Alles ist besser mit Bluetooth!

„Das ist alles??? In dem Ding soll die ganze Magie drinstecken?“

Der Bluetooth-Stecker, der die kabellose WG-Beschallung ermöglicht

Der Bluetooth-Stecker, der die kabellose WG-Beschallung ermöglicht

Ich stehe im Media Markt, in den mich Charly gegen maynen Protest an einem Samstag geschleppt hat, und betrachte skeptisch ein ca. 1 cm² großes Steckerchen. Die Mission war, unsere WG mittels Bluetooth drahtlos überall zu beschallen. Chloe hatte zu diesem Zweck schon längst eine Drahtlos-Box angeschafft. Leider scheiterte das Unterfangen, weil alle mayne Geräte, vom antiken I-Phone bis zu Laptop und Netbook ohne (funktionierendes) Bluetooth sind, Chloes Musikauswahl begrenzt und der W-Lan Empfang in der Küche für satte Soundcloudstreams zu schlecht ist.

„Kein Problem“, sagten Jos Lars und Charly, „das kann man ganz einfach nachrüsten“. Doch in mayner stereotyp weiblichen Technikangst und mit der Vorstellung im Kopf, etwas, das Daten durch die WG-Wände hin zur Box überträgt, müsse ganz kompliziert und teuer sein, scheute ich die Anschaffung.  Und so blieb die Soundkulisse in der WG ein buntes Sammelsurium aus Radio in der Küche und ordentlichen Playlists aus den PC-Boxen in maynem Zimmer. Filmabende auf der Couch erforderten mittelgroße Umbauten oder erhielten eine romantische Komponente durch geteilte Kopfhörerstöpsel.

Das ist nun alles vorbei, denn eine Investition von 9,90 € in den besagten Stecker, brachten die enttäuschend banale Lösung. Nur die Anwendung musste noch ein wenig geübt werden. Diese permanente Kupplerei und Trennung von Box und Computer je nach Aufenthaltsort verwirrte mich zunächst. Da lag ich gemütlich im Bett und wollte mir noch eine Serie reinziehen und der Ton erschreckte Chloe beim Abspülen in der Küche oder wir wollten gemeinsam in der Küche Musik hören und die Verbindung von PC zu Box war einwandfrei, der Ton kam trotzdem nicht daher, wo er sollte.

Durch blaues Blinklicht in Eintracht verbunden.

Durch blaues Blinklicht in Eintracht verbunden. Inzwischen ist das Tonproblem gelöst und die Anwenderin vertraut mit dem Prozedere.

Nun ist die Gewöhnungsphase überstanden und ich kann mit der Begeisterung eines Sheldon Cooper rufen: „Men love Bluetooth“ und ergänze: Women too! Nur bei der Sache mit den Haarspangen bin ich mir noch nicht so sicher…

Pop – Chloe ist fort!

Am Montag Abend entspannte ich vor dem TV und zog mir die Schmonzette „Mitten ins Herz“ rein. Hugh Grant als verzweifelter abgehalfterter 80er Popstar Alex und Drew Barrymore als verwirrte Ex-Literaturstudentin Sophie helfen sich im Film durch das Schreiben eines Songs gegenseitig aus der Schreibblockade. Das wäre trotz einer wirklich gelungenen Parodie…

…nicht weiter nennenswert, wenn da nicht diese Szene wäre:

Alex und Sophie sind auf dem Weg zum Lunch, da glaubt die Literatin plötzlich ihren bösen Ex-Prof zu sehen und versteckt sich in einem Hauseingang. Alex irritiertes Gesicht, als sein rechter rechter Platz unerwartet leer ist, erinnerte mich schlagartig an eine Situation vom vergangenen Wochenende, die mich mehr zum Lachen gebracht hatte, als der ganze Film.

Samstag Nacht gegen 00.30 Uhr – Kotti

Chloe und ich erklimmen tratschend die Stufen zum U-Bahnsteig, wir trinken Wasser aus dem Dönerladen. Das Publikum im Festsaal Kreuzberg hatte zwar anscheinend das Gustav-Konzert mit  einer Genderstudies-Vorlesung verwechselt, heiß und stickig war es aber auch ohne Bewegung der anderen. Während mich Chloe genervt daraufhinweist, dass ich vor lauter ÖPNV-Trauma in der Pampa nun schon gerade in die falsche Richtung ausfahrenden Bahnen nachheule, löst sie ein Ticket. Wir gehen weiter.

