Pop – Chloe ist fort!

Am Montag Abend entspannte ich vor dem TV und zog mir die Schmonzette „Mitten ins Herz“ rein. Hugh Grant als verzweifelter abgehalfterter 80er Popstar Alex und Drew Barrymore als verwirrte Ex-Literaturstudentin Sophie helfen sich im Film durch das Schreiben eines Songs gegenseitig aus der Schreibblockade. Das wäre trotz einer wirklich gelungenen Parodie…

…nicht weiter nennenswert, wenn da nicht diese Szene wäre:

Alex und Sophie sind auf dem Weg zum Lunch, da glaubt die Literatin plötzlich ihren bösen Ex-Prof zu sehen und versteckt sich in einem Hauseingang. Alex irritiertes Gesicht, als sein rechter rechter Platz unerwartet leer ist, erinnerte mich schlagartig an eine Situation vom vergangenen Wochenende, die mich mehr zum Lachen gebracht hatte, als der ganze Film.

Samstag Nacht gegen 00.30 Uhr – Kotti

Chloe und ich erklimmen tratschend die Stufen zum U-Bahnsteig, wir trinken Wasser aus dem Dönerladen. Das Publikum im Festsaal Kreuzberg hatte zwar anscheinend das Gustav-Konzert mit  einer Genderstudies-Vorlesung verwechselt, heiß und stickig war es aber auch ohne Bewegung der anderen. Während mich Chloe genervt daraufhinweist, dass ich vor lauter ÖPNV-Trauma in der Pampa nun schon gerade in die falsche Richtung ausfahrenden Bahnen nachheule, löst sie ein Ticket. Wir gehen weiter.

Chloe schimpft: Das ist so unfair, dass du den Regisseur am Telefon vorwarnst mit „Ich habe allerdings Chloe dabei“. Ich bin doch keine Krankheit!

Ich entgegne: Aber letztes Mal hast du so getan, als wärst du eine, es war alles so verkrampft und…

Chloe: Na gut, aber damals war alles noch ganz frisch und jetzt ist es Schnee von gestern. Ich kann nicht weiter überall verbrannte Erde hinterlassen, so geht das doch nicht weiter.

Ich: Schön zu hören, darauf komme ich bei Gelegenheit zurück, aber jetzt treffen wir uns erstmal mit den Mädels vom See. Wo wollen wir denn…? Ähh – Chloe?

Eine des Roadrunners würdige Staubwolke ist alles, was ich dort sehe, wo sich gerade noch mayne Blogpartnerin befand. Die hat den Kopf zwischen die Schultern gezogen und schlägt unter den verblüfften Blicken maynerseits sowie einiger Wartender Haken. Das Tempo mit dem sie diesen Richtungswechsel durchzieht ist bemerkenswert.

Mutmaßungen kreischend versuche ich sie einzuholen: Chloe! Was machst du denn da? Hast du dein Wechselgeld im Automaten vergessen?

Chloe zieht den Kopf noch mehr ein, lacht verlegen und rennt kopfschüttelnd weiter: Hihihi, schhhh, hihihih

Ich fühle mich immer noch wie auf der Hasenjagd: Jetzt bleib doch mal stehen, was ist denn los? Hast du die Wasserflasche stehenlassen, oder was?

Chloe in ungewohnt leisem Ton: Ich kann jetzt nicht sprechen.

Endlich bei der Flüchtigen angekommen verlange ich eine Erklärung, doch Chloe zieht mich am Ärmel hinter einen Werbeaufsteller und zischt: Der Dschiiiii!!!

Ich verstehe gar nichts: Hä? Wer wo?

Im Schutz der Plakatwand kommt Chloe langsam zu sich: Da hinten ist der G-Man. Und stell dir vor, ich habe ihn nicht mal zuerst erkannt sondern seine neue Freundin, diese Künstlerin mit dem unglaublichen Turban, den sie auch auf allen Facebook-Bildern trägt.

Ich spähe vorsichtig hinter der Werbung hervor und erkenne das Künstler-Hippie-Paar, dessen eine Hälfte Chloe mal vor langer langer Zeit ganz kurz gedatet hatte. Soviel zur verbrannten Erde!

