven Ratgeber. »SEX. So machen’s Frauen« ist das ultimative Handbuch für eine neue Generation von Frauen, die selbstbewusst herausfinden will, was sie richtig anmacht. Frech und forsch vermitteln die beiden Autorinnen Tipps und Tricks, wie frau ihren Weg zur Lust findet. Ob allein, zu zweit oder zu dritt, mit Hilfsmitteln oder ohne – hier gibt es keine Tabus. Erfahrungsberichte und Anregungen von Leserinnen runden das Thema ab. Ein amüsanter und informativer Ratgeber, der Frauen ermutigt: Sagt, was euch gefällt, lebt eure Fantasien und habt genau den Sex, der euch anmacht!

Seltsam, was ist denn da los? Wie kommt dieser Schmöker auf meine Liste? Weder interessiere ich mich für Ratgeber im Allgemeinen, noch hat mich (bei aller Bibliophilie) je ein Buch zum Orgasmus gebracht.  Außerdem finde ich die Idee sich sowas anzulesen eher spießig. Ganz im Gegensatz zum The Guardian – Rezensenten, der versucht dem Buch mit seiner Bemerkung

Die Wohlfühl-Bibel für das 21. Jahrhundert! `SEX. So machen’s Frauen´ enthält heiße Passagen, in denen Frauen von ihren ultimativen sexuellen Fantasien erzählen. Wahrscheinlich tut man gut daran, es nicht gerade in der U-Bahn zu lesen

eine verbotene schlüpfrige Aura zu geben, als sei Sex in unserer Zeit noch in irgendeiner Form tabuisiert.

Das Amazon-Prinzip hat völlig versagt! Zum Glück gibt es jedoch die Möglichkeit diesen Lapsus zu beheben. Ich klicke auf „Diese Empfehlung korrigieren“ und schon lacht mich der verantwortliche Wunsch an, den den Frauen-Heimwerker-Sex-Buch-Vorschlag auslöste:

Unsere Empfehlungen für Sie

Sex: So machen's Frauen Sex: So machen’s Frauen
von Melinda Gallagher (Autor), und andere
Preis: EUR 14,95
Gebraucht & neu ab EUR 9,95

Denn Ihr Wunschzettel enthält:

Female Trouble: Die Kamera als Spiegel und Bühne weiblicher Inszenierungen Female Trouble: Die Kamera als Spiegel und Bühne weiblicher Inszenierungen (Broschiert)
von Elisabeth Bronfen (Autor), und andere

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Liebe Amazon-Leute. Mein Interesse an gendertheoretischen Kunstbetrachtungen soll euch ein Hinweis sein, mir alberne Sexratgeber zu empfehlen? Was habt ihr euch dabei nur gedacht?

Mangelnde Hochschlafmöglichkeiten für männliche Nachwuchspolitiker

Es geht hier um die Zukunft Deutschlands, Maya

hämmert mir Chloe gerade durchs Telefon ein. Sie macht sich nämlich Sorgen um die Gleichstellung von jungen aufstrebenden Praktikanten in politischen Kreisen.

Und tatsächlich fällt auf, es stehen dem männlichen Nachwuchs einfach zu wenige ältere Single-Politikerinnen zur Verfügung um seine Fähigkeiten und Fertigkeiten außerhalb der Parteizentrale unter Beweis zu stellen. Während eine 29-jährige Michelle locker einem 69-jährigen Franz den Kopf verdreht (lächerlich) hat ein 29-jähriger männlicher Emporkömmling wenig Ansatzpunkte, wen sollte er bezirzen? Wer fällt uns da auf Anhieb ein?

– Angela Merkel – 1. verheiratet 2. im Vergleich zu Münte quasi eine knackige, jugendliche Sexbombe

– Claudia Roth? Ebenfalls viel zu jung! Sie müsste sich schon strafbar machen um einen solchen Altersunterschied hinzukriegen

– Hildegard Hamm-Brücher? Zu ehrwürdig.

Wir sind uns einig, Frauen würden solche peinlichen Entgleisungen nicht passieren. Meinen Einwand „Zsa Zsa Gabor“ lässt Chloe nicht gelten: krank, drogenabhängig, nicht repräsentativ, keine Politikerin zudem!

Parallelfrust macht sich breit, wie können die alten Herren der politischen Riege sich nur solche Blöße geben?

Und was tut man als  jugendlicher Liebhaber in Warteposition auf einen schönen Posten?

Da kann man höchsten schwul werden oder einfach den mühsamen Aufstieg über die normale Karriereleiter wählen.

Wir klagen an: Michelle, die Gender-Querulantin, wirft ja auch auf uns kein gutes Licht, am Ende sieht das doch wieder so aus, als müsste sich selbst der Frauenjahrgang 1980 immer noch durch die Betten der Vorgesetzten hocharbeiten.

Und wenn schon, dann bitte gleiches Recht für alle!

Chloe chlaubt noch eine Youtube-Aufnahme von Michelle in den Artikel einfügen zu wollen, Maya maynt „Ich geb der doch kein Forum“, danach ist die Diskussion beendet, Gute Nacht!

Kein Engel, eher eine Virenschleuder?

Der Spiegel berichtet gerade, dass No Angels-Sängerin Nadja in U-Haft sitzt, ihr wird vorgeworfen trotz des Wissens über ihre HIV-Infektion ungeschützt mit mehreren Männern Sex gehabt zu haben. Einer hat sich wohl angesteckt. Das Bett als Tatort – Ist das zu fassen?

Wenn es stimmt, weiß ich gar nicht, wie verrückt oder auch grausam man sein muss, um so was zu machen…oder einfach nur dumm und geil?