Chloe schimpft: Das ist so unfair, dass du den Regisseur am Telefon vorwarnst mit „Ich habe allerdings Chloe dabei“. Ich bin doch keine Krankheit!

Ich entgegne: Aber letztes Mal hast du so getan, als wärst du eine, es war alles so verkrampft und…

Chloe: Na gut, aber damals war alles noch ganz frisch und jetzt ist es Schnee von gestern. Ich kann nicht weiter überall verbrannte Erde hinterlassen, so geht das doch nicht weiter.

Ich: Schön zu hören, darauf komme ich bei Gelegenheit zurück, aber jetzt treffen wir uns erstmal mit den Mädels vom See. Wo wollen wir denn…? Ähh – Chloe?

Eine des Roadrunners würdige Staubwolke ist alles, was ich dort sehe, wo sich gerade noch mayne Blogpartnerin befand. Die hat den Kopf zwischen die Schultern gezogen und schlägt unter den verblüfften Blicken maynerseits sowie einiger Wartender Haken. Das Tempo mit dem sie diesen Richtungswechsel durchzieht ist bemerkenswert.

Mutmaßungen kreischend versuche ich sie einzuholen: Chloe! Was machst du denn da? Hast du dein Wechselgeld im Automaten vergessen?

Chloe zieht den Kopf noch mehr ein, lacht verlegen und rennt kopfschüttelnd weiter: Hihihi, schhhh, hihihih

Ich fühle mich immer noch wie auf der Hasenjagd: Jetzt bleib doch mal stehen, was ist denn los? Hast du die Wasserflasche stehenlassen, oder was?

Chloe in ungewohnt leisem Ton: Ich kann jetzt nicht sprechen.

Endlich bei der Flüchtigen angekommen verlange ich eine Erklärung, doch Chloe zieht mich am Ärmel hinter einen Werbeaufsteller und zischt: Der Dschiiiii!!!

Ich verstehe gar nichts: Hä? Wer wo?

Im Schutz der Plakatwand kommt Chloe langsam zu sich: Da hinten ist der G-Man. Und stell dir vor, ich habe ihn nicht mal zuerst erkannt sondern seine neue Freundin, diese Künstlerin mit dem unglaublichen Turban, den sie auch auf allen Facebook-Bildern trägt.

Ich spähe vorsichtig hinter der Werbung hervor und erkenne das Künstler-Hippie-Paar, dessen eine Hälfte Chloe mal vor langer langer Zeit ganz kurz gedatet hatte. Soviel zur verbrannten Erde!

Er nannte sich G-Man und stellte sich als völlige Niete heraus. Seine damalige Beziehungs-Philosophie: die Frau sei hauptsächlich am Kinderkriegen interessiert und deshalb wünsche er sich ein polygames Leben mit mehreren Frauen. Jeder würde er ein Kind machen und sie dann reihum in ihren jeweiligen Häusern besuchen um ihnen ihre Launen wegzukitzeln. Kein Witz! Inzwischen scheint ihm die Liebe das Gehirn weggekitzelt zu haben, so unterwürfig und debil grinsend war er in den Anblick der Künstlerin vertieft, die ihn ganz offensichtlich zu ihrer Muse erklärt hatte.

Da die ganze Sache damals eher unerfreulich abgelaufen war, hatte Chloe überhaupt keine Lust, sich durch einen Zusammenprall  mit dem G die Stimmung vermiesen zu lassen. Wir gingen also so unauffällig wie möglich auf der anderen Seite des Bahnsteigs weiter und stiegen später unter größter Vorsicht am Schlesischen Tor aus. Dabei zählte ich einige Alternativen zu Chloes geduckter Flucht auf, die eventuell bei weiteren unfreiwilligen Begegnungen mit Exen Anwendung finden könnten. Wohlwissend, dass solche Pläne in der jeweiligen Sekunde, auf die es ankommt, nicht greifen.

Schon blöd-  manche Geister der Vergangenheit machen ganz ohne Grund auch aus den schlagfertigsten Frauen verängstigte Kaninchen. Ich erinnere mich selbst  mit Schauern an die zitternden Knie, den roten Kopf und die akute Sprachlosigkeit, vor der ich selbst in manchen Situationen nicht gefeit bin. Ein Schauspiel mit einer derart aufsehenerregenden Flucht, wie die Drama-Queen Chloe sie hinlegte, hatte ich allerdings noch nie geliefert. Deshalb übte ich den Rest des Abends filmreif und aufsehenerregend in diversen Ecken zu verschwinden…

Nix WM – Nix GNTM – TDDL ist angesagt!