Er nannte sich G-Man und stellte sich als völlige Niete heraus. Seine damalige Beziehungs-Philosophie: die Frau sei hauptsächlich am Kinderkriegen interessiert und deshalb wünsche er sich ein polygames Leben mit mehreren Frauen. Jeder würde er ein Kind machen und sie dann reihum in ihren jeweiligen Häusern besuchen um ihnen ihre Launen wegzukitzeln. Kein Witz! Inzwischen scheint ihm die Liebe das Gehirn weggekitzelt zu haben, so unterwürfig und debil grinsend war er in den Anblick der Künstlerin vertieft, die ihn ganz offensichtlich zu ihrer Muse erklärt hatte.

Da die ganze Sache damals eher unerfreulich abgelaufen war, hatte Chloe überhaupt keine Lust, sich durch einen Zusammenprall  mit dem G die Stimmung vermiesen zu lassen. Wir gingen also so unauffällig wie möglich auf der anderen Seite des Bahnsteigs weiter und stiegen später unter größter Vorsicht am Schlesischen Tor aus. Dabei zählte ich einige Alternativen zu Chloes geduckter Flucht auf, die eventuell bei weiteren unfreiwilligen Begegnungen mit Exen Anwendung finden könnten. Wohlwissend, dass solche Pläne in der jeweiligen Sekunde, auf die es ankommt, nicht greifen.

Schon blöd-  manche Geister der Vergangenheit machen ganz ohne Grund auch aus den schlagfertigsten Frauen verängstigte Kaninchen. Ich erinnere mich selbst  mit Schauern an die zitternden Knie, den roten Kopf und die akute Sprachlosigkeit, vor der ich selbst in manchen Situationen nicht gefeit bin. Ein Schauspiel mit einer derart aufsehenerregenden Flucht, wie die Drama-Queen Chloe sie hinlegte, hatte ich allerdings noch nie geliefert. Deshalb übte ich den Rest des Abends filmreif und aufsehenerregend in diversen Ecken zu verschwinden…

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Lürsen in Love und Selbstjustiz auf dem Vormarsch

Tatort aus Bremen, „Königskinder“, Sonntag 7.2.2010 um 20.15 Uhr, 3-4

Inga Lürsen (Sabine Postel) – die bärbeißige Bremer Kommissarin – wird mal wieder von ihrer Tochter vor den Kopf gestoßen und dann fällt sie auch noch auf selbigen, weil sie ganz in Rage – wie immer eben – die Treppe runterstürzt. Leider hat dies furchtbare Auswirkungen! Zwar ist sie auf den härtesten Teil ihres ausgesprochenen Dickschädels gefallen und somit der Querschnittslähmung von der Schippe gesprungen, doch diese quasi Nah-Tod-Erfahrung macht die sonst so toughe Granddame ganz weich in der Birne. Sie möchte die ach so kurze Lebenszeit nicht mehr in Wut und Aufregung verbringen und schwebt deshalb fortan als personifizierte Sanftmut durch die Ermittlungen. Everything ZEN- Inga genießt ausgiebig ihre Frühstücksorange, lässt verträumt Sand durch die Finger laufen und grinst dabei beseelt wie Buddha persönlich.

HILFE! Ich will meine Inga zurück, die mit dem Zorn der Gerechten die Übeltäter jagt und voller Leidenschaft ausflippt, wenn es darum geht die Missstände dieser Welt anzuprangern. Stattdessen muss ich mir jetzt auch noch mit ansehen wie sie dem Süßholzgeraspel eines Arztes nachgibt, der sogar zugibt, dass er eine ganz alte Masche aus Studentenzeiten anwendet – „ich bin noch nicht tot“ sagt Inga und tauscht Säfte mit dem attraktiven Medikus. Na gut, denke ich mir, natürlich kann die Inga nicht immer nur mürrisch von einem Tatort zum anderen gehen und ein bisschen Lebenslust hat jeder verdient!

Also konzentriere ich mich nur mit einem Auge auf den Krimi, um den Würgreiz zu unterdrücken, der mich wegen der weichgespülten Inga überfällt, und lasse mich prompt von den falsch gelegten Fährten hinters Licht führen. Ich dachte doch tatsächlich, diese verzehrt und verbittert dreinblickende Chefsekräterin Edith (furchtbar, unheimlich, beängstigend: die großartige Bibiana Beglau) war die Strippenzieherin hinter den Morden – falsch getippt!