Ein Grund mehr um nochmal an die Sache mit dem Gummi zu erinnern. Wenn etwas Gutes aus diesem unglaublichen Fall zu ziehen ist, dann hoffentlich, dass er wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit auf die Themen HIV/Aids und Ansteckungsgefahr lenkt, als alle Kampagnen, an einer ist pikanter Weise auch noch die Band-Kollegin Lucy beteiligt, zusammen.

Mein leuchtender Mega-Marker

Als mich Maya von der Spree am See besuchte und wir notgedrungen auf dem Weg zum Kino und zur Messe durch Friedrichshafen fuhren, maynte sie schon, dass in ihrer Imagination das Bild dieser Stadt immer von Puffs geprägt sein wird. In der Tat gibt es für eine derart kleine Stadt ein doch weites Spektrum an Etablissements. Mir macht das rein gar nix aus. All die tausend ZF-, EADS-, MTU-, IFM- und sonstigen Ingenieure müssen ja versorgt werden. Wobei ich meine inzwischen sehr liebgewonnen Ingenieure in Schutz nehmen muss. So schlimm sind die auch wieder nicht. Manche trauen sich inzwischen sogar Hemden mit Pünktchen statt Karos zu tragen. Und deren Humor ist oft nicht zu unterschätzen. Auch wenn ein männlicher Hauptstadtbewohner neulich meinte, dass man mich vor den ganzen Ingenieuren hier unten retten müsste, dem ist so nicht ! Rettet mich lieber vor den Berlinern

Zurück zum „Friedlichschlafen Rouge“ (den richtigen Namen traue ich mich ob meines konservativen Cookie-Gesichts nicht zu googeln…).

mega-marker

Natürlich aus dem Auto heraus fotografiert.

Das prominenteste Bordell ist gleich ein ganzer Komplex! Mehrere Stockwerke, Banner mit legendären Schriftzügen, diverse Leuchtelemente (warum ein grüner 3D-Kaktus???) und die verkehrsgünstig gelegene Lage lassen das Werk auch Outsidern gleich zum Tipp werden. Die Locals sprechen eher von einem Schandfleck. Aber hey? Was wollen die denn. Wir leben doch dort,

wo andere Urlaub machen

heißt es. Und was macht man im Urlaub am liebsten? Solche Worte spricht Chloe – immer noch die wahre Unschuld vom Lande – natürlich nicht laut aus.

Jedenfalls liebe ich meinen „Mega-Marker“ – so nenne ich den Laden offiziell. Denn ohne ihren Mega-Marker würde Chloe sich andauernd verfahren. Mein großer Liebesnavigator flüstert mir hingegen stets ins Ohr: Rechts von mir ist die Messe. Links von mir das Stadtzentrum. Geradeaus kommst Du direkt zum Bodenseecenter (auch Ghetto-Center genannt).

Chloe, die Chansonniere vom See, bedankt sich daher bei ihrem Mega-Marker zum Abschluss mal wieder mit einem Lied:

Vier Hände – Ein Preis!

Der erschöpfte Blaumann vom Band
Reicht dem Vorstand die Klinke in die Hand
Hier im mondänen Mega-Puff in Friedrichshafen
Trifft sich jede Kaste zum Schlafen

War der Tag auch noch so mies
Erleichterung verspricht das „Thai-Paradies“
Drohen Dich Alltagssorgen einzuholen
Erfreu Dich lieber an der frischen Ladung aus Polen

Geht dem Schwaben der Tag so richtig auf den Sack
Lässt er es Flatrate mäßig raus beim „All you can fuck“
Ist der Samenstau erst eliminiert
Singt es sich plötzlich gar ungeniert:

Für den Haushalt meiner Hormone
Ist mir die Moral doch völlig egal
Für den Ausgleich meiner Hormone
Geht Penetration vor Sündenfall !

Vom Profikiller zum Programmierer…

… ist bei SpreeSee alles dabei! Wir wollen Euch nicht vorenthalten, welche Suchbegriffe uns in letzter Zeit zum Lachen brachten:

 

Ist da eine Korrelation vorhanden? Chloe chlaubt sich darin bestätigt, dass ihr Programmierer der am krassesten getarnte Profikiller der Welt ist.

Jedoch bleibt sonst alles beim Alten. Die Menschheit ist weiterhin auf der Suche nach dem Sinn des Nacktscanners. Im Übrigen wird der Arsch-Checker nur in einer Relation von 1:100 zum Nacktscanner gesucht. Maya maynt, dass die meisten Jugendlichen es sich wohl zutrauen, selber noch einen Arsch bewerten zu können. Aber nackt sehen, das ist schon ne feine Sache…

Immerhin schleicht sich unter den Top-Suchbegriffen bei SpreeSee doch noch ein Nicht-Jamba-Thema ein!

Aber Sex sells weiterhin. Ob Gothic Dirndl, Muschi oder kleine Frauen – unser Blog wird mit Vorliebe von skurillen Erotiksuchenden („Erziehung in Lederhosen“ ???) heimgesucht…  Sven Regener, der nun selber Bloggen mag, hat das zumindest früh erkannt (oder dürfen wir ihn bereits zu unseren treuen Lesern zählen, der sich von Maya & Chloe zum eigenen Blog inspirieren ließ? Wäre ja nicht das erste Mal!). Wie kommt er sonst auf folgende Prämisse?

HH: Was willst du da schon groß erleben?

Sven: Keine Ahnung, irgendwas mit Sex sollte man schreiben, das ist gerade bei Blogs wichtig, damit das bei den Suchmaschinen vorne mit reinkommt, wenn die Leute nach Sex fragen.