Schluss mit dem TV-Marathon in Sachen Karten, Ball und Männerschenkel. Ab übermorgen geht es endlich wieder um die wirklich schönste (Neben)Sache der Welt: Literatur.

Die Tage der deutschsprachigen Literatur sind seit Jahren mayn sommerlicher TV-Pflichttermin – auch in diesem Jahr bestimmt wieder garantiert Vuvuzela-frei, aber eigentlich doch eine der grausamsten Fernsehveranstaltungen der Welt. Da kann noch so schönes Wetter sein – ich bleib zu Hause und lasse mir vorlesen. Am schönsten ist es natürlich wenn absolute persönliche Favoriten dabei sind, so wie dieser hier vor drei Jahren:

Und noch viel schöner aber eben auch blanker Horror sind die anschließenden Diskussionen. Da müssen dann die Autoren, nachdem sie ihren eigenen Text vorgetragen haben, nämlich die Ausführungen ein paar ziemlich schlauer oder als ziemlich  schlau geltender Leute über das gerade Gehörte ertragen. Das ist hart und manchmal furchtbar, manchmal fruchtbar, oft ärgerlich aber auch mal überraschend und sehr amüsant und klingt zum Beispiel so:

Das ist immer als wär man im NDL-Seminar und alle die vom Institut, die sich am liebsten reden hören, sind gleichzeitig da. Eine absolute Potenz der Kuriositäten unserer Zunft.

Dieses Jahr fehlt mir Ijoma Mangold in der Jury – der beweist zwar in dem ZDF-Witz „Die Vorleser“ regelmäßig seine TV-Untauglichkeit, er schreibt aber in der Zeit meistens ganz hervorragend und in Klagenfurt war er auch immer eine Bereicherung. Jetzt müssen es halt die verblienen sieben Juroren richten – Hauptsache sie lassen die grauenhafte Moderatorin Clarissa Stadler (schlimmer als Heidi Klum ist sie allerdings auch wieder nicht) nicht zu viel zu Wort kommen.

TDDL 2010-  am 24.6. um 10 Uhr geht es los. 3sat überträgt. Ich bin dabei!

Im schlechtesten Fall hat man sich bestens unterhalten gefühlt, manchmal sogar einen neuen Autor entdeckt.

Tatort-Schulden

Chloe – ich schäme mich! Unsere Arbeitsmoral im Bezug auf den Tatort ist quasi nicht mehr vorhanden – und das obwohl wir doch regelmäßig gucken. Jetzt hat sich schon die gratis-Popkultur-Gazette intro des Themas angenommen. In einem ausführlichen Special wird das Krimi-Phänomen zu seinem 40. rundum beleuchtet:

40 Jahre Tatort

Wir sollten nachziehen!

Vielleicht führen wir einfach die 1-Satz-Rezension ein?

Lürsen in Love und Selbstjustiz auf dem Vormarsch

Tatort aus Bremen, „Königskinder“, Sonntag 7.2.2010 um 20.15 Uhr, 3-4

Inga Lürsen (Sabine Postel) – die bärbeißige Bremer Kommissarin – wird mal wieder von ihrer Tochter vor den Kopf gestoßen und dann fällt sie auch noch auf selbigen, weil sie ganz in Rage – wie immer eben – die Treppe runterstürzt. Leider hat dies furchtbare Auswirkungen! Zwar ist sie auf den härtesten Teil ihres ausgesprochenen Dickschädels gefallen und somit der Querschnittslähmung von der Schippe gesprungen, doch diese quasi Nah-Tod-Erfahrung macht die sonst so toughe Granddame ganz weich in der Birne. Sie möchte die ach so kurze Lebenszeit nicht mehr in Wut und Aufregung verbringen und schwebt deshalb fortan als personifizierte Sanftmut durch die Ermittlungen. Everything ZEN- Inga genießt ausgiebig ihre Frühstücksorange, lässt verträumt Sand durch die Finger laufen und grinst dabei beseelt wie Buddha persönlich.

HILFE! Ich will meine Inga zurück, die mit dem Zorn der Gerechten die Übeltäter jagt und voller Leidenschaft ausflippt, wenn es darum geht die Missstände dieser Welt anzuprangern. Stattdessen muss ich mir jetzt auch noch mit ansehen wie sie dem Süßholzgeraspel eines Arztes nachgibt, der sogar zugibt, dass er eine ganz alte Masche aus Studentenzeiten anwendet – „ich bin noch nicht tot“ sagt Inga und tauscht Säfte mit dem attraktiven Medikus. Na gut, denke ich mir, natürlich kann die Inga nicht immer nur mürrisch von einem Tatort zum anderen gehen und ein bisschen Lebenslust hat jeder verdient!