Vor lauter Ärger über die Lovestory der Lürsen ist mir doch beinahe entgangen, was für ein ausgeklügelter Fall hier ausgeheckt wurde. Dabei wurde der Zuschauer nämlich ordentlich reingelegt: In der Anfangssequenz sahen wir einen Einbruch und den Mord an der Unternehmergattin Sonja Mesenburg vor den Augen ihres Mannes  durch die vermummten Räuber. Der Bruder des Opfers, Bernd, ist Polizist – ein alter Kumpel von Lürsens Kollege Stedefreund – und macht sich wie die Bremer Ermittler auf die Suche nach dem Mörder. Dabei kommt die Story des verkorksten Lebensweges der Stedefreundschen Ex-Clique zu Tage. Stedefreund hatte nämlich was mit der emordeten Sonja, bis die ihn fallen ließ, weil sie lieber reich heiraten wollte und zwar den Mesenburg, eine Idee, die ihr viel Pech bringen sollte. Edith, die Ex von Sonjas Bruder, wurde Angestellte der Fast-Schwägerin und glühende Verehrerin des Mesenburg, der von Sonja wegen des Geldes geehelicht und ansonsten verachtet wurde. Bruder Bernd blieb Single und der festen Überzeugung, Mesenburg sei nicht gut genug für seine Schwester. Alle gemeinsam nahmen dem Stedefreund übel, dass er den tollen Freundeskreis im Stich gelassen hatte und bei seinem Auszug in die große weite Welt vor ihnen von Bremerhaven bis nach Bremen geflüchtet war. Aääähh – ja.

Es gibt ein hin und her, warum ist dieser Einbruch brutaler gewesen als die anderen der Serie? Wer hatte was davon, reicht eine Entlassung als Motiv dafür und wieso vertickt der Penner, der sicher nicht zu Einbruch und Mord fähig war die Beute? Was ist bloß mit dem Bruder des Opfers los, der so grobschlächtig die Ermittlungen stört?

Ein selbstloser Lockvogel Einsatz der verliebten Inga bringt die überraschende Wahrheit zutage: Der Mörder war der Ehemann. Leider konnte man darauf schwer kommen, denn auf eine Schilderung seines Psychogramms wurde verzichtet, wie gesagt, die bittere Edith lief die ganze Zeit mit einem solchen Hass im Gesicht herum und hatte Texte drauf, die sie ganz klar als Mörderin auszeichnen könnten.

Spannend an der ganzen Sache ist die Auflösung: Täter lügen und das können Fernsehbilder auch. Die Überfall-Szene die eingangs zu sehen war, entsprach nicht dem wirklichen Tathergang, sondern war nur die Version des mörderischen Ehemanns, der hatte die Räuber angeheuert um ihnen den Mord, den er genüsslich selbst beging, in die Schuhe zu schieben. Da denkt man natürlich nicht dran, als Zuschauer, der gewöhnt ist mehr zu wissen als die handelnden Personen – wirklich ein schicker Kniff! Das war aber auch fast das einzig Gute an diesem Tatort.

Ganz dramatisch wirds zum Schluss, denn die verliebte Inga und der um die Ex trauernde Stedefreund haben den rachsüchtigen Bruder Bernd nicht im Griff und in ihrer Nachsicht völlig übersehen, dass  der die Ermittlungen sabotierte, um den Mörder seiner Schwester selbst und endgültig zu richten.

Ein faszinierendes alternatives Lehrmittel – Childbirth Education Doll

Ich dachte, dass es doch mal schön ist, Heimarbeiter und deren Kreativität zu unterstützen. Such Dir also ein Unikat heraus! Denn das bist Du ja schließlich auch !!

Mit diesen Worten verehrte die Großmeisterin der schönen Geschenke Chloe vom See mir zum kürzlichen Geburtstag einen Gutschein für den wunderbaren Online Marktplatz voller einzigartiger und mit viel Liebe hergestellter Produkte –  Dawanda Products with Love – heißt der Laden.