Also konzentriere ich mich nur mit einem Auge auf den Krimi, um den Würgreiz zu unterdrücken, der mich wegen der weichgespülten Inga überfällt, und lasse mich prompt von den falsch gelegten Fährten hinters Licht führen. Ich dachte doch tatsächlich, diese verzehrt und verbittert dreinblickende Chefsekräterin Edith (furchtbar, unheimlich, beängstigend: die großartige Bibiana Beglau) war die Strippenzieherin hinter den Morden – falsch getippt!

Vor lauter Ärger über die Lovestory der Lürsen ist mir doch beinahe entgangen, was für ein ausgeklügelter Fall hier ausgeheckt wurde. Dabei wurde der Zuschauer nämlich ordentlich reingelegt: In der Anfangssequenz sahen wir einen Einbruch und den Mord an der Unternehmergattin Sonja Mesenburg vor den Augen ihres Mannes  durch die vermummten Räuber. Der Bruder des Opfers, Bernd, ist Polizist – ein alter Kumpel von Lürsens Kollege Stedefreund – und macht sich wie die Bremer Ermittler auf die Suche nach dem Mörder. Dabei kommt die Story des verkorksten Lebensweges der Stedefreundschen Ex-Clique zu Tage. Stedefreund hatte nämlich was mit der emordeten Sonja, bis die ihn fallen ließ, weil sie lieber reich heiraten wollte und zwar den Mesenburg, eine Idee, die ihr viel Pech bringen sollte. Edith, die Ex von Sonjas Bruder, wurde Angestellte der Fast-Schwägerin und glühende Verehrerin des Mesenburg, der von Sonja wegen des Geldes geehelicht und ansonsten verachtet wurde. Bruder Bernd blieb Single und der festen Überzeugung, Mesenburg sei nicht gut genug für seine Schwester. Alle gemeinsam nahmen dem Stedefreund übel, dass er den tollen Freundeskreis im Stich gelassen hatte und bei seinem Auszug in die große weite Welt vor ihnen von Bremerhaven bis nach Bremen geflüchtet war. Aääähh – ja.

Es gibt ein hin und her, warum ist dieser Einbruch brutaler gewesen als die anderen der Serie? Wer hatte was davon, reicht eine Entlassung als Motiv dafür und wieso vertickt der Penner, der sicher nicht zu Einbruch und Mord fähig war die Beute? Was ist bloß mit dem Bruder des Opfers los, der so grobschlächtig die Ermittlungen stört?

Ein selbstloser Lockvogel Einsatz der verliebten Inga bringt die überraschende Wahrheit zutage: Der Mörder war der Ehemann. Leider konnte man darauf schwer kommen, denn auf eine Schilderung seines Psychogramms wurde verzichtet, wie gesagt, die bittere Edith lief die ganze Zeit mit einem solchen Hass im Gesicht herum und hatte Texte drauf, die sie ganz klar als Mörderin auszeichnen könnten.

Spannend an der ganzen Sache ist die Auflösung: Täter lügen und das können Fernsehbilder auch. Die Überfall-Szene die eingangs zu sehen war, entsprach nicht dem wirklichen Tathergang, sondern war nur die Version des mörderischen Ehemanns, der hatte die Räuber angeheuert um ihnen den Mord, den er genüsslich selbst beging, in die Schuhe zu schieben. Da denkt man natürlich nicht dran, als Zuschauer, der gewöhnt ist mehr zu wissen als die handelnden Personen – wirklich ein schicker Kniff! Das war aber auch fast das einzig Gute an diesem Tatort.

Ganz dramatisch wirds zum Schluss, denn die verliebte Inga und der um die Ex trauernde Stedefreund haben den rachsüchtigen Bruder Bernd nicht im Griff und in ihrer Nachsicht völlig übersehen, dass  der die Ermittlungen sabotierte, um den Mörder seiner Schwester selbst und endgültig zu richten.

Vorweihnachtliche Tatort-Nachlese – Die guten ins Bayern-Töpfchen, die schlechten ins Sachsen-Kröpfchen

Lange, lange haben wir die Tatort-Rezensionspflichten vernachlässigt und zwar sogar so lange, dass ich mir jetzt vorkomme wie Aschenputtel in SpreeSees liebstem Weihnachtsfilm: vor mir hat die böse Stiefmutter ARD den Inhalt zweier Schüsseln ausgeschüttet und gesagt:

Faule Maya – jetzt aber hurtig, klaube das mal auseinander…und zwar so schnell wie gründlich.