Mit Feuereifer machte ich mich dann also ans Online-Shopping und konnte mich kaum entscheiden zwischen all den tollen Produkten: nehm ich nun einen Schal, einen Geldbeutel oder Ohrringe???

Wie so oft im Leben ist es leichter, herauszufinden, was man nicht will, als was man in den eigenen Besitzstand erheben möchte. Auf der Suche nach dem ultmativen Teil stieß ich auf einige absurde Dinge, allerdings war eines dabei, das mich auf grausige Art und Weise faszinierte und erschütterte. Darauf war ich selbst in der Kategorie „Außergewöhnliches“ nicht gefasst.

Die so genannte Childbirth Education Doll:

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Dergleichen habe ich nie gesehen und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie und warum jemand sich tatsächlich hinsetzen und das mit den eigenen Händen (und nach Dawanda-Vorgaben mit viel Liebe) produzieren kann und auch nicht, dass Eltern bei der Frage: „Mama, Papa, wo kommen denn die Babys her?“ eine solche Puppe zur Hilfe holen.

Die Herstellerin versichert aber auf die Fragen irritierter Dawanda-Besucher hin, ob sie denn jemals eine dieser handgestrickten Gebärenden verkauft habe: „I’ve sold many.“

Dass die Mutter einer solchen Puppe offensichtlich ein wenig alternativ veranlagt ist, lässt sich schon ohne weitere Hinweise vermuten. Der enorme Schamhaar-Busch der Puppe ist jedoch ein weiteres Indiz genauso wie die konsequente Einstellung, nicht einmal beim Puppenkind das Geschlecht im Voraus wissen zu wollen:

My ultrasound machine is currently broken, so I cannot determine the sex of your baby. You will just have to wait and see like they did in the old days.

Und selbstverständlich hat auch die Geburtspuppe ein Anrecht auf eine Garderobe, die ihre einzigartige Persönlichkeit widerspiegelt:

The clothes will be of re-purposed clothing and fabrics of various materials. I usually wait for the personality of the doll to show through before dressing her, so outfits definitely vary.

Wann immer ich jetzt auf Dawanda vorbeischaue, muss ich mich nun vergewissern, dass dieses famose Produkt wirklich existiert und keine AusGEBURT meines traumgeschüttelten Hirns war. Es gibt das Ding aber – ehrlich.

Helft mir – alle New Age -Götter der Universen, dieses seltsame Bild wieder loszuwerden!!!!

Scherzo Scipito – Witzischkeit kennt keine (Geschmacks)Grenzen

Dass die Italiener eine Menge Spaß verstehen war eigentlich schon länger klar, spätestens seit sie den singenden Polit-Entertainer Berlusconi ein drittes Mal zum Chef ihrer Regierung machten. Doch jetzt regt sich selbst in der Heimat der sonnigen Gemüter die schlecht gelaunte Political Correctness.

Dabei – was ist denn groß passiert?  Onkel Silvio, der alte Papagallo und Tollpatsch, hat am neuen US-Präsidenten Obama Eigenschaften gelobt, die er an sich selbst auch schätzt und als Indikator für den politischen Erfolg sieht:

Giovane, bello, bronzato – Jung, schön, gut gebräunt

Wie nett! Was soll denn da die ganze Aufregung? Wer wird sich denn für diesen lahmen Scherz entschuldigen wollen?

Aus dem Heimatland der Machos kommend, hat er natürlich die übliche Taktik drauf, mit der immer alle Proteste glattgebügelt werden: „Wer hier nicht lacht ist humorlos.“

Ich glaube ja nicht an den Scherz. Meine Interpretation ist, dass Berlusconi einfach nur einen alternativen Beitrag zum Thema „Sprachregelung“ geben wollte. Ein Punkt der neben Schmidt & Pocher auch Chloe und Maya schon länger umtreibt. Während die Herren aus dem Ersten sich aber in ihrer Sendung am 6.11.08 auf so sichere Quellen wie den kenianischen Ministerpräsidenten Odinga berufen konnten, sind wir nur auf die eigene Sensibilität angewiesen.

Zur Erinnerung, in der Folge von „Knut beats Kindler“ führten wir folgende Diskussion:

Chloe: Afrikanisch? Dass ich nicht doppelt lache! Wir hatten sogar neulich einen echten Maximal Pigmentierten hier unten bei uns am See, der vorzüglich die Rezepte seiner Ahnen nachgekocht.

Maya: “Maximal Pigmentiert”
– was bitte ist das für ein abscheuliches Neusprech? Political Correctness muss doch nicht bis zur ästhetischen Sprachvergewaltigung gehen. Ich glaube nicht, dass sich das in irgendeiner Form durchsetzen wird.

Schwarz, farbig, Afroamerikaner, maximal pigmentiert, gut gebräunt – eins so gut wie das andere, oder nicht? Unter dem Nacktscanner sehen sowieso alle gleich aus.

(Ja Chloe, ich weiß, das schreit nach einem Poll, aber ich bin noch immer dagegen)

Keine Angst vor Wahlmaschinen…

…in Amerika beißen die nicht – höchstens in Ohio, aber sicher nicht in Amerika!

Homer ein Demokrat! Wer hätte das gedacht? Vielleicht war Obama ja persönlich in Springfield?

Mann – ist das aufregend! Man kann ja soviel Anteil an der amerikanischen Festkultur haben, wie man will, aber im Moment fühlt sichs an als wäre es auch unsere Präsidentschaftswahl, im Radio geht es den ganzen Tag um nichts anderes und ich bin auch schon ganz mitgerissen.

Hoffentlich schaffen die anderen Wähler es besser als das Oberhaupt unserer Lieblings-All-American-family…

Maya im Feindesland

Während europaweit die Nacktscanner-Diskussionen hochkochten, musste ich mich mit ganz anderen Widrigkeiten herumschlagen. Zwecks Familienbesuchs und Feier einer Schnapszahl in die Mutterstadt gereist, sah ich mich nicht nur der Taschen-WG ausgesetzt – nein, der gut gefüllte Kühlschrank meines Gastgebers war auch mal wieder umgezogen. Er steht jetzt in einem schönen südlichen Teil des Kessels.  Als hochdekorierte Soldatin der Großstadtinfanterie begab ich mich natürlich sofort auf einen Kiezerkundungsmarsch. Chloe chlaubt auch, dass man als Neuzugang die Vorzüge eines Bezirks viel klarer erkennen kann, so ging es ihr ja ebenfalls als Späherin am See.

Im Vorfeld hatte ich erfahren, dass die Gegend Globetrotter und Kosmopoliten an Brooklyn Heights, NYC, erinnert. Ein Vergleich, der sicher nicht zu kurz gegriffen ist, dachte ich. Erwartungsvoll machte ich mich also auf den Weg, stolz im Stuttgarter Pendant des Ortes zu weilen, der bereits Truman Capote und Arthur Miller inspirierte und neugierig, ob die Backsteinumgebung auch mich zu Höhenflügen tragen könnte. Welch schicksalhafte Ironie…denn ich hatte ja keine Ahnung unter was für einer unseligen Herrschaft das ganze Gebiet steht.

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Der SpreeSee Ehrenpreis für die zickigste Diva geht an…

Marcel Reich-Ranicki, den Mann mit dem Literaturgeschmack aus dem vorletzten Jahrhundert, dessen Streitlust und Meinungsfreude im längst begrabenen „Literarischen Quartett“ durchaus mehr Spaß machten, als die grausige Betulichkeit der netten Tante Elke es je könnte.

Wir wussten es schon immer: Zickigkeit und Diven-Attitüde sind ein menschliches und nicht etwa rein weibliches Phänomen. Von Eitelkeit bräuchte man eigentlich gar nicht erst anzufangen!

Was haben wir da gestern von unserem Lieblingstroll erleben dürfen, der den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk erst ablehnte, um ihn dann doch mit nach Hause zu nehmen?

Ein 1A- Diven-Auftritt. Egozentrisch, witzig, widersprüchlich, ein bisschen tuberkulös – nur die Erotik ließ zu wünschen übrig.

Natürlich gefällt es selbst ähnlich veranlagten Menschen zunächst, wenn einer sagt: Weiterlesen