Nun sitze ich hier und versuche mich zu erinnern, was so los war an den letzten Sonntagen, zum Glück war es fast so einfach und schwarz-weiß wie im Märchen, also schaffe ich es womöglich ohne die Hilfe von Federvieh. Los gehts mit „die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen„:

1. Tatort aus Leipzig, Falsches Leben, 6.12.2009, Note 4
Am Nikolaustag kamen Maya und Charly berauscht von Bratapfel und Glühwein vom Adventstreffen mit Freunden und stöhnten verzweifelt auf. Ein Leipziger Tatort stand auf dem Programm, mit unserer meistgehassten Ermittlerin Eva Saalfeld, gespielt von Simone Thomalla, die derart verzweifelt auf jugendlich macht, dass man Mitleid bekommen könnte, würde sie nicht so nerven. Zum Glück gibt es da aber einen Lichtblick im sächsischen Team, der mich davon abhält, mich in Zukunft diesem Tatort völlig zu verweigern: Kai Schumann als äußerst ansehnlicher Rechtsmediziner ist auf jeden Fall ein Pro für den Leipziger Tatort, leider war er viel zu kurz im Bild…

Zur Story: Pünktlich zum ausgehenden Mauerfalljubiläumsjahr wurde hier mal versucht, ordentlich DDR-Geschichte aufzuarbeiten. Dabei weist schon der Titel daraufhin, dass sich hier kaum die Suche nach dem eventuellen richtigen Leben im falschen anbietet, sondern vielmehr lauter falsche Leben im falschen aufgetan um nicht zu sagen „aufgeklärt“  werden.

Ein abgebranntes Jugendhaus in dem sich eine Leiche befindet ist der Ausgangspunkt, die Ermittlungen führen zu einem Knäuel voller verschiedener Spuren, die alle einen gemeinsamen roten Faden in der Vergangenheit haben. Eine Rose aus Gold (haben die Tatortschreiberlinge etwa kürzlich einen Opernbesuch beim Rosenkavalier gemacht? die Reinkarnation Hugo von Hofmannsthals sind sie nämlich sicher nicht, der war millionenmal besser!- aber das nur nebenbei-) wird nämlich am Tatort gefunden. Das Knäuel an Menschen ist wirr, mögliche Schuldige sind zunächst die Antiquitätenhändler Kleeberg, denen das Grundstück gehört, auf dem das Jugenhaus steht. Schließlich laufen die Geschäfte nicht mehr so blendend und da wäre ein lukrativer Immobilienverkauf womöglich die Rettung. Und Huch – auch die Kleebergs sind Rosenbesitzer. Heiße Spur, sag ich mal. Weiterlesen

Abreibung für den Rockstar des Jahres

In der gestrigen 20-Uhr Tagesschau nur am Rande mitbekommen, da der heiße Draht nach Maui gerade glühte, dafür aber heute die Boulevard-Nachricht des Tages:
Hat doch tatsächlich unser herzallerliebster Rockstar des Jahres, der uns mit Lifting, Frauengeschichten, dummen Scherzen, Gaunereien aller Art und seinem Nebenberuf als italienischer Ministerpräsident stets gut unterhält, mal ordentlich auf die Mütze bekommen!

Das sorgt für Diskussionen am Mittagstisch von Charly und Maya.
Denn Maya maynt (fast schon bewundernd):

Iste Silvio super Medien-Profi – gehte nicht in die Wagen bevor noch einmal hat gezeigt blutige Gesichte in alle Kameras!

(Sorry für die miese Italo-Akzent-Nummer, habe aber gerade zum leichten Zeitvertreib diesen Bestseller „Maria ihm schmeckt`s nicht“ gelesen und danach geht das einfach wie geschmiert.)

Charly hingegen vermutet gar die ganz miese Verschwörung:

Kann ich mir super vorstellen, dass er sich mit Absicht die Fresse polieren lässt. Ganz miese Mitleidsnummer dank Auftragsschläger!

Neee, ne. Das traue nicht einmal ich dem Silvio zu, obwohl ihm die Geschichte bestimmt einen schönen Grund für eine neue Renovierung seiner Opi-Fassade liefert. Na dann – Gute Besserung Silvio!
Und liebe Italiener: KEINE GEWALT – besser nächstes Mal anders wählen!